08.07.2020 - 20:53 Uhr
AmbergSport

Körperkontakt im Fußballtraining erlaubt: "Endlich wieder richtig kicken"

Seit Mittwoch ist wieder richtiges Fußballtraining möglich - mit Körperkontakt, Zweikämpfen und Grätschen. "Endlich" war von den Vereinen zu hören. Aber nicht alle legen gleich los.

Grüne Leibchen drüber - und schon nutzten die Spieler des SV Inter Bergsteig Amberg die Lockerungen gleich am Mittwochabend zu einem ersten Trainingsspielchen ohne Abstandsbeschränkungen.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Ein bisschen überrascht war Andreas Scheler schon, als er am Dienstag von den Trainings-Lockerungen erfuhr. Der Trainer des Fußball-Landesligisten SpVgg SV Weiden beginnt erst am 27. Juli mit normalem Mannschaftstraining. Markus Kipry dagegen legte noch gleich am Mittwochabend los: "Nach dem Aufwärmen und den Einheiten gibt's ein schönes Abschlussspiel."

FC Wernberg: "Die Jungs hatten richtig viel Spaß, überhaupt mal wieder an den Ball zu hauen", berichtet Christian Most über das kontaktlose Training des Bezirksligisten im Juni nach der wochenlangen Corona-Zwangspause. "Dann hat man aber schon gemerkt, jetzt wäre es an der Zeit, wieder richtig Fußball zu spielen." Nach einer kurzen Sommerpause beginnen die Wernberger am 21. Juli wieder mit dem Trainingsbetrieb. Dann wieder "richtig", mit Körperkontakt: "Wir freuen uns sehr drauf, wieder grätschen zu dürfen", sagt Most.

TSV Theuern/Frauen: Als Bernhard Müller seine Spielerinnen am Dienstag in einer Whatsapp-Gruppe über die Lockerungen informierte, war der häufigste Kommentar ein erleichtertes "Endlich!". Für das Training am Freitag hätte der Trainer "noch eine Kontaktlos-Einheit im Köfferchen gehabt, aber die lasse ich jetzt unter den Tisch fallen." Statt dessen werden zwei Tore aufgestellt, "Keeper reingestellt und endlich mal wieder eineinhalb Stunden gekickt". Genau das hatten seine Spielerinnen so sehr vermisst.

Beim TSV Theuern, der drei Frauen- und drei Mädchenteams (zwei U17, eine U13) im Spielbetrieb hat, wird schon seit vielen Wochen trainiert - die Frauen I, Dritter der Landesliga Süd, bereits seit Mai. Streng nach den Vorschriften wurden zunächst in Kleingruppen (vier Spielerinnen plus Trainer) mit Mindestabstand von 1,50 Metern meist Taktikübungen absolviert, dann durfte auf 20 Spielerinnen aufgestockt werden, die Einheiten mussten jedoch weiterhin kontaktlos bleiben. Jetzt folgt der nächste Schritt, "normal" wird das Training aber weiterhin nicht sein.

So werden beim TSV Theuern zum Beispiel die Bälle nach dem Training, Hütchen, Stangen und auch die kleinen, tragbaren Tore vor und nach dem Training desinfiziert.

FC Weiden-Ost: "Die Jungs sind absolut heiß drauf. Wir starten nächste Woche mit normalem Training. Bisher gab's nur Laufeinheiten, Cybertraining. Die Spieler waren sehr fleißig. Wir hatten über Zoom einen Personaltrainer, der über mehrere Wochen hinweg Übungen gezeigt hat", erklärt Trainer Peter Kämpf vom Nord-Kreisligisten. Aber diese würden kein richtiges Fußballtraining ersetzen: "Das kann man gar nicht vergleichen. Da werden ganz andere Muskelgruppen trainiert. Aber für den Zeitvertreib war es wichtig, dass die Jungs auf andere Gedanken kommen."

SpVgg SV Weiden: Trainer Andreas Scheler verbreitet keine Hektik, nimmt die Ankündigung der Lockerung gelassen. Denn er steigt mit seiner Landesliga-Mannschaft erst ab dem 27. Juli ins Training ein.

"Es hat immer geheißen, vor dem 20. Juli wäre ein normales Training nicht möglich. Ich muss ja einen vernünftigen Plan erarbeiten, unser erstes Spiel ist für den 12. September geplant."

Bis Mitte Juni habe jeder der Spieler individuell trainiert. "Jetzt sind mit Sicherheit noch einige im Urlaub. Ich bin kein Freund davon, dass man eine Woche trainiert, dann eine Woche Pause macht, um dann wieder anzufangen."

SV Inter Bergsteig Amberg: Der Süd-Kreisligist ging gleich in die Vollen: Noch am Mittwochabend legte Trainer Markus Kipry mit seiner Mannschaft los. "Wir haben uns bisher an die Vorgaben gehalten, das heißt, keine Kabinennutzung, kein Duschen, Materialien desinfizieren und reduziertes Training mit Passformen", erklärt Kipry.

"Wir sind froh, dass es endlich wieder losgeht. Vorher war es im Grunde genommen nur eine Beschäftigungstherapie. Alle sagen: Boah, geil - endlich kann ich wieder richtig kicken."

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