13.01.2022 - 13:11 Uhr
AmbergSport

Kein Wort zum Sport: Robert Torunsky (Handball)

In unserer wöchentlichen Rubrik verrät der Sportliche Leiter des ESV 1927 Regensburg, welchem "arroganten Fatzke" er etwas abgewinnt, und warum eine schweinslederne Lehrer-Tasche aus dem zweiten Stock den Abflug gemacht hat.

Robert Torunsky
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Handball ist sein Leben – daran lässt der 42-Jährige keinen Zweifel. In Tübingen ist er geboren, im Alter von neun Jahren zogen er und die Familie in den Landkreis Amberg-Sulzbach, als sein Vater, ein Bundeswehrarzt, nach Amberg versetzt worden war. Hier ist Robert Torunsky aufgewachsen, jetzt wohnt er in Schwandorf – aber egal wo, Handball war und bleibt immer die Nummer eins. Der ehemalige Torwart der HG Amberg studierte Betriebswirtschaft mit den Sprachen Englisch, Französisch und "ein bisschen" Spanisch. Für die Fahrten zu den Spielen der 2. Bundesliga zwischen Flensburg und Göppingen verbringt der Sportliche Leiter der Regensburger ESV-Handballerinnen etliche Stunden im Bus ("Mein Lieblingshobby"), im Hauptberuf arbeitet er als Redakteur.

ONETZ: Wo möchten Sie gerne leben?

Robert Torunsky: Ich reise sehr viel und gerne und bin oft in den USA und bei internationalen Turnieren. So gerne ich unterwegs bin: Zu Hause ist es doch am Schönsten.

ONETZ: Über was können Sie so richtig lachen?

Robert Torunsky: Am meisten lache ich über Oliver Kalkofe. Wenn ich gute Laune brauche, ziehe ich mir die Clips von "Kalkofes Mattscheibe" rein. Der Podcast "Fußball MML" sorgt auch einmal in der Woche für Erheiterung.

ONETZ: Wer wollten Sie als Kind sein?

Robert Torunsky: Alles nur kein Arzt. Ich bin beim Abendessen mit OP-Bildern abgeschreckt worden. Ich habe geschaut, dass ich in der Schule kein Latein nehme, dass mir das ja nicht passieren kann.

ONETZ: Was war Ihr erstes Auto?

Robert Torunsky: Ein roter Opel Ascona mit Automatik, den ich von den Großeltern geerbt habe. Der hatte 115 PS, der ging ziemlich ab. Eigentlich war das ein richtiges Rentner-Auto, der wurde nie ausgefahren. Als ich ihn dann hatte, waren 200 Sachen locker drin.

ONETZ: Mit welchem Promi würden Sie gerne mal einen Kaffee trinken?

Robert Torunsky: Mit Barack Obama. Ihn habe ich 2019 auf einem Kongress in München live erlebt, er hat mich am meisten beeindruckt. Er besitzt eine unglaubliche Aura.

ONETZ: Bei welcher Nachspeise können Sie einfach nicht widerstehen?

Robert Torunsky: Meine Mutter kocht sehr gut. Ihr Apfelstrudel mit Vanillesoße ist Weltklasse.

ONETZ: Welche App darf auf Ihrem Smartphone auf keinen Fall fehlen?

Robert Torunsky: Das sind viele. Spannend finde ich Sport-Apps wie Sky Go, wenn man lange im Bus sitzt. Oder den Streamingsender DAZN, da schaue ich total gerne NBA-Basketball an.

ONETZ: Was war Ihr schlimmster/bester Schulstreich?

Robert Torunsky: Ich war rückblickend wohl als Schüler ziemlich aufmüpfig, wie viele in meiner Klasse. Das war aber auch ein Stück weit den Lehrern geschuldet, da haben sich die "Pädagogen" und die Lümmel von der letzten Bank nicht viel genommen (lacht). Unser Streich: Trotz unser rudimentären Physik-Kenntnisse haben wir einen Französischlehrer mal geschockt. Er hatte eine schweinslederne Aktentasche, die er in der ersten Reihe quer über die Tische geschliddert hat – bis zum Lehrerpult. Da blieb sie dann liegen und er hat sich als "Player" gefühlt. Wir haben es geschafft, eine Rampe zu bauen, mit Schmierseife einzureiben und haben das Fenster neben dem Pult aufgemacht. Dann kam er und hat seine Tasche wieder hingepfeffert. Das Ding ist gerutscht wie die Sau und dann wie ein Ufo aus dem zweiten Stock im Altbau aus dem Fenster geschossen. Die Französischstunde ist ausgefallen, weil der Lehrer in den Hof runterging und seine Sachen eingesammelt hat.

ONETZ: Wo sehen Sie sich in 30 Jahren?

Robert Torunsky: In 30 Jahren bin ich hoffentlich ein rüstiger Rentner, der noch viel Zeit in Handballhallen verbringt und auf Reisen gehen kann.

ONETZ: Wenn Sie sich ein Talent aussuchen könnten, welches wäre das?

Robert Torunsky: Ich bin einer der schlechtesten Handwerker, die man sich vorstellen kann. Ich habe mal bei einem Freund die Wohnung gestrichen, er spricht immer noch nicht wieder mit mir (lacht). Meine Geschwister sind da viel geschickter. Ich wäre gerne ein besserer Handwerker.

ONETZ: Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

Robert Torunsky: Ein Buch von Jack Nasher. Der tritt bei seinen Vorträgen wie ein arroganter Fatzke auf, ihn habe ich auch schon live erlebt. Aber schon wieder so arrogant, dass er unterhaltsam und inspirierend ist. "Überzeugt!" heißt der Titel – die Einstellung zum Leben und zu sich selbst. Der Untertitel lautet: "Wie Sie Kompetenz zeigen und Menschen für sich gewinnen". Es geht auch darum, dass die wahrgenommene Kompetenz zählt. Seine Message: Man muss nicht kompetent sein, es reicht, wenn man als kompetent gilt. Beispiel Gehaltsverhandlungen: Du bekommst nicht das, was du verdienst, sondern das, was du verhandelst, sagt Nasher. Wenn man nicht richtig verhandeln kann, sollte man besser die Klappe halten – oder eben was ändern. Ständig Lamentieren bringe gar nichts, meint Nasher. Ich finde seine Herangehensweise gut, weil er Ross und Reiter nennt.

ONETZ: Wenn Sie ein Tier wären: Welches wäre das, und weshalb genau dieses?

Robert Torunsky: Ein Puma. Er hat mich schon von Kindesbeinen an fasziniert, weil er aus dem Stand so weit springen kann, vier Meter. Und weil er in den Bergen nicht das schlechteste Leben führt.

Letzte Woche bei "Kein Wort zum Sport": Ulrich Eckhardt (Golf-Bundestrainer)

Weiden in der Oberpfalz

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