Es ist noch nicht vorbei: „Ein Pünktchen brauchen wir zur Sicherheit noch“, sagt Dennis Lippert. Am Samstag kommt zwar der Spitzenreiter der Fußball-Regionalliga Bayern, der 1. FC Nürnberg II, zum letzten Heimspiel der Saison ins Hans-Walter-Wild-Stadion, aber bei den Oberfranken ist man optimistisch, dass sie auch nächste Saison in der Viertklassigkeit spielen.
Dann wäre eine wahrlich turbulente Saison doch noch einigermaßen gut zu Ende gegangen. „Vor allem an jüngeren Spielern gehen solche Situationen nicht so einfach vorüber“, vermutet Lippert, der mit seinen 30 Jahren zu den Routiniers zählt. Jede Menge Schulden, drohende Insolvenz, sportliche Krisen, Geschäftsführerwechsel und die angekündigte Umstellung von Profi- auf Amateurfußballbetrieb: Gibt es etwas, was nicht für Unruhe hätte sorgen können? Der Traditionsklub aus Oberfranken sorgte für Schlagzeilen. Und dennoch sagt Lippert: „Dieser Verein ist mir so richtig ans Herz gewachsen.“
Offiziell Amateurfußball
Von 2020 bis 2023 – nach seiner fußballerischen Ausbildung beim 1. FC Nürnberg – spielte der gebürtige Weidener schon für die Bayreuther, stieg mit der „Altstadt“ 2022 sogar in die 3. Liga auf. Nach dem postwendenden Abstieg spielte der Oberpfälzer ein Jahr beim FC Homburg. Vor knapp zwei Jahren kehrte er wieder zur SpVgg zurück. Obwohl jetzt in Bayreuth offiziell wieder Amateurfußball gespielt wird, hat Lippert jetzt seinen Vertrag verlängert. Wie der Kader kommende Saison aussehen werde, könne man noch nicht sagen, meint der Linksverteidiger, da würden derzeit Gespräche laufen. Er kann sich aber durchaus vorstellen, dass einige jüngere Spieler, die noch Profiambitionen hätten, den Verein verlassen werden.
Für ihn war das eigentlich kein Thema. „Es hat schon die eine oder andere Anfrage gegeben“, bestätigt Lippert, der im besten Fußballeralter ist, entsprechende Gerüchte. „Aber da hätte ich wieder umziehen müssen. In Bayreuth kenne ich alles, ich mag die Stadt.“ Zudem schaut er sich derzeit auch intensiv um, um auszuloten, was er neben dem Fußball beruflich machen wolle. „Ich habe mir schon ein paar Sachen angeschaut“, erzählt er. Künftig fährt er zweigleisig.
Eine Einheit fällt weg
Der Trainings- und Spielbetrieb wird aber in der kommenden Saison nur wenig intensiver sein. „Einmal in der Woche haben wir bisher zweimal am Tag trainiert, da fällt jetzt eine Einheit weg“, sagt er. Die Trainingstermine werden in den Abend verlagert. Bei all den Veränderungen hat man das Gefühl, dieser Verein braucht etwas Pause, muss sich wieder sammeln. Aber nicht nur Lippert sieht hier weiter Entwicklungspotenzial.
Wie wichtig der Weidener ist, zeigt auch, dass die Verantwortlichen mit Lippert und Edin Schwarz als Erstes mit zwei der renommiertesten Kräfte verlängerten. Der 31-jährige Schwarz, in der Innenverteidigung zu Hause, spielt bereits seit acht Jahren für die Bayreuther. Das solle sicherlich auch für andere Spieler eine Signalwirkung haben, den neuen Weg mitzugehen, meint Lippert: „Ich bin gespannt, wer bleibt.“











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