München
03.03.2021 - 16:21 Uhr

Doppelte Vereinspauschale und vage Öffnungsperspektive

Bayerns Sportverein leiden wegen Corona unter Mitgliederschwund und leeren Kassen. Innenminister Herrmann will mit erhöhten Zuschüssen und einer Öffnungsperspektive für das Frühjahr helfen.

Wann dürfen bayerische Amateursportler wieder gemeinsam trainieren? Eine konkrete Antwort blieb Innenminister Joachim Herrmann in seiner Öffnungsperspektive schuldig. Archivbild: Andreas Brückmann
Wann dürfen bayerische Amateursportler wieder gemeinsam trainieren? Eine konkrete Antwort blieb Innenminister Joachim Herrmann in seiner Öffnungsperspektive schuldig.

Die bayerischen Sportvereine werden vom Freistaat auch heuer wieder die doppelte Vereinspauschale überwiesen bekommen. Das kündigte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) im Innenausschuss des Landtags an. Ein entsprechender Beschluss soll am Donnerstag im Ministerrat gefasst werden, danach braucht es noch die Zustimmung des Landtags. "Wir wissen, dass die Verdoppelung der Vereinspauschale nicht alle Probleme löst, aber sie ist sehr hilfreich", sagte Herrmann. Landesweit sollen damit wieder 40 Millionen Euro ausbezahlt werden.

Der Freistaat reagiert mit der Zahlung auf die Einnahmeausfälle der Sportvereine, die wegen Corona unter Mitgliederschwund leiden und keine Veranstaltungen durchführen dürfen. Nach einer Hochrechnung des Landessportverbandes haben die Vereine im vergangenen Jahr rund 200.000 Mitglieder verloren, die Mindereinnahmen sollen sich auf 450 Millionen Euro summieren. Die Daten wurden allerdings nicht repräsentativ erhoben. Herrmann kündigte zahlreiche Erleichterungen bei der Antragsstellung an. Berechnungsgrundlage seien zudem die günstigeren Vereinsdaten des Jahres 2019.

Herrmann betonte, dass es im Frühjahr zu einer "Wiederbelebung des Vereinssports in Bayern" kommen müsse. Dies könne allerdings aus Gründen des Infektionsschutzes nur schrittweise erfolgen. Erste Lockerungen könne er sich für kontaktfreie Sportarten unter freiem Himmel vorstellen. Zudem wolle er im Vereinssport unter Einhaltung von Schutz- und Hygienekonzepten erweiterte Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche erreichen. Das werde aber nur mit einer regionalen Staffelung möglich sein. "Es ist klar, dass bei einer Inzidenz unter 35 mehr möglich sein wird, als bei einer über 200", sagte Herrmann.

Amateurfußball will endlich wieder trainieren

Nach Ansicht des Ministers muss der Breitensport bei den nächsten Öffnungsschritten prioritär berücksichtigt werden. "Sport hat neben dem Spaßfaktor auch eine gesundheitliche Bedeutung", hob er hervor. Fitte und trainierte Menschen hätten bessere Chancen, eine Corona-Infektion ohne schwerwiegendere Folgen zu überstehen. Man brauche den Sport für Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt. "Deshalb liegt uns daran, dass die Vereine jetzt nicht reihenweise finanziell den Bach runtergehen", sagte Herrmann.

 
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