24.01.2020 - 21:18 Uhr
MünchenSport

Aufstiegsdruck? Da muss 1860-Trainer Köllner schmunzeln

Wer sind die besseren Löwen? Die aus München oder die aus Braunschweig. Der bayerische Löwen-Dompteur erklärt vor dem Drittliga-Auftakt, warum er keinen Knatsch in seiner Mannschaft befürchtet und was er von Sascha Mölders hält.

Akribisch auf den Trainingsplatz: Michael Köllner bei der Arbeit an der Grünwalderstraße.
von Josef Maier Kontakt Profil

Dieser Verein lebt von seinen Extremen: Bei den Blauen gibt's nur schwarz oder weiß. Geisterte in der Vorrunde bei 1860 München noch das Abstiegsgespenst durch Giesing, so ist jetzt nach dem Schlussspurt zum Jahresende der Aufstieg in die 2. Bundesliga das Thema. Runter oder rauf, dazwischen gibt's nichts. Einer bleibt vor dem Rest-Rückrundenauftakt der 3. Liga am Sonntag (13 Uhr) zu Hause gegen Eintracht Braunschweig cool: "Es hat sich nichts verändert", sagt Michael Köllner. "Wir wollen so schnell wie möglich den Klassenerhalt schaffen." Natürlich kriegt der Coach der "Löwen" mit, wie von der ein oder anderen Seite an den Saisonzielen geschraubt wird. "Wenn im Verein jemand mit dem Aufstieg liebäugelt, dann ist das ja auch eine Bestätigung unserer Arbeit." Der Fuchsmühler sagt aber auch: "Ich fühle mich deswegen nicht unter Druck."

Seitdem Köllner und Co. Anfang November an der Grünwalderstraße arbeiten, ist der Glaube zurück. 9 Punkte aus 5 Spielen, nur 4 Punkte hinter dem Drittplatzierten. Köllner interessiert das aber wenig. "Wir haben jetzt vor allem brutal schwere Heimspiele vor der Brust", sagt er und zählt auf: Braunschweig (4.), Waldhof Mannheim (3.) und Zweitliga-Absteiger 1. FC Magdeburg. Aber der Oberpfälzer sieht sich und sein Team gerüstet: "Wir haben den Schwung aus dem letzten Jahr mitgenommen. Bisher ist alles sehr, sehr positiv." Das einwöchige Trainingslager im spanischen La Manga gab einen weiteren Schub. Der Trainingsplatz ist auch voller als gegen Ende vergangenen Jahres. Langzeitverletzte wie Quirin Moll, Nico Karger und Stefan Lex sind zurück. Der 50-jährige Coach warnt aber: "Moll und Karger waren lange verletzt. Sie werden sicherlich etwas Anlaufzeit benötigen." Aber der Trainer will sie perspektivisch heranführen. Zudem entwickeln sich einige Jung-"Löwen" sehr gut: "Da haben viele Spieler einen Sprung gemacht", lobt Köllner Dennis Dressel, Leon Klassen oder Noel Niemann. Letzterer glänzte beim 5:1-Testpielsieg gegen eine Auswahl arbeitsloser spanischer Fußballprofis mit 3 Toren. "Noel ist schnell, dynamisch und hat einen guten Torabschluss", beschreibt sein Trainer die Stärken des 20-Jährigen. "Er ist natürlich eine Option für das Braunschweig-Spiel."

Vielleicht sogar als zweite Sturmspitze neben - na klar - Sascha Mölders. Der 34-jährige Sturmtank ist der Fixpunkt in der Offensive. Und auch neben dem Platz. "Wie er die Mannschaft führt, wie er sich einbringt, davon profitieren vor allem die jungen Spieler", lobt Köllner den Vize-Kapitän. Mölders hatte ja angekündigt, am Saisonende aufhören zu wollen. Köllner spricht oft mit dem Goalgetter und ergänzt: "Ich denke schon, dass es mit ihm bei uns weitergehen könnte. Ich würde mich freuen."

Wie Köllner zu 1860 kam

Fuchsmühl

Leistung muss natürlich auch Mölders bringen. Denn durch die Rückkehr einiger Verletzten und dem Aufstieg einiger Jungen, ist der Kader üppig bestückt. Knatsch oder Unstimmigkeiten durch nicht berücksichtigte Spieler befürchtet der Trainer aus der Oberpfalz aber nicht: "Bei uns werden alle Entscheidungen begründet und sind nachvollziehbar."

Mit einem Heimsieg gegen Braunschweig am Sonntag würde die Euphorie bei 1860 weiter geschürt. Einige sind gar nicht mehr einzufangen: Präsident Robert Reisinger soll Mitte der Woche bei einem Treffen von Politikern mit "Löwen"-Herz im Landtag gesagt haben: "Mir wär's recht, wenn wir mit Herrn Köllner und seinem Team in den nächsten fünf Jahre ans Tor zur Bundesliga klopfen würden." Zur ersten Liga, wohl gemerkt. Der Oberpfälzer Trainer sagt schmunzelnd: "Die Aussagen von Herrn Reisinger zeigen die Wertschätzung in unsere bisher geleistete Arbeit." Köllner selbst denkt derzeit nur an Eintracht Braunschweig - und nicht im entferntesten an Eintracht Frankfurt.

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