07.06.2021 - 18:00 Uhr
BayernSport

Saisonstart im Amateurfußball: Diese Saison-Modelle stehen zur Debatte

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Wie soll die neue Spielzeit im Amateurfußball über die Bühne gehen? Der BFV hat nun drei mögliche Modelle für die Bayern- und Landesligen vorgestellt. In den unteren Ligen der Oberpfalz geht es dagegen so weiter wie bisher. Vorerst.

In der neuen Bayernliga-Saison wird es wieder Derbys zwischen der DJK Gebenbach und DJK Ammerthal geben. Die Frage ist nur: In welchem Modus werden die Spiele ausgetragen? Für die bayerischen Verbandsligen stehen unterschiedliche Modelle zur Diskussion.
von Florian Bindl Kontakt Profil

Mitte Juli, so der Plan, soll der Anstoß für die neue Saison im bayerischen Amateurfußball erfolgen. Nachdem Corona die vergangene Spielzeit völlig durcheinandergewirbelt hat und am Ende die Quotientenregel über Auf- und Abstiege entscheiden musste, soll nun wieder Ordnung einkehren. Aber: Nach welchem Modell in den Verbandsligen gespielt werden soll, steht noch nicht fest. Bis zu diesem Dienstag, heißt es, dürfen die bayerischen Landes- und Bayernligisten über ihr favorisiertes Modell abstimmen. Klar ist bislang nur, dass die reguläre Saison im nächsten Mai ihr Ende finden soll. Der Weg dahin liegt in den Händen der Vereine. Möglichst flexibel soll es ein, um auf eventuelle Corona-Querelen reagieren zu können. Drei Optionen stellt der Bayerische Fußball-Verband (BFV) zur Auswahl. Eine Übersicht für die Bayern- und Landesligen.

  • Modell 1: Es geht weiter wie vor der Pandemie. Die Ligen, teils mit 18, teils mit 19 Mannschaften, spielen die Saison in Hin- und Rückspielen aus. Das bedeutet: 34 bis 36 Spieltage.
  • Modell 2: Die Ligen werden in zwei Gruppen aufgeteilt - möglichst nach Region. In jeder Gruppe spielen neun Mannschaften. Bis zur Winterpause tragen die beiden Gruppen Hin- und Rückspiele aus. Im Frühjahr spielen die jeweils besten vier Teams der beiden Gruppen in Hin- und Rückspielen gegeneinander: die Meisterrunde. Die Mannschaften auf den Plätzen fünf bis neun spielen die Abstiegs-Qualifikationsrunde aus. Allerdings finden in beiden Runden nun keine Partien mehr gegen Teams aus der eigenen Herbst-Gruppe statt. Entscheidend: In diesem Modell nehmen die Vereine nur die Punkte mit ins Frühjahr, die sie gegen Teams erzielt haben, die in dieselbe Folgerunde eingezogen sind. Punkte, die ein Meisterrunden-Team also gegen eine Mannschaft in der Abstiegsrunde geholt hat, verfallen - und umgekehrt. So ergeben sich insgesamt 24 (bei Meisterrunde) oder 26 (bei Abstiegsrunde) Saisonspiele.
  • Modell 3: Wie in Modell 2 wird in einer zweigeteilten Liga gespielt. Wieder treffen nach dem Winter nur noch die vier punktstärksten Teams der beiden Gruppen in einer Meisterrunde aufeinander. Die schwächeren Teams finden sich in einer Abstiegsrunde zusammen. Bei dieser Variante würden die Teams nun aber alle in Hin- und Rückspielen gegeneinander antreten - unabhängig davon, in welcher Gruppe sie zuvor waren. Außerdem nehmen die Teams je nach Platzierung in den Gruppen Punkte in die Frühjahrsrunde mit. Am Beispiel der Landesliga Mitte sieht der BFV folgende Punktmitnahme vor: Platz 1: sechs Punkte und absteigend bis zu Platz 4: drei Punkte. Für die Abstiegsrunde erhält Platz 5 fünf Punkte und absteigend bis zu Platz 8: zwei Punkte. Der Letzte bekommt keinen Punkt für die Frühjahrsrunde gutgeschrieben. Die tatsächlich bis zum Winter erzielten Punkte verfallen. So ergeben sich insgesamt 30 (Meisterrunde) oder 34 (Abstiegsrunde) Saisonspiele.

Ist es den Ligen überlassen, jeweils ihr eigenes Modell zu wählen, kann es freilich passieren, dass zwei Ligen gleicher Spielklasse in unterschiedlichen Systemen spielen. Konkret: Dass etwa die Bayernliga Süd ein anderes Modell spielt als die Bayernliga Nord. Je nach Modell bestreiten die Teams dann unterschiedlich viele Saisonspiele. Wäre das ein Problem? Nein, glaubt Thomas Graml, Vorsitzender des Fußballbezirks Oberpfalz. "Letztendlich geht es darum, am Ende zu einem Ergebnis zu kommen." Und das sei schließlich bei allen Modellen der Fall.

In seinem Fußballbezirk, so viel lässt er durchblicken, würden aber die neuen Varianten, also Modell 2 und 3, nicht so positiv gesehen. "Wir hätten eher Varianten ausgesucht, in denen es kaum weniger Spiele gibt als bei einer normalen Saison, man aber variabler in der Termingestaltung ist." Wie die Stimmungslage derzeit in den Mannschaften ist, welche Präferenzen es also an der Basis zu den Modellen gibt, das sei schwer einzuschätzen. "Ich habe den Eindruck, dass die Vereine sagen: Lasst uns doch eine ganz normale Saison spielen."

Zunächst einmal stehen die drei Modelle aber ohnehin nur in den Bayern- und Landesligen zur Debatte und nicht auf Bezirks- und Kreisebene "Aktuell ist keine Abstimmung geplant", sagt Graml. Am Wochenende findet zumindest eine Bezirksspielausschuss-Sitzung statt. Die Modelle für die kommende Saison stehen aber nicht auf der Tagesordnung. Denn: Wie Bezirksspielleiter Christian Wolfram bestätigt, werde die kommende Spielzeit auf Bezirks- und Kreisebene noch im Modell 1 ausgespielt, also alles beim Alten. In so kurzer Zeit über ein neues Saisonmodell zu entscheiden, komme für ihn nicht infrage. "Wir setzen uns im Winter zusammen, die verschiedenen Varianten sind für uns erst ab der übernächsten Saison Optionen." Dann hätten die Vereine mehr Zeit, sich mit dem Thema zu befassen.

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