Kommen Lockerungen für die Gesellschaft? Vielleicht auch für den Sport? "Der bayerische Fußball wartet auf die Erklärung der Politik an diesem Mittwoch", sagt Thomas Graml. Der Vorsitzende des Fußballbezirks Oberpfalz sitzt im Krisenstab des Bayerischen Fußballverbandes und schildert, wie der BFV auf mögliche Entscheidungen der Politik reagieren will. "Wir halten danach Web-Konferenzen ab. Die Vereine sollen dann zeitnah informiert werden."
Wiederaufnahme des Spielbetriebs, Fortsetzung zu einem späteren Zeitpunkt, Saisonabbruch - der BFV hat intern mehrere Szenarien durchgespielt. Unvorbereitet ist man nicht, egal, welche Optionen auf den Tisch kommen. "Es liegt an Plänen einiges in der Schublade", sagt Graml. Am Karfreitag hat der Verband zudem eine Online-Umfrage gestartet. "Wir wollen wissen, wie die Vereine zu möglichen Vorgehensweisen stehen", betont Graml.
Mehr denn je setzt der BFV in der Coronakrise auf Mitbestimmung durch seine Mitglieder. Sobald die weiteren Beschlüsse durch die Bundes- und Staatsregierung bekannt sind, sollen deshalb Regionalkonferenzen in jedem der bayerischen Fußballbezirke einberufen werden. Schon jetzt ist aber eines klar: Der Wille der Basis hat seine Grenzen. "Der bayerische Fußball wird sich weiterhin strikt an den Vorgaben der Politik orientieren müssen", betont Graml. Er selbst sei "tief betroffen" über die Folgen der Pandemie: "Ein solches Ausmaß hat sich niemand vorstellen können."
Seit Wochen zur Tatenlosigkeit verurteilt sind aber nicht nur die Fußballer. Auch andere Sportarten leiden. Zum Beispiel der Handball.
Auch der Bayerische Handballverband wartet die Telefonschalte der Politik ab und will noch diese Woche per Rundschreiben seine Klubs informieren. "Wir haben ein hohes Interesse daran, dass gleiche Entscheidungen auf allen Ebenen des Handballs in Deutschland getroffen werden", teilte der BHV kürzlich mit. Allerdings folgten die Verbände in Niedersachsen und Hessen kurzerhand einer Empfehlung des Deutschen Handballbundes und brachen die Saison vorzeitig ab. Es wird nun erwartet, dass Bayern nachzieht. Wie die Saisonwertung dann aussehen wird, ist offen. "Ich bin selbst gespannt wie ein Flitzebogen", sagt Robert Torunsky, stellvertretender Vorsitzender im Handballbezirk Ostbayern.
Im Kegeln gilt dagegen sowohl auf nationaler Ebene als auch in Bayern und im Bezirk Oberpfalz ein Dreistufenplan. In die Vollen geht es nur noch, wenn die Politik mitspielt. Plan A sieht vor, die beiden noch ausstehenden Spieltage auf Anfang/Mitte Mai zu terminieren. Wenn dieses Vorhaben nicht möglich ist, soll Plan B mit den Eckdaten Ende Mai greifen. Falls dann noch behördliche Verbote bestehen, ist Plan C das letzte Mittel: Die Saison wird nicht fortgeführt, der Tabellenstand nach dem 16. Spieltag ist maßgebend für die Wertung.
Schach mit Spielraum
Keinen Zug machen derzeit auch die Schachsportler. Stephan Stöckl, Spielleiter des Schachbezirks Oberpfalz, glaubt nicht, dass die ausstehenden Spieltage wie ursprünglich geplant im Mai absolviert werden können. "Wir richten uns nach dem, was die Regierung beschließt", betont Stöckl. Ein vorzeitiges Saisonende sei jedoch nicht angedacht, "wir haben noch etwas zeitlichen Spielraum."
Die Option einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs will sich auch der Wasserball nicht nehmen lassen. Der Deutsche Schwimmverband nennt auf seiner Homepage den 31. Mai als frühestmöglichen Termin, an dem die Deutsche Wasserball-Liga und damit auch der SV Weiden wieder durchstarten könnten.
Sorgen bei Leichtathleten
Einer Flut von Terminabsagen sieht sich derzeit die Leichtathletik ausgesetzt. Mit der Sparkassen-Gala, dem Rolf-Watter-Sportfest und dem Marathon sind die drei großen Events in Regensburg abgesagt. Eine Stufe tiefer trifft's auch Veranstaltungen wie den Halbmarathon in Amberg oder die landesoffene Bahneröffnung des SC Eschenbach. "Ich mache mir Sorgen. Das war für unsere Leichtathletiksparte die größte Jahreseinnahme", klagt SC-Organisatorin Hannelore Ott. Die rührige Funktionärin hat vorsorglich für den 12. Juni ein Abendmeeting angemeldet. "Das wurde mir vom Verband genehmigt", sagt Ott. "Aber ob wir es tatsächlich durchziehen können? Keine Ahnung." Auch Ott verfolgt mit Spannung, ob für die Leichtathletik kurz- oder mittelfristig Erleichterungen zu erwarten sind oder gar das Saisonaus droht: "Wir können leider nur abwarten."













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.