Am Samstag um 15 Uhr ist es so weit: In der Fußball-Bezirksliga steigt die mögliche Vorentscheidung um die Meisterschaft. Tabellenführer FC Amberg (57 Punkte) empfängt Verfolger Hahnbach (53 Punkte) und kann seine Führung fünf Spieltage vor Saisonende noch einmal ausbauen. Schon vergangene Woche stand das Top-Spiel im Fokus: Aufgrund von Bauarbeiten im Stadion am Schanzl kann der FC Amberg die Partie nicht im eigenen Wohnzimmer ausrichten. Gespielt wird stattdessen beim ASV Haselmühl.
"Heimspiel": Vor- oder Nachteil?
Hahnbachs Coach Bastian Freisinger nimmt die Situation durchaus positiv auf. „Ich glaube, dass es grundsätzlich schon ein Vorteil für uns ist, weil man sich natürlich im eigenen Wohnzimmer zu Hause sehr, sehr wohlfühlt und man jede Ecke kennt“, sagt der Spielertrainer. Laut Freisinger sei Amberg im Heimstadion schon auch sehr, sehr erfolgreich gewesen. Damit hat Freisinger allerdings nur bedingt recht. Ein Blick auf die Heimtabelle der Bezirksliga zeigt: In zehn Spielen holte Amberg zu Hause „lediglich“ 24 Zähler. Auswärts ist der FC Amberg deutlicher Tabellenführer mit 33 Punkten aus 14 Spielen.
Für FC-Spielertrainer Friedrich Lieder tut der Spielort insgesamt nichts zur Sache. „Der Platz in Haselmühl soll relativ gut sein“, erklärt Lieder. Beim 35-Jährigen kommt hingegen fast eine gewisse Bolzplatz-Mentalität auf: „Am Ende ist es Fußball. Es ist ein Ball, es ist ein Platz, es sind zwei Tore. Das Spiel ist so besonders und so schön, dass es mir, ehrlich gesagt, völlig wurscht ist, wo man spielt.“ Der Coach gehe davon aus, dass seine Spieler auch ohne den vermeintlichen Heimvorteil ausreichend motiviert sein werden.
Auf zwei Akteure muss Lieder beim Spitzenspiel verzichten. Sowohl Schlussmann Marko Smodlaka als auch Stürmer Maximilian Witzel fallen aus. Für Smodlaka wird Vislan Lalayev spielen. Neuzugang und Ex-Hahnbacher Marco Seifert – drei Tore in drei Spielen – startet voraussichtlich anstelle von Witzel. Seifert sei Freisinger aus seiner Zeit in Gebenbach noch bestens bekannt, und auch die ehemaligen Hahnbacher Mitspieler wüssten durchaus, wie der Stürmer ticke.
Beim FC Amberg sorgen die Ausfälle aber keinesfalls für lange Gesichter. „Die Stimmung ist gut, natürlich freut man sich auf dieses Spiel, weil es einfach genau das ist, warum man Fußball spielt“, erklärt Lieder. Den Druck, punkten zu müssen, schieben sich beide Trainer gegenseitig zu. „Das ist für die ein Alles-oder-nichts-Spiel. Hahnbach muss dieses Spiel gewinnen, um realistisch überhaupt eine Chance zu haben. Die müssen wirklich Vollgas geben und können sich jetzt nicht erlauben, 90 Minuten zu versuchen, die Null zu halten“, lockt Lieder den Verfolger aus der Reserve. Freisinger hingegen nimmt die Situation ebenfalls nicht zu ernst. „Aus meiner Sicht macht sich Amberg den Druck selber durch die Neuzugänge, die der Verein veröffentlicht hat, und dadurch ja irgendwo auch aufsteigen muss“, betont er. Der SV Hahnbach habe hierbei weniger zu verlieren. „Wenn wir gewinnen sollten, dann ist das Rennen wieder einigermaßen offen. Wenn wir verlieren sollten, dann ändert sich grundsätzlich nichts für mich. Deswegen liegt hier der Druck für mich bei Amberg, weil sie sich den selber machen“, erklärt er.
Vorentscheidung im Titelkampf
Eines steht für Lieder allerdings fest. „Es fühlt sich schon wie eine Vorentscheidung an. Rein rechnerisch ist zwar noch alles möglich, aber für Hahnbach wäre ein Sieg von uns natürlich ein herber Rückschlag. Das könnte es für sie deutlich schwerer machen, noch einmal zurückzukommen. Sie müssten dann alle vier verbleibenden Spiele gewinnen, während wir theoretisch alle vier verlieren müssten – das ist zwar möglich, aber sehr unwahrscheinlich", analysiert Lieder.
Verfolger hoffen auf Hahnbach-Patzer
Um eine vorzeitige Entscheidung zu verhindern, weiß Freisinger, was die Gäste im Gegensatz zum 0:1 im Hinspiel besser machen müssen. „Wir müssen zum einen auf ihren Speed achten, den sie in der Offensive haben. Sie spielen dann relativ schnell in die Tiefe und haben schon eine sehr gute Geschwindigkeit“, erklärt der 27-Jährige. Freisinger appelliert besonders an die defensiven Qualitäten seines Teams. „Es geht für uns einfach darum, diese Qualität ja größtmöglich einzudämmen und ihnen möglichst wenig Zeit zu geben, diese zu entfalten.“
In der Bezirksliga Nord richtet sich der Blick an diesem Spieltag nicht nur auf das Topspiel, sondern auch auf die Verfolger. Vor allem Wernberg und SpVgg Weiden II werden genau hinschauen und auf eine Hahnbacher Niederlage hoffen, um im Aufstiegsrennen weiter Boden gutzumachen.
Die Weidener Zweitvertretung hat dabei bereits am Freitag um 19 Uhr gegen DJK Arnschwang eine Pflichtaufgabe vor der Brust, auch wenn der Gegner im Abstiegskampf dringend Punkte benötigt. Am Samstag steht für FC Raindorf um 17.15 Uhr gegen TSV Tännesberg ein wichtiges Spiel an, um den Anschluss nach oben zu halten. Im Tabellenmittelfeld kommt es um 16 Uhr zwischen FC Weiden-Ost und 1. FC Schlicht zu einem direkten Duell, während SpVgg Vohenstrauß bereits um 15.15 Uhr bei der abstiegsbedrohten SG Chambtal gefordert ist. Im Kellerduell zwischen SV Inter Bergsteig Amberg und SpVgg Schirmitz (16 Uhr) geht es schließlich für Bergsteig um enorm wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.
Am Sonntag kann dann vor allem FC Wernberg nachlegen: Um 15.15 Uhr empfängt man FC Furth im Wald und hat die große Chance, vom Ausgang im Topspiel zu profitieren. Ebenfalls noch einmal Spannung verspricht das Duell um zwischen SpVgg Pfreimd und SF Ursulapoppenricht (17 Uhr).



















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