10.09.2020 - 17:09 Uhr
AmbergSport

Vereine vor Re-Start in den Amateurligen sicher: "Wir kriegen das hin"

In gut einer Woche soll es auf den Fußballplätzen wieder mit Zuschauern losgehen. Der Bayerische Fußball-Verband hat dazu ein Hygienekonzept entworfen. Detailliert ausarbeiten sollen es allerdings die jeweiligen Spielkreise.

Kein Gedränge wird es künftig in den Kabinen der Fußballer geben.
von Armin Eger Kontakt Profil

Der Trainingsbetrieb im Amateurfußball läuft schon seit längerem. Auch Testspiele waren wieder erlaubt. Nur der Re-Start im Ligabetrieb ließ auf sich warten. Dann Anfang der Woche doch das überraschende Einlenken der Bayerischen Staatsregierung. Sogar Zuschauer sind erlaubt. Das vom Bayerischen Fußball-Verband entworfene Hygienekonzept müssen aber die jeweiligen Spielkreise detailliert ausarbeiten und die Vereine dann umsetzen. Was heißt das jetzt konkret? Zwei Spielleiter und einige Verantwortliche der Vereine nehmen dazu Stellung.

Albert Kellner, Kreisspielleiter Amberg/Weiden

Viel Arbeit kommt in den nächsten Tagen noch auf Kreisspielleiter Albert Kellner zu. "Wir werden uns zusammensetzen und versuchen, für den gesamten Bezirk alles einheitlich zu regeln." Er habe in den vergangenen Tagen mit 60 Vereinen telefoniert und alle würden sich einsichtig zeigen. Was alles zu beachten und zu befolgen sei, müsse noch detailliert ausgearbeitet werden und das könne er dann erst am Wochenende sagen. Konkrete Vorgaben, wo denn zum Beispiel das Desinfektionsmittel zu stehen habe, werde man aber nicht geben.

"Wir werden die Vereine in jeder Hinsicht unterstützen und Spiele auch kostenfrei verlegen", sagt Kellner. Klar sei, dass die erste und zweite Mannschaft nicht nacheinander spielen könnten. Zwei Stunden müssten auf jeden Fall dazwischen sein, um Kabine und Dusche zu reinigen. "Wir werden zwar auch mit Rückschlägen leben müssen, aber die Vereine sind heiß und wollen wieder loslegen, deswegen werden sie alles dafür tun, dass es klappt", ist Kellner sicher.

Peter Kemnitzer, Kreisspielleiter Hof/WUN/TIR

Mit der Umsetzung des Hygienekonzepts habe er nichts zu tun. "Dafür sind die jeweiligen Gesundheitsämter zuständig", sagt Peter Kemnitzer. "Ich habe keine Sorge, dass der Spielbetrieb nicht funktioniert. Es waren ja schon Testspiele, und da wurde alles genauestens eingehalten." Was jetzt jedoch noch dazukomme, sind die Zuschauer. Aber auch da gebe es Vorschriften, wie getrennte Ein- und Ausgänge, Maskenpflicht und dass die Spieler nicht mit den Zuschauern zusammenkommen dürfen.

"Jetzt müssen wir abwarten, was der Bayerische Fußball-Verband noch für konkrete Empfehlungen vorschreibt", erklärt Kemnitzer. Er habe in seinem Spielkreis auf jeden Fall die Termine bereits bis 25. Oktober terminiert, und Verlegungen seien auch hier kostenfrei.

Ich habe keine Sorge, dass der Spielbetrieb nicht funktioniert. Es waren ja schon Testspiele, und da wurde alles genauestens eingehalten.

