Ebermannsdorf
26.02.2025 - 11:44 Uhr
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Das Däbritz-Heimspiel in Nürnberg: Auch mit Sara kam die Wende

Die deutschen Fußballfrauen liefern gegen Österreich in der Nations-League zwei grundverschiedene Halbzeiten ab. Das hat viel mit Sara Däbritz zu tun. Die Ebermannsdorferin von Olympique Lyon bekam Lob von höchster und zweithöchster Stelle.

Nach Abpfiff war noch lange nicht Schluss: Wie sie zuvor auf dem Spielfeld mit wachem Auge ihre Mitspielerinnen gesucht hatte, so durchleuchtete Sara Däbritz nachher die Haupttribüne und wurde fündig. Die Familie und etliche Freundinnen und Freunde waren am Dienstagabend aus Ebermannsdorf und Amberg schnell nach Nürnberg rübergekommen, um ihre Sara zu sehen. Und sie sahen, dass Däbritz wieder voll dabei ist. Die Oberpfälzerin war eine der auffälligsten Spielerinnen der DFB-Elf beim 4:1 (1:1) in der Nations-League gegen Österreich.

Dabei hatte die Oberpfälzerin nur in der zweiten Hälfte gespielt, doch mit ihr und der ebenfalls eingewechselten Linda Dallmann kam die Wende. Der DFB hatte Däbritz nach dem Spiel dieses Mal nicht in die Interview-Zone geschickt, dafür sprachen andere über sie. Zunächst kam das Lob von zweithöchster Stelle: „Mit Sara ist super Stabilität reingekommen“, sagte Kapitänin Giulia Gwinn. „Die Zweikampfführung war fortan ganz anders. Und Linda ist um sie so rumgewuselt.“ D und D, Däbritz und Dallmann, beide mittlerweile 30 Jahre alt – die beiden Routiniers im Team hatten dem deutschen Spiel eine