12.03.2020 - 18:02 Uhr
AmbergSport

Steigt der ERSC Amberg doch noch in die Bayernliga auf?

Die Play-off-Runde um den Aufstieg in die Eishockey-Bayernliga ist wegen Coronavirus frühzeitig beendet, die entscheidenden sind Spiele abgesagt. "Jetzt schließt sich die Spekulationsrunde an", sagt Patrick Meißner.

Womöglich wird der Aufstieg in die Eishockey-Bayernliga ohne Rangelei auf dem Eis entschieden.

von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Patrick Meißner ist Geschäftsführer und Spieler der Devils Ulm/Neu-Ulm – und braucht am Freitag nicht mehr spielen. Denn ESV Buchloe gegen die Amberger Löwen, ESC Kempten gegen VfE Ulm/Neu-Ulm - diese zwei Partien sollten am Freitag, 13. März, ausgetragen werden. Die beiden Sieger wären die Aufsteiger in die Bayernliga gewesen, nachdem in den ersten beiden Begegnungen jeweils eine Mannschaft gesiegt hatte. "Das ist jetzt eine Patt-Situation, jede der vier Mannschaften hätte am Freitag gewinnen können", erklärt Georg Meißner, Vater von Patrick, und 2. Vorsitzender der Devils. Einmal hatte Kempten 5:4, gewonnen, einmal Ulm, auch 5:4.

Alle haben es verdient

Für Georg Meißner ist die Konsequenz aus diesem Patt klar: "Die fairste Lösung wäre, wenn alle vier in die Bayernliga aufsteigen würden. Von der Leistung her haben es alle verdient." Es sei außerdem schon länger gemunkelt worden, die Bayernliga von 14 auf 16 Vereine aufzustocken. Kempten, Ulm und Amberg seien alleine von der Zuschauerzahl her eine "Bereicherung für die Bayernliga", da von diesen drei Vereinen etliche Fans immer zu den Auswärtsspielen mitreisen.

Eishockey-Obmann Frank Butz vom Bayerischen Eissportverband (BEV), schickte ein erstes Signal: "Wir haben schon vorher, bevor wir den Spielbetrieb abgesagt haben, das Szenario durchdiskutiert. Uns war klar, dass Fragen kommen werden", erklärte Butz. Das sei eine außerordentliche Situation, die zur Folge hat, dass der Spielbetrieb 2020/21 anders aussehen werde. Wie, das werde bis spätestens Mitte April feststehen. "Das einzige, was ich zu diesem Thema sagen kann, ist, dass die Entscheidungen, die diese vier Vereine in der Landesliga betreffen, nicht zum Nachteil dieser Vereine sein werden", so der Eishockey-Obmann.

Er könne nur nicht vorher entscheiden, das müsse die Eishockeykommission, die aus acht Personen besteht, tun: "Das muss erst durch die Gremien. Uns hat das Ganze von der Dynamik her komplett überrascht." Butz, der aus Schnaittach bei Nürnberg stammt, war am Sonntag im Stadion am Schanzl, um das zweite Play-off-Spiel des ERSC gegen Buchloe zu sehen. "Am Montag war ich noch zu hundert Prozent sicher, dass wir die Runde zu Ende spielen", sagt Butz. Nach der Erklärung der Bayerischen Staatsregierung, Spiele mit mehr als 1000 Besuchern abzusagen, war klar: "Wir mussten handeln."

"Wir akzeptieren"

Axel Föring ist zwar auch "tief enttäuscht, dass es keine sportliche Lösung gibt. Wir hätten wahrscheinlich einen Besucherrekord gehabt. Aber was soll man machen? Wir akzeptieren es halt." Der Vorsitzende des ESV Buchloe sieht aber die Entscheidung des Bayerischen Eissport-Verbandes (BEV) als sinnvoll an, ab sofort die Saison zu beenden: "Das ist vernünftig."

Mit 16 Mannschaften?

Jetzt hofft Föring, dass man beim BEV eine schnelle Lösung findet, wie es in der kommenden Saison weitergeht. "Unser Ziel war, aufzusteigen. Das war klar formuliert. Ich persönlich rechne damit, dass es eine Arrondierung geben wird. In der Bayernliga sind es jetzt 13 Mannschaften. Mit einer ungeraden Zahl werden sie 2020/21 sicher nicht spielen. Sie werden auf 14 gehen, vielleicht auch auf 16. Wir würden uns freuen, wenn es eine Lösung gibt, wo wir als ESV Buchloe aufsteigen."

Vor allem in punkto Planungssicherheit für die Vereine wünscht sich Föring eine zeitnahe Entscheidung: "Es ist doch ein Unterschied, ob wir Bayernliga spielen, oder Landesliga."

Baldige Entscheidung erwünscht

Beim ESC Kempten ist der Tenor der gleiche, das vorzeitige Saisonende werde "zutiefst" bedauert, der Verein stehe aber voll und ganz hinter "dieser schweren Entscheidung" des Verbandes. Denn: "Zu gerne hätten wir alle ein gigantisches Spiel zwischen zwei starken Mannschaften in unserer vollen Arena erlebt".

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