13.12.2019 - 15:54 Uhr
AmbergSport

Länderspiel in Amberg: Premiere für den Jüngsten

Es war eine schwere Entscheidung: Lenny Graven tauschte das "schöne Leben" auf Mallorca mit dem harten Internats-Alltag in München. Am Mittwoch nun feiert eines der größten Volleyball-Talente Deutschlands sein Länderspieldebüt - in Amberg.

Lenny Graven gilt als eines der größten Volleyball-Talente Deutschlands. Der 15-Jährige steht am Mittwoch vor seinem Länderspieldebüt in der U-18-Nationalmannschaft im Spiel gegen Frankreich.
von Gerd SpiesProfil

Neben dem Zuspieler ist der Libero eine der wichtigsten Positionen im Volleyball. In der deutschen U-18-Nationalmannschaft steht am Mittwoch, 18. Dezember (19 Uhr), beim Länderspiel gegen Frankreich in der Amberger triMAX-Halle der Jüngste auf dieser Position, mit 1,80 Metern auch der Kleinste. Für den 15-jährigen Lenny Graven wird es das erste Länderspiel sein.

Dem Jungen aus München ist das Volleyball-Talent in die Wiege gelegt worden. Sein Vater Sepp Wolf war über viel Jahre hinweg der Macher des ASV Dachau. Aus vielen Talenten hat er Bundesliga-Spieler gemacht. Als Lehrer am Dachauer Ignaz-Taschner-Gymnasium gewann er mit mehreren Mannschaften beim Bundesfinale in Berlin.

In der Eliteschule des Sports

Zurzeit leben die Eltern von Lenny Graven in Palma de Mallorca. Das vergangene Schuljahr verbrachte er auch auf Deutschlands Urlaubsinsel Nummer eins. Doch dann entschied er sich für eine Volleyball-Karriere in Deutschland. "Es war eine schwere Entscheidung", gestand er. Denn er tauschte das "schöne Leben" auf der Sonneninsel bei den Eltern gegen die harte Internatsschule des Bayerischen Volleyball-Verbands, der Eliteschule des Sports in München.

Acht bis neun Trainingseinheiten pro Woche, dazu oft zwei Spiele am Wochenende. Dazwischen statt Freizeit Pauken für die Schule. Der Alltag von Lenny Graven unterscheidet sich schon sehr von anderen gleichaltrigen Zehnt-Klässlern. Im Zimmer nebenan im Internat wohnt übrigens ein Volleyballer des VC Amberg. Jonathan Helm hat wie Lenny Graven den Weg des Volleyball-Internats gewählt. Der Weg ist hart, aber nur so kann Lenny Graven sein großes Ziel erreichen. Er will Libero in der Nationalmannschaft der "Großen" werden. So wie Ferdinand Tille, sein Vorbild. Der Mühldorfer war jahrelang der beste Libero Deutschlands und spielt jetzt beim "geilsten Club der Welt", dem TSV Herrsching. Einen Titel holte Graven bereits. Mit dem TSV Grafing gewann er in diesem Jahr die deutsche Meisterschaft in der Altersklasse U16.

Auch auf Sand erfolgreich

Aber vielleicht wird der sympathische Junge ja Beachvolleyball-Profi, so wie Vize-Weltmeister Clemens Wickler oder Lukas Pfretzschner, die beide auch einmal Nachwuchstalente aus Bayern waren. Sein Vater Sepp Wolf sagt ihm hier eine große Zukunft voraus, weil da auch Allrounder gefragt sind und die Körpergröße nicht so entscheidend ist. Im Beachvolleyball stand Lenny heuer auch schon im Finale einer deutschen Meisterschaft, verlor mit seinem Partner aber gegen zwei über zwei Meter große 16-Jährige.

Es ist auch gut möglich, dass der Nationaltrainer Dominic von Känel beim Länderspiel am Mittwochabend in der triMAX-Halle den zweiten Libero im Team, Simon Kohn aus Ulm, testet. Für Lenny Graven wäre das kein Problem. Simon ist sein bester Kumpel in der Nationalmannschaft.

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