20.05.2020 - 17:07 Uhr
AmbergSport

Tennis: Viele sind heiß auf die Spiele, für andere macht's "keinen Sinn"

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

30 Grad, die Sonne sticht, das Tennis-Einzel ist beendet. Total verschwitzt verlassen die beiden Spieler den Platz - um dann klatschnass ins Auto zu steigen, und sofort heim zu fahren. Ein Corona-Horrorszenario für manche Vereine.

Pascal Brunner sollte diese Saison an Nummer zwei beim TC Amberg am Schanzl spielen - das fällt flach. Denn die Regionalliga, die am 4. Juli begonnen hätte, wurde abgesagt.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Denn die Umkleiden sind wegen Corona geschlossen, zu essen gibt's auch nichts. Ein Drittel der Oberpfälzer Teams hat die Konsequenzen gezogen. "Eine Saison unter diesen Rahmenbedingungen macht keinen Sinn", erklärt Heiko Hauer, Vorsitzender des TC Postkeller Weiden. Er hat zusammen mit den Verantwortlichen seines Clubs entschieden und alle Mannschaften von der Medenrunde, die am 8. Juni beginnen soll, abgemeldet.

300 von 900 zurückgezogen

Wie viele andere auch: Rund 900 Teams wären zum regulären Meldeschluss in der Oberpfalz angetreten, ein Drittel - also 300 Mannschaften - haben bereits zurückgezogen, wie Thomas Heider, der Bezirkssportwart, erklärt. Nun hat der Bayerische Tennisverband (BTV) 9den Meldeschluss für die Medenrunde zum zweiten Mal verlängert. Ursprünglich war es der 17. Mai, dann der 24. Mai - und jetzt ist es vermutlich der 29. Mai.

Details noch ungeklärt

Verlängert deshalb, weil manche Rahmenbedingungen aufgrund der Coronakrise noch immer nicht geklärt sind. Womöglich darf kein Doppel gespielt werden, gibt es keine Fahrgemeinschaften zu Auswärtsspielen - das ist noch offen. Kein Beisammensein nach den Spielen, Umkleidekabinen bleiben geschlossen, Duschen ist nicht erlaubt, keine Zuschauer. Dafür werde man keine großen Anstrengungen und gesundheitliche Risiken für Verein und Spieler auf sich zu nehmen, ist der Tenor beim TC Postkeller Weiden. "Wir lassen da die Finger davon, wir gehen komplett aus der Medenrunde raus, mit allen Mannschaften", erklärt Heiko Hauer. Der Postkeller-Vorsitzende plant eher im Spätsommer "ein paar Freundschaftsspiele mit Vereinen im Umkreis." Der Verband kassiert bei einem Rückzug bis 24. Mai trotzdem Meldegebühren, zwar nur die Hälfte des üblichen Betrages, aber immerhin Geld für - nichts. "Es gibt deutlich Besseres. Man würde sich schon wünschen, dass die Meldegebühren komplett erlassen werden. Aber das ist jetzt leider so", erklärt Hauer.

Zwischen 30 und 50 Euro werden normalerweise pro Mannschaft fällig, die an der Runde teilnimmt. Je nach Alter und Spielklasse.

"Super ambitioniert"

Beim TC Amberg am Schanzl warten die Verantwortlichen noch ab. 18 Mannschaften hat der Verein gemeldet, alles ist noch offen. "Wir werden kurzfristig entscheiden. Wir haben intern eine Abfrage gemacht, die Schüler abgefragt, die Eltern abgefragt, die Kinder," sagt Trainerin Nicky Marquard von der Schanzl-Tennisbase. Viele wollen unbedingt spielen: "Unsere Schüler sind super ambitioniert, wir haben 142 neue Mitglieder. Die sind heiß."

Spaßfaktor fehlt

Wenn es aber bei den Auflagen bleibt, dass kein Doppel gespielt werden darf, dass die Umkleiden nicht genutzt werden können, dass man mit eigenen Autos fahren muss, dann sei es logistisch für die Eltern schwierig. Bei den Senioren gehe es oft um den Spaßfaktor, der nun fehle. Manche würden auch ausschließlich Doppel spielen. "Die Eltern sind motiviert, die Kinder sind motiviert. Auch einige Seniorinnen haben gesagt, dass sie gerne spielen möchten. Das ist der Tenor momentan. Aber wir müssen abwarten", erklärt Nicky Marquard.

Warten bis zur letzten Minute

Eine Mannschaft des TC am Schanzl hat bereits zurückgezogen, die Herren 55 - aber nicht Corona-bedingt. Die Damen 40 würden spielen wollen - aber nur, wenn die Doppel erlaubt sind. Warten bis zur letzten Minute, das ist die Devise beim TC Amberg am Schanzl.

"Da ist zu viel los"

Anders als in der nördlichen Oberpfalz: "Wir haben 20 Mannschaften, wir sagen alle 20 Mannschaften ab", erklärt Uwe Dressel, Tennislehrer und Vorsitzender der TG Neunkirchen. Schon vor ein paar Wochen sei dieser Schritt erfolgt. "Es ist wegen Corona nicht möglich, vernünftig ein Turnier zu spielen. Die Sicherheit auf der Anlage kann nicht gewährleistet werden. Wir haben sieben Plätze, wenn da drei Teams spielen, ist zu viel los."

Kein Wort zum Sport: Johanna Brandl

Amberg
Hintergrund:

Am 26. Mai Neues zum Wettkampfsport

Der Bayerische Tennisverband (BTV) wird die Frist für die Abmeldung von Mannschaften voraussichtlich bis 29. Mai verlängern. Hintergrund ist, dass die Bayerische Staatsregierung die Ankündigung weiterer Neuigkeiten zum Wettkampfsport um eine Woche verschoben hat. Ursprünglich sollten Details diese Woche veröffentlicht werden, jetzt steht das Datum 26. Mai im Raum, an dem Ministerpräsident Markus Söder Einzelheiten verkünden wird. Falls dann Tennis-Mannschaften, die bereits abgemeldet haben, sich anders entschließen sollten, wäre das kein Problem: "Wenn bekannt gegeben werden sollte: Es kann Doppel gespielt werden, es kann geduscht werden, es kann gegessen werden - dann kann eine Mannschaft sich wieder anmelden. Die Vereine können bis 29. Mai abmelden aber auch wieder anmelden. Das geht natürlich", erklärt Bezirkssportwart Thomas Haider.

Für Sie empfohlen

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.