30.11.2020 - 17:44 Uhr
Deutschland und die WeltSport

Kommentar: Joachim Löw bleibt – die heuchlerische Debatte um den Bundestrainer

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Am Freitag sollte die große Aussprache erfolgen, am Montag wurde im DFB-Hinterzimmer schon beschlossen: Der Bundestrainer bleibt. Joachim Löw kann beim DFB mittlerweile machen, was er will, meint unser Sportredakteur Josef Maier.

Joachim Löw hat wieder gut lachen: Er bleibt Bundestrainer.
von Josef Maier Kontakt Profil
Kommentar

Das Vertrauen ist unerschütterlich. Da kann selbst eine der größten Blamagen in der deutschen Länderspiel-Geschichte nichts daran ändern. Joachim Löw brauchte am Montag nicht lange, um die DFB-Granden zu überzeugen. Eine große Aufarbeitung war angekündigt worden, knallharte Nachfragen sollte es geben, und alles ohnehin hinterfragt werden. Wenn das alles so gewesen ist, dann hat der DFB die Inventur in Rekordzeit vorgenommen.

Man mag es nennen, wie man will: Pseudo-Debatte, Phantom-Debatte oder einfach heuchlerische Debatte. Es war von vorneherein klar, dass der Bundestrainer weitermachen darf.

Auch, weil sich Jogi des Rückhalts der Experten, nicht nur von denen beim Verband, sicher sein konnte. Schon am Tag nach dem 0:6 von Sevilla hatten doch die meisten gesagt, die ganze Geschichte werde ohnehin viel zu hochgehängt. Kann doch mal passieren, war die nahezu einhellige Meinung in den Chefetagen der Profivereine. Der Weg ist weiter der richtige, hieß es da etwa von Rudi Völler über Fredi Bobic bis Max Eberl. Ex-Spieler wie Per Mertesacker und Benedikt Höwedes konnten nur Gutes über ihren einstigen Chef berichten. Freilich, ein bisschen Erfahrung á la Müller oder Hummels könne nicht schaden, aber: Der Jogi, der packt das ganz sicher.

Auch im ach so professionellen und knallharten Fußballgeschäft hackt natürlich eine Krähe der anderen kein Auge aus. Sie laufen sich ja auch immer wieder über den Weg. Dann lieber mal den Ball flachhalten, als die verbale Grätsche auszupacken.

Ein weiterer Kommentar zur Debatte um den Bundestrainer

Weiden in der Oberpfalz

Klar ist, dass das Fußball-Fußvolk total danebenliegen muss. Die Medien, die nur Schlagzeilen wollen, und auch der Fan, ohne dessen Interesse keine lukrativen Fernsehverträge abgeschlossen werden könnten, und ohne den es keine Millionengehälter gäbe. Die kommen schon wieder, wenn es um etwas gehe, hatte Löw vor der Spanien-Pleite von oben herab kundgetan. Dabei meinten 94 Prozent der befragten Fans nach dem 0:6 bei einer Kicker-Umfrage, es sei nun wirklich genug mit Löw. Wen interessiert's ...

Alles gut, dieses halbe Dutzend von Sevilla hat nur einen Kratzer hinterlassen, der zwar heftig schmerzte, aber wieder gut verheilt. "Doktor" Löw macht das schon. Interessant wäre zu wissen, ob Völler und Co. sich genauso äußern würden, wenn es in ihren Klubs mehr als zwei Jahre lang Stagnation gäbe und sich ihr Team aufs Übelste blamiert? War ja nur ne Frage ...

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