13.09.2018 - 11:09 Uhr
AmbergSport

Schiri-Gruppe landet Volltreffer

Ex-Bundesliga-Schiedsrichter und DFB-Lehrwart Lutz Wagner aus Hessen begeistert die Mitglieder der Gruppe Amberg mit seinem Vortrag und einfachen Erklärungen: "Die Regelauslegung muss so erfolgen, dass sie jeder versteht."

Wimpel-Übergabe von Thomas Gebele an Lutz Wagner mit den Ehrengästen (von links) Thomas Graml, Thomas Ernst, Thomas Ehrnsperger, Karl-Heinz Schleier und Andreas Allacher.
von Autor KHGProfil

Einteiler und Regionalliga-Schiedsrichter Thomas Ehrnsperger war es gelungen, den DFB-Lehrwart und Ex-Bundesliga-Schiedsrichter Lutz Wagner aus Hofheim (Hessen) als Referenten für die September-Sitzung zu gewinnen.

Der 55 Jahre alte Referent Lutz Wagner war fast 20 Jahre lang Bundesligaschiedsrichter auf höchstem Niveau. Er leitete 197 Spiele der 1. Bundesliga und insgesamt 450 Profispiele. Als verantwortlicher Koordinator für die Schiedsrichterausbildung sowie die Regelauslegung von den Bundesligen bis zur Basis und als Coach der DFB-Bundesligaschiedsrichter setzt er sein Wissen jetzt auch im Bereich Führungskräfte-Coaching, Management-Training und als Regelberater der Medienanstalten erfolgreich ein. Er überzeugt als Dozent in seinen Seminaren rund um das Business Coaching sowie als Life Coach. Außerdem fungiert er als Mitglied der Amateurkommission.

Lutz Wagner lobte die Arbeit der SR-Gruppe in ganz besonderem Maße, da sie derzeit einen Regionalliga-Schiedsrichter, einen Bayernliga-Schiri, fünf in der Landesliga und sieben in der Bezirksliga vorzuweisen hat. In seinem Streifzug quer durch alle Regeln begeisterte er sowohl durch seine vortreffliche Rhetorik als auch durch die Auswahl von Videoszenen, die die jeweilige Problematik veranschaulichten und verdeutlichten.

Nachfolgend einige Aussagen von Lutz Wagner zur Persönlichkeit eines Schiedsrichters und zu Regeltechnischem: „Spielintelligenz, Fußballsachverstand und situatives Reagieren sind Grundvoraussetzungen für eine gute Schiedsrichterleistung. Die Regelauslegung muss so erfolgen, dass sie jeder versteht. Gegenseitiger Respekt und Kompetenz schaffen ein positives Klima und eine positive Außenwirkung. Wo die Beleidigung anfängt, hört die Toleranz auf! Abwinken stellt die Autorität in Frage. Ein guter Schiedsrichter muss Situationen riechen, bevor andere sie sehen! Bei Abseits führt jede Ballberührung zu einer neuen Bewertung. Die Strafgewalt des Schiedsrichters beginnt mit Betreten des Spielfeldes bei der Platzkontrolle. Bei Foulspiel eines letzten Mannes im Strafraum ist zu bewerten, ob es ballorientiert (gelb) oder gegnerorientiert (rot) erfolgte.“

In der Fragerunde im Anschluss an sein Referat betonte er unter anderem, dass in der Bundesliga trotz Videoassistent die letzte Entscheidung beim Schiedsrichter liegt. Strafbares Handspiel liegt bei Absicht und unnatürlicher Handhaltung vor. Trinkpausen müssen nachgespielt werden.

Im Anschluss an das 90-minütige Referat und die 30-minütliche Fragerunde betonte Thomas Gebele, dass die vorbildliche Aufmerksamkeit ein Indiz dafür war, dass alle anwesenden Schiedsrichterkollegen fasziniert waren von der Art der Übermittlung von Regelwissen und der Veranschaulichung. Lutz Wagner hat in brillantem und mitreißendem Stil die Zuhörer von der ersten bis zur letzten Minute gefesselt. Dieser Abend war ein echtes Highlight: Regelkunde, vorgetragen von einem Experten mit großer Erfahrung, Begeisterungsfähigkeit und pädagogischem Geschick, anschaulich, spannend und humorvoll. Alle schwärmten: „Lutz Wagner war ein Volltreffer!“

Kreis-Schiedsrichterobmann Thomas Gebele hatte eingangs das mit 110 anwesenden Schiedsrichtern vollbesetzten Sportheim des SV Inter Bergsteig Amberg die Ehrengäste begrüßt: Thomas Graml (Bezirksvorsitzender des Bezirkes Oberpfalz), Thomas Ernst (Mitglied des Verbands-Schiedsrichter-Ausschusses aus Nittenau: SR-/SRA-Einteilung Bayernliga, Beobachter-Einteilung: Regionalliga Bayern, Beobachtungs-Auswertung Regionalliga Bayern und Individual Coaching), Andreas Allacher (Bezirks-Schiedsrichter-Obmann), Karl-Heinz Schleier aus Weiden (Bundesliga-Beobachter und Coach für Schiedsrichter der 2. Bundesliga), Ludwig Held (Kreisspielleiter des Kreises Cham/Schwandorf), Schiedsrichter-Obmann Willi Hirsch aus Weiden mit seinem Lehrstabsteam, Kreisjugendleiter Klaus Meier und Spielgruppenleiter Karl Vollmer.

Thomas Gebele überreichte Lutz Wagner als Dank den Wimpel der Schiedsrichtergruppe Amberg und ein „Amberger Fassl“ für ruhigere Stunden.

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