30.08.2019 - 15:59 Uhr
AmbergSport

Auch bei Regen mit Slicks um die Kurven

Mit Vollgas und mit viel Gefühl rauschen die Fahrer in ihren Karts über den Asphalt: Training beim NAC Amberg. Denn in einer Woche wird's ernst. Bis dahin heißt es: Üben, üben, üben.

Mit viel Gefühl für Gas und Bremse um die Pylonen.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Immer am Montag und Dienstag geht's rund auf der Kartbahn an der B85 Richtung Schwandorf, bei den Sandgruben. Ende der 1960er Jahre bauten hier drei Amberger Fahrschulen einen Verkehrsübungsplatz - gedacht für Fahranfänger und Führerscheinneulinge. 18 Jahre - oder knapp drunter - waren damals diejenigen, die normale Autos auf der Rundbahn mit zwei Haarnadelkurven steuerten. Das ist heute anders.

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Denn hier trainieren jetzt die Kartpiloten des NAC Amberg. "Ab sieben Jahren dürfen Kinder bei uns zum Trainieren anfangen, wir haben momentan 94 Mitglieder, davon 20 aktive Jugendliche im Alter von 7 bis 20 Jahre", erklärt Anja Gebhard, die Vorsitzende des NAC. Seit knapp zwei Jahrzehnten dient das Gelände als Übungsplatz für die Kartfahrer.

Sechs Karts sind im Besitz des Vereins, mit Motoren von 80 ccm bis 125 ccm. Letztere sind für die älteren Jugendlichen, denn die rauschen schon flotter durch den mit Pylonen gespickten Parcours. "50 bis 60 km/h, mehr schaffen die nicht", schränkt Horst Scherer, der zweite Vorsitzende des NAC ein. Ohne ihn würde beim Neuen Automobilclub Amberg nichts gehen - als KfZ-Meister mit eigener Werkstatt ist er der "Mann für alles". Und Reparaturen oder Handgriffe am Kart fallen ständig an. Rund eine halbe Stunde dauert es, ehe die Karts fahrbereit sind. Scherer bringt die Fahrzeuge mit einem Anhänger zur Bahn, dann werden sie abgeladen, Reifen montiert, der Luftdruck gemessen, vollgetankt und, und, und ...

In früheren Jahren gab's beim NAC noch zwei weitere Arten des Motorsports: Orientierungsfahrten und Autoslalom. Ersteres steht schon länger nicht mehr auf dem Programm, 2013 fand der letzte Auto-Slalom statt. "Es sind zu viele Unfälle passiert. Nicht bei uns, sondern bundesweit. Deswegen ist es immer schwerer geworden, Genehmigungen zu bekommen", sagt Anja Gebhard. So konzentriert sich der Club auf Kart-Rennen. "Ab 8 Jahren dürfen die Kinder Rennen fahren und an Meisterschaften teilnehmen."

Davor heißt es: Üben und üben. Von 17 Uhr bis 20 Uhr dürfen die Jungs und Mädchen trainieren, zwischen April und Oktober wird gefahren. Nur in den Ferien ist Pause. Wenn es mal regnen sollte, wird die Bahn glatt - richtig glatt. Aber kein Nachteil ohne Vorteil: "Der Teer ist mittlerweile 50 Jahre alt. Er hat keine Körnung mehr. Die Kinder müssen auch bei so einem Wetter mit Slicks fahren. Das fördert aber die Kart-Beherrschung vehement, weil sie mit Gas und Bremse sehr diffizil arbeiten", erklärt Horst Scherer.

Acht Kinder haben in diesem Jahr beim NAC Amberg angefangen und trainieren das Kartfahren. "Dieses Jahr war gut bisher, aber wir wissen natürlich nicht, ob alle dabei bleiben", sagt Anja Gebhard. Und: "Nachwuchs können wir immer gebrauchen." 15 Euro kostet der Mitgliedsbeitrag pro Jahr, dazu kommen pro Trainingseinheit 5 Euro und eventuelle Startgebühren für Rennen.

Wenn der Helm größer ist als der Pilot, dann steigt da einer der jüngsten Kartfahrer in seine Kiste.
Wer vorne mitfahren will, muss auch schrauben: Max Scherer hat bei der Deutschen Amateurmeisterschaft am kommenden Wochenende gute Chancen auf einen der vorderen Plätze.
Gestartet wird bei den kleinen Karts wie bei einem Rasenmäher: Schnur ziehen – und der Motor springt an.
Ursprünglich war das Gelände an der B85 ein Verkehrsübungsplatz für Führerscheinanfänger.
Deutsche Amateurmeisterschaft in Amberg:

Das nächste Rennen für die Kartfahrer des NAC Amberg steht am Wochenende 7. und 8. September an: In Amberg auf dem Dultplatz, die Deutsche Amateurmeisterschaft im Kartfahren.

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