24.11.2019 - 19:25 Uhr
AmbergSport

"Ich traue uns zu, dass wir in der Landesliga mitspielen können"

Nach dem 3:1-Erfolg über Detag Wernberg steht der FC Amberg auf Platz eins der Bezirksliga Nord. Trainer Karl-Heinz Wagner spricht im Interview über Ziele - und Begehrlichkeiten, die geweckt werden.

Karl-Heinz Wagner, Trainer des FC Amberg.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Begehrlichkeiten, was sie die Spieler des FC Amberg betrifft. Wagner sieht sich nicht nur als Trainer, sondern auch als "väterlicher Freund". Das hat schon einige Male geholfen.

ONETZ: Schauern Sie sich seit Samstag gerne die Tabelle der Bezirksliga Nord an?

Karl-Heinz Wagner: Ja, das ist ein herrlicher Nebeneffekt. Das war für die Mannschaft das Ziel, nach der Serie auch noch auf Platz eins zu überwintern. Es ist zwar eine ungerade Tabelle, weil Luhe-Wildenau noch zwei Nachholspiel hat und wir eines.

ONETZ: Für die Mannschaft war es das Ziel und für Sie?

Karl-Heinz Wagner: Es freut mich für die Jungs, für mich ist das eine Momentaufnahme.

ONETZ: Haben Sie zu Beginn der Saison gedacht, dass der FC Amberg als Tabellenführer in die Winterpause geht?

Karl-Heinz Wagner: Nein. Ich wusste sehr wohl, dass Potenzial in der Mannschaft ist. Aber dass wir auf Platz eins stehen, das denkt man natürlich nicht. Unser Ziel war Platz fünf plus minus. Wenn unsere zwei Stürmer, Martin Popp und Dennis Kramer, länger ausgefallen wären, dann würden wir jetzt nicht da stehen, wo wir stehen.

ONETZ: Was machen Sie im Training, dass es so gut läuft?

Karl-Heinz Wagner: Ich versuche, aus den Jungs die Stärken raus zu kitzeln. Wir trainieren sehr viele Basics, also ganz einfache Sachen. Pass-Spiele, Lösen vom Gegner, vertikal in die Räume sprinten, weil wir meistens gegen tief stehende Gegner spielen.

ONETZ: Sie haben ja eine sehr junge und schnelle Mannschaft ...

Karl-Heinz Wagner: Ja, wir üben viel Umschaltspiele. Nach Ballverlust sofort umschalten, und auch präventives Denken bei der Spieleröffnung. Also nicht dem Ball nachschauen nach dem Motto: Hoffentlich macht der was draus. Sondern sofort zwei Schritte vor zum Gegner und mitdenken. Und nach Ballgewinn schnelle Spieleröffnung.

ONETZ: Die Jungs haben auch sehr viel Selbstvertrauen?

Karl-Heinz Wagner: Ja, das kommt uns zugute. Sie haben einen brutal starken Charakter. Wenn ich an die letzten Wochen denke ... Ich habe immer mit acht, neun Feldspielern trainiert. Beide Torhüter waren verletzt, gegen Hahnbach musste der Torwarttrainer ins Tor. Jetzt gegen Wernberg war Baumgärtner wieder fit. Die Mannschaft gibt von sich aus Gas.

ONETZ: Sie hatten viele Verletzte, aber auch mit Benjamin Burger einen Neuzugang.

Karl-Heinz Wagner: Ja, ein bayernligaerfahrener Spieler, der die Jungs auch führt und als Vorbild vorne läuft. Dem macht es richtig Spaß bei uns, und das merkt man auch. Es sind momentan viele Komponenten, die gut zusammen passen.

ONETZ: Die Mannschaft ist sehr jung, Sie sind schon ein reiferer Trainer mit gewissen Alter. Erreichen Sie die Spieler? Gibt es da Probleme?

Karl-Heinz Wagner: Überhaupt nicht. Bei meiner Vorstellung habe ich gesagt: Ich bin euer Coach, ich bin auch euer väterlicher Freund. Ihr könnt zu mir mit allem kommen, auch wenn privat etwas nicht passt.

ONETZ: Wird das angenommen?

Karl-Heinz Wagner: Das haben manche schon genützt. Wenn einer mit der Freundin Probleme hat oder so. Da gebe ich halt den einen oder anderen Tipp, wie er sich verhalten soll. Ich habe ja zwei Töchter, das kommt mir dann schon zugute. Ich bin jetzt im 35. Trainerjahr, da hat man genügend Erfahrung gesammelt.

ONETZ: Thema Landesliga. Ist das ein Thema?

Karl-Heinz Wagner: Ja, das ist eines. Wir werden das in der Winterpause besprechen. Wir müssen mit der Mannschaft darüber reden. So einfach ist das nicht, das zeigt die Vergangenheit. In der Regel haben die Aufsteiger Probleme, die Klasse zu erhalten. Wenn meine Mannschaft zusammenbleibt und die eine oder andere Verstärkung für diese Liga kommen würde, dann traue ich uns schon zu, dass wir in der Landesliga mitspielen können.

ONETZ: Die Mannschaft bleibt zusammen?

Karl-Heinz Wagner: Es werden natürlich Begehrlichkeiten geweckt, das kann ich so sagen. Martin Popp ist schon von zwei Vereinen, die gar nicht so weit weg sind, angesprochen worden. Er hätte sich jetzt schon entscheiden sollen. Das hat er nicht gemacht, er will es in der Winterpause überdenken. Ich hoffe, dass er bleibt. Das wäre sonst ein herber Verlust. Ich denke auch, dass der eine oder andere auch noch angesprochen werden wird. Der Großteil der Mannschaft aber bleibt.

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