Amberg
07.05.2025 - 13:03 Uhr
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Kaderplanung unter Palmen in Thailand: Jan Bönning erklärt seine Ziele mit dem ERSC Amberg

Jan Bönning sorgt beim ERSC Amberg für frischen Wind. Der neue Trainer bastelt während seines Urlaubs bereits fleißig am Kader der Wild Lions. Dabei achtet er bei neuen Spielern besonders auf einen ganz bestimmten Wesenszug.

Für Jan Bönning beginnt im Sommer ein kleines Abenteuer. Seine künftige Heimatstadt kennt der neue Trainer des ERSC Amberg bisher nur von Fotos. Und auch die Spiele der Eishockey-Bayernliga verfolgte er meist über Sprade TV. Beides wird sich ab Mitte August ändern. Dann zieht der Nordhesse nach Bayern und taucht tief ein ins Eishockey-Geschehen vor Ort. "Die Gespräche mit Chris Spanger waren echt überragend. Man hat direkt gemerkt, das könnte passen", erzählt der neue Coach der Wild Lions gegenüber Oberpfalz-Medien. Die Vorfreude auf die neue Herausforderung hört man dem 33-Jährigen bereits im Telefoninterview an. Aktuell befindet er sich noch im Thailand-Urlaub mit der Familie.

Trotz Strand und Entspannung steht er im ständigen Kontakt mit Ambergs Sportlichem Leiter Chris Spanger und Co-Trainer Richard Stütz. "Ich glaube, im Chatverlauf bin ich bei ihnen die Nummer eins und umgekehrt. Wir haben wirklich einen sehr regen Kontakt. Wir schicken uns regelmäßig Videos und sprechen über und mit den Spielern", erklärt er. Besonders Leistungsträger wie Felix Köbele müsse man laut Bönning adäquat ersetzen. Zudem ist neben Brendan Walkom ein weiterer Kontingentspieler geplant, da die Verträge von Tomas Plihal und Hunter Fortin nicht verlängert wurden.

Transferverhandlungen am Pool

Zehn Jahre Erfahrung in der Regionalliga Nord helfen natürlich weiter. "Mit dem einen oder anderen Spieler, mit dem ich schon zusammengearbeitet habe, ist natürlich Kontakt da gewesen", erklärt der 33-Jährige. Gemeinsam mit den Verantwortlichen habe man sich für jede Position Listen mit mehreren Alternativen angelegt. Laut Bönning ist der Transfermarkt aber "kein Wunschkonzert". Wer sich am Ende für den ERSC entscheiden wird, kann und will der Trainer noch nicht sagen.

Im Fokus steht besonders eine gute Teamchemie: "Für uns war es ganz wichtig, dass wir vernünftige Charaktere verpflichten. Wir haben bei jedem Spieler nicht nur auf die Qualität und Punkte geschaut, sondern intensive Gespräche mit ihnen geführt." Eine gewisse Philosophie und Taktik gibt Bönning nicht vor. Vielmehr müsse man sich am Kader orientieren. "Wir haben nun mal nicht die Möglichkeit, mit 20 Vollprofis zu spielen", erklärt er und fügt an: "Deswegen will ich mich da auf kein System oder auf eine Spielweise festlegen."

Entscheidung pro Bayernliga

Die Entscheidung, Nordhessen zu verlassen, fiel dem 33-Jährigen nicht allzu schwer. "Auf dem Papier war ich auch schon in vielen vierten Ligen. Ich denke, die Bayernliga ist schon die Liga mit der höchsten Professionalität, aber auch Qualität", begründet der 33-Jährige seinen Wechsel vom Regionalligisten TuS Harsefeld an die Vils.

Trotz seines jungen Alters ist Bönning bereits ein alter Hase im Trainergeschäft. Eigentlich sollte er vor knapp zehn Jahren beim ESC Paderborn für den verhinderten Chefcoach einspringen, doch die Sache entwickelte sich anders. "Die Ergebnisse und die Chemie haben super gepasst. Dann wurde ich gefragt, ob ich mir das bis zum Rest der Saison vorstellen kann", erzählt er. Die Schlittschuhe bei den Kassel Huskies hängte er damals an den Nagel: "Ich habe da für mich die bessere Perspektive gesehen."

Neben seinen Tätigkeiten in Deutschland war er auch in der spanischen Eishockey-Liga aktiv. Zusätzlich zu seinen Aufgaben hinter der Bande absolvierte er die Trainerlehrgänge des Deutschen Eishockeybundes und besitzt mittlerweile die A-Lizenz. Vorgänger Bernhard Keil drückte gemeinsam mit ihm die Schulbank. Ob sein Trainer-Kollege den 33-Jährigen beim ERSC ins Gespräch brachte, weiß er nicht. Bönning hörte allerdings nur Positives über Amberg.

Nach seinem Aufenthalt in Thailand will er sich baldmöglichst ein eigenes Bild von der Stadt machen und das Abenteuer Oberpfalz angehen. Bisher wird viel geplant und getüftelt. Einer Sache ist sich der neue Coach aber bereits sicher: "Ich habe das Gefühl, in Amberg kann man etwas aufbauen, es steckt Potenzial im Standort. Wir wollen natürlich versuchen, das so gut wie möglich zu nutzen."

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