04.12.2018 - 10:48 Uhr
AmbergSport

Kein Wort zum Sport: Ilker Caliskan

In unserer wöchentlichen Rubrik verrät der Spielertrainer des ASV Michelfeld, welche Rolle Mozart in seinem Leben spielt und warum er keinen Fernseher hat.

Ilker Caliskan.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Ilker Caliskan (38) wurde in Nürnberg geboren, kam bald danach in die Türkei bis zu seinem sechsten Lebensjahr – seine Eltern mussten arbeiten, er wuchs bei einer Tante auf. Fußball bestimmt sein Leben, er spielte unter anderem beim FC Amberg in der Landesliga, beim SVL Traßlberg und ist jetzt Spielertrainer des ASV Michelfeld. Er arbeitet im Klinikum St. Marien in Amberg in der Logistik.

ONETZ: Wo möchten Sie gerne leben?

Ilker Caliskan: Dort, wo man glücklich, gesund und zufrieden ist, da lebt man gerne. Wenn man seine Liebe hier hat, seinen Beruf und seine Freunde. Für mich heißt das, ich lebe gerne in Amberg.

ONETZ: Was sind Ihre persönlichen Stärken?

Ilker Caliskan: Ich bin offen, direkt und sehr kontaktfreudig. Offen für Neues.

ONETZ: Was war Ihr größter Fehler?

Ilker Caliskan: Mein größter Fehler war, als ich mit 18 und 19 Jahren in der Türkei in der 2. Liga gespielt habe, dass ich die Sache nicht ernst genommen habe. Ich war unterwegs wie man es als jungen Mann so macht. Das habe ich vielleicht ein bisschen übertrieben - deswegen bin ich jetzt wahrscheinlich nicht im Profi-Bereich. Sonst wäre meine Karriere anders verlaufen.

ONETZ: Wer wollten Sie als Kind sein?

Ilker Caliskan: Ich hatte kein Vorbild. Meine Freunde haben mich, als ich klein war, immer mit Maradona verglichen.

ONETZ: Was war Ihr schlimmster/bester Schulstreich?

Ilker Caliskan: Ich war immer brav und ein schüchternes Kind. Ich habe mich einfach nicht getraut.

ONETZ: Mit welchem Promi würden Sie gerne mal einen Kaffee trinken?

Ilker Caliskan: Promis interessieren mich nicht. Ich unterhalte mich lieber mit normalen Leuten.

ONETZ: Welchen Satz hassen Sie am meisten?

Ilker Caliskan: „Ich kann das nicht.“ Oder wenn einer sagt: „Ich kann heute nicht ins Training kommen.“ Das sind Willenssachen, jeder kann, wenn er will.

ONETZ: Was haben Sie sich von Ihrem ersten Gehalt/Ihrer ersten Siegprämie gekauft?

Ilker Caliskan: Meine erste Prämie habe ich bekommen, als ich acht oder neun Jahre alt war. Da haben sie mich auf der Straße entdeckt. Meine ersten Fußballschuhe habe ich da auch bekommen, vom SC Viktoria Nürnberg. Und zehn Mark. Ich habe das Geld meiner Mutter gegeben, dass sie für uns Essen kauft. Das habe ich jahrelang gemacht. Wir haben damals in etwas ärmlichen Verhältnissen im Stadtteil Gostenhof gelebt.

ONETZ: Bei welcher Nachspeise können Sie einfach nicht widerstehen?

Ilker Caliskan: Ich esse alles. Ich habe mich früher gefreut, wenn ich etwas zu essen bekommen habe. Das sind Sachen aus meiner Kindheit, das war einfach so.

ONETZ: Welche Fernsehsendung ist für Sie Pflicht, bei welcher schalten Sie sofort weg?

Ilker Caliskan: Ich schaue überhaupt nicht. Ich habe auch momentan keinen Fernseher. Mit meiner Ex-Frau hatte ich einen, aber da hat nur sie geguckt. Mir reicht es, was ich von meinen Freunden mitbekomme. Was ich aus meinem Umfeld so höre, aus meinem täglichen Leben. Da brauche ich nicht noch einen Fernseher.

ONETZ: Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Ilker Caliskan: Mit meinen Hunden im Wald spazieren gehen. Ich habe selbst zwei, zwei Weimaraner. Und einen Pflegehund. Ich bin mit ihnen jeden Tag im Wald.

ONETZ: Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, hätte ich ...

Ilker Caliskan: ... als Kind nicht nur Fußball gespielt. Fußball, Schule, Fußball – ich habe nur für Fußball gelebt. Ich hätte gerne andere Sachen gemacht. Ich spiele gerne Klavier. Das habe ich mir selbst beigebracht. Einen Lehrer konnten wir uns nicht leisten. Ich habe oft Mozart gehört, als ich in der Türkei Fußballer war. Das klingt ein bisschen komisch, war aber so.

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