07.09.2020 - 14:55 Uhr
AmbergSport

Sportfachverbände in Bayern schlagen Alarm

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31 Verbände prangern eine Ungleichbehandlung an. Sie stellen zusammen mit dem Präsidenten des Bayerischen Turnverbandes, Alfons Hölzl, in einer Resolution Forderungen an die Politik.

Alfons Hölzl aus Regensburg ist Präsident des Bayerischen Turnverbandes und des Deutschen Turner-Bundes (DTB).
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

„Ich erachte es für grundverkehrt, zu sagen, wir warten erst mal ab und dann sehen wir, wie sich die Infektionszahlen entwickeln. Und davon machen wir abhängig, ob es weitere Lockerungen im Sport gibt“, erklärt Alfons Hölzl, Präsident des Bayerischen Turnerverbandes und des Deutschen Turnerbundes. Deswegen haben federführend er sowie Vorsitzende von 31 Sportfachverbänden in Bayern – von Basketball über Tennis bis Volleyball – am Sonntag eine Resolution an Innen- und Sportminister Joachim Herrmann geschickt. Darin drängen Hölzl und Co. darauf, dass ab dem 19. September wieder Wettkampfsport mit Zuschauern erlaubt werden soll.

„Jetzt wird es auch in Bayern – gerade im bundesweiten Vergleich – Zeit, die nächsten Schritte zu gehen. Wir kritisieren nicht das Handeln in der Vergangenheit, sondern wollen in die Zukunft schauen“, erläutert der DTB-Präsident. Denn es gebe eine „Schieflage“ zwischen den einzelnen gesellschaftlichen Bereichen: „Sport ist Kulturgut unserer Gesellschaft. Der Sport hat eine derart große Bedeutung, dass er unabhängig von weiteren Arbeitsschwerpunkten der Politik zu betrachten ist.“ Es müsse unbedingt eine Gleichbehandlung mit anderen Bereichen wie mit der Kultur erfolgen.

In der Resolution steht unter anderem, dass die Vereine massiv betroffen sind: „Weniger Neueintritte – gerade bei Kindern und Jugendlichen – sind schon jetzt signifikant feststellbar. Viele sprechen von der Gefahr der Zerstörung unserer einzigartigen Vereins- und Verbandslandschaft des organisierten Sports in Bayern.“

Denn die Politik müsse bei ihrer Entscheidungsfindung auch wissen, was den Sport belaste. Wie der organisierte Sport tickt. „Wenn wir uns nicht zu Wort melden, werden wir kein Gehör finden“, betont Hölzl. Weiter heißt es in der Resolution, dass „wir Sie auch darauf aufmerksam machen, dass die Akzeptanz der bestehenden Regelungen bei den Menschen in den Sportfachverbänden, in den Sportvereinen sowie bei den Sportlerinnen und Sportlern zunehmend schwindet. Der Grund hierfür dürfte weniger im Empfinden der Einschränkung des Lebens zu sehen sein, als vielmehr in einer gefühlten nicht mehr inhaltlich begründbaren Einschränkung und Ungleichbehandlung des Sports – gerade im Vergleich zu anderen Lebensbereichen.“

Der Präsident des Bayerischen Turnverbandes hofft, dass sich vor der nächsten Sitzung des Ministerrats am 14. September, die Gelegenheit zu einem Gespräch mit Innenminister Herrmann ergibt. Denn die 31 Fachverbände, die sich zum „Team Sport Bayern“ (TSB) zusammen geschlossen haben, vertreten rund 3,6 Millionen Sportler und Sportlerinnen.

Die Resolution wurde unter anderem auch von Herbert John (Interimspräsident Bayerischer Skiverband), Helmut Schmidbauer (Präsident Bayerischer Tennis-Verband), Harald Walter (Präsident Bayerischer Schwimmverband), Konrad Grillmeyer (Präsident Bayerischer Tischtennis-Verband), Bastian Wernthaler (Präsident Bayerischer Basketball Verband), Klaus Drauschke (Präsident Bayerischer Volleyball Verband), Manfred Werner (Präsident Bayerischer Ringerverband) und Rainer Koch (Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes) unterzeichnet.

Interview mit dem BLSV-Chef Jörg Ammon

Amberg

Jetzt wird es auch in Bayern – gerade im bundesweiten Vergleich – Zeit, die nächsten Schritte zu gehen.

DTB-Präsident Alfons Hölzl

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