26.07.2021 - 17:15 Uhr
AmbergSport

Tennis: Bayern künftig aufgeteilt in Norden und Süden

Vieles neu im Spieljahr 2022: Der Bayerische Tennis-Verband hat am Verbandstag grundlegende Strukturänderungen beschlossen. Zwei Neuerungen sollen kommen, eine davon ist schon fix.

Die künftige Einteilung Bayerns in die zwei Tennis-Regionen Nord und Süd.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

In der Geschichte des Bayerischen Tennis-Verbandes wird der 71. Ordentliche Verbandstag am 25. Juli 2021 eine besondere Rolle einnehmen, heißt es in einer Pressemitteilung des BTV. Denn die stimmberechtigten Vertreterinnen und Vertreter der Vereine, der Bezirke und des Verbandes votierten mit deutlich mehr als der benötigten Zweidrittelmehrheit für eine grundlegende Reform der BTV-Strukturen. Eine Änderung betrifft dabei die geografische Einteilung der Ligen: Die bislang sieben Tennisbezirke werden ab dem Sommer 2022 zu den beiden Regionen Nord- und Südbayern vereint.

Schwaben, Oberbayern, München und Niederbayern bilden künftig den Süden, Ober-, Mittel-, Unterfranken und die Oberpfalz den Norden. Die Regionalliga Südost bleibt, ebenso wie die Bayernliga. Zusätzlich zur bisherigen Landesliga wird es eine Landesliga II geben, darunter wird komplett neu strukturiert. Anstelle der Bezirks- und Kreisligen treten "Nordliga 1 bis X und Südliga 1 bis X", erklärt Armin Fessler, Pressesprecher des BTV. "Das gilt dann für alle Altersklassen."

Ziel: Kürzere Fahrtstrecken

Der Verband möchte damit erreichen, dass die Ligenzusammensetzung noch regionaler wird, dass die Mannschaften wenn möglich kürzere Fahrtstrecken haben werden. "Es könnte dann sein, dass man über die jetzigen Bezirksgrenzen spielt, weil es näher ist. Dann wird es auch andere Gegner geben als bisher", erklärt Fessler. Für die Vereine der Oberpfalz käme dann in Betracht, dass im Norden gelegene Vereine Richtung Oberfranken spielen, die in der Mitte eventuell nach Mittelfranken. Der BTV werde demnächst mit einer groben Einteilung der Ligen für den Sommer 2022 beginnen und sich an den jetzigen Meldungen orientieren.

Die Trennlinie zwischen Norden und dem Süden ist aber nicht endgültig fix. Mannschaften, die an den Grenzen beheimatet sind, könnten durchaus in den jeweils anderen Bereich spielen. Teams aus dem Süden der Oberpfalz hätten dann beispielsweise die Wahlmöglichkeit, sich Richtung Ober- oder Niederbayern zu orientieren.

Künftig Fünferteams?

Eine zweite Änderung für die Zukunft betrifft die Stärke der einzelnen Mannschaften. Der BTV wird ab August bei Vereinen mit bestimmten Altersgruppen eine Umfrage starten, ob sie nicht eine Umstellung auf Mannschaften mit je fünf Spielern möchten – anstelle der bisherigen Vierer- und Sechserteams. "Es wären dann fünf Einzel zu spielen und zwei Doppel. Es gibt dann immer einen Sieger, ein Unentschieden wie bei einer Vierermannschaft ist dann nicht mehr möglich", erklärt Fessler. Der BTV strebt in diesen bestimmten Altersgruppen – welche, muss noch festgelegt werden – eine Vereinheitlichung der Spieleranzahl an. "Das sind aber nur Überlegungen, die mit der Umfrage bei den Vereinen konkretisiert werden müssen", so der BTV-Pressesprecher.

„Mit der lange geplanten und nun verabschiedeten Reform schaffen wir einerseits noch professionellere Strukturen im BTV. Andererseits geben wir den ehrenamtlichen Verantwortungsträgern die Möglichkeit und den Freiraum, ihr Amt effektiv und mit angemessenem Aufwand auszuführen“, sagte BTV-Präsident Schmidbauer. Zudem könne der BTV die stetig wachsenden Anforderungen seitens der staatlichen Institutionen nun besser erfüllen. „Professionelle Strukturen sind die Grundlagen für die finanzielle Förderung durch den Deutschen Olympischen Sportbund, den Bund und den Freistaat“, so der BTV-Präsident.

Der ursprünglich für den 29. November 2020 vorgesehene 71. Ordentliche Verbandstag des BTV musste coronabedingt mehrfach verschoben werden. Angesichts der wichtigen Zukunftsthemen sah das Präsidium von einer Online-Tagung ab. „Der Dialog mit den Vereinsvertretern und die Ausübung der Basisdemokratie sind für den Erfolg der geplanten Änderungen entscheidend“, sagte BTV-Präsident Schmidbauer während seines Vortrages, in dem er auf die wesentlichen Themen der beiden vergangen Jahre einging, die stark von der Corona-Pandemie beeinflusst worden sind.

Zwei Prozent mehr Mitglieder

Zu den Highlights der Verbandsentwicklung gehörten u.a. die Inbetriebnahme der BTV-Verwaltungszentrale an der deutlich erweiterten TennisBase Oberhaching, die Etablierung von vier bayerischen Talenten in den Top-100 der Jugendweltrangliste sowie die Entwicklung einer digitalen Plattform für die Ausbildung von Trainern und Schiedsrichtern, dem BTV-Campus. Schließlich bietet auch die positive Mitgliederentwicklung Grund zur Freude: „Wir verzeichnen eine Steigerung der Mitgliederzahlen um 2 Prozent und damit erstmals seit 25 Jahren wieder ein Wachstum“, erläuterte der BTV-Präsident. Derzeit zählt der Bayerische Tennis-Verband als größter Landesverband im Deutschen Tennis Bund genau 302 952 Mitglieder.

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Hintergrund:

Bayerischer Tennisverband (BTV)

  • Mitglieder: 302 952 (aktuell)
  • Vereine: 2116
  • Mannschaften: 13 250 Mannschaften im Sommerspielbetrieb, 1 265 im Winterspielbetrieb
  • Oberpfalz Mitglieder: Ca. 22 000
  • Oberpfalz Vereine: 172
  • Oberpfalz Mannschaften: 514 Erwachsenen-Teams und 317 Jugend-Teams (Stand 2019)

 

 

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