Peter Kemnitzer, Kreisspielleiter Hof/WUN/TIR

Peter Kemnitzer, Kreisspielleiter Hof/WUN/TIR

Stefan Kummer, DJK Ehenfeld

Bei der DJK Ehenfeld-Massenricht hätten sie sich es leicht machen können: Da einige Ehenfelder beim TuS/WE Hirschau spielen, werden auch immer wieder einige Kreisliga-Spiele auf der Ehenfelder Löschenhöhe ausgetragen. "Wir hätten natürlich alle Spiele in Hirschau austragen können, aber das wollten wir nicht", sagt DJK-Vorsitzender Stefan Kummer. Es sei wichtig, dass auch alle anderen Mannschaften zu Hause spielen. Und so müssen sie auch im Vereinsheim die Hygienemaßnahmen umsetzen. Kummer sah das gar nicht als großes Problem. "Der Bayerische Fußball-Verband hat gute Vorlagen erstellt, wir wurden auch immer auf dem Laufenden gehalten." Größere Kosten seien nicht angefallen. "Außer für Desinfektionsmittel", merkt der DJK-Chef an. Von den acht Duschköpfen dürfen wegen der Abstandsregelung nur zwei benutzt werden. Der Gast hat nach dem Spiel natürlich Vorrang unter der Dusche. Alles wird ein bisschen länger dauern. Bei der DJK ist das kein Problem, Hauptsache es wird wieder gespielt.

Daniel Grillmeier, TSV Neualbenreuth

Die Vorbereitungen würden sich in Grenzen halten, sagt Daniel Grillmeier, Coronabeauftragter des TSV Neualbenreuth (Kreisklasse Stiftland). Lediglich das Aufnehmen der Daten der Zuschauer würde etwas aufwendiger sein. "Aber wir haben nur 40 bis 50 Zuschauer, das kriegen wir hin", so der 2. Vorsitzende des Tabellenletzten. Bei den Testspielen habe sich gezeigt, dass es funktioniert, und es habe jeder für die Maßnahmen Verständnis gezeigt. Nur 11 Leute dürfen zunächst in die Kabine und 4 unter die Dusche. Zwischen den Spielen der ersten und zweiten Mannschaft müsse genügend Zeit sein, um alles zu reinigen. "Wir sind froh, dass es wieder losgeht."

Wir werden zwar auch mit Rückschlägen leben müssen, aber die Vereine sind heiß und wollen wieder loslegen, deswegen werden sie alles dafür tun, dass es klappt.

Albert Kellner, Kreisspielleiter AM/WEN

Albert Kellner, Kreisspielleiter AM/WEN

Dominic Maier, TSV Pleystein

Es sei nicht gerade leicht, alles umzusetzen, sagt der Abteilungsleiter des TSV Pleystein (Kreisklasse Ost Amberg/Weiden). "Es überrascht mich doch sehr, dass es einige gibt, die das auf die leichte Schulter nehmen." Der TSV sei in einer recht komfortablen Lage mit einem modernen Sportgelände und vier großen Kabinen, aber es sei eine Herausforderung. Dazu gehören unter anderem die Zonenverteilung der Zuschauer oder etwa die Limitierung der Spieler in den Kabinen.

"BFV-Präsident Rainer Koch redet sich leicht", sagt Maier. Da werde im Internet auf Links verwiesen und ständig müssten Hunderte neuer Seiten durchgeackert werden. "Wir sind in der Verantwortung und auch in der Haftung. Deshalb sind wir sehr überrascht von der Abstimmung. Wir haben gegen eine Klage gestimmt, waren für den Abbruch der Saison. Denn es gibt in der Ausnahmesituation noch was anderes, als jetzt mal vier Wochen Fußball zu spielen. Aber wir werden das hinbekommen", sagt Maier.

Manuel Gleißner, SG Pertolzhofen/Niedermurach

Noch keine Erfahrungen sammeln konnte die Spielgemeinschaft. "Wir hatten bisher alle Testspiele auswärts", sagt Abteilungsleiter Fußball Manuel Gleißner. "Aber es hat überall bestens geklappt. Und wir konnten sehen, wie es die anderen machen. Was jetzt natürlich noch dazu kommt, sind die Zuschauer." Am Wochenende hat die SG noch ein Testspiel zu Hause, bevor es eine Woche später mit dem ersten Heimpunktspiel losgeht.

"Wir versuchen, die Vorgaben bestmöglich umzusetzen", so Gleißner. "Wir möchten uns auch noch mit den Nachbarvereinen absprechen." Der Vorteil in Pertolzhofen sei, dass man ein weitläufiges Gelände habe. Und da der Nachbarverein Niedermurach nur vier Kilometer entfernt sei, könne sich der Abteilungsleiter vorstellen, dass die zweite Mannschaft immer auf dem Nachbargelände spielt. "Das würde alles noch weiter entzerren." In den nächsten Tagen soll "ins Detail gegangen werden und alles genau geplant werden". Aber Gleißner ist sicher: "Wir kriegen das hin."

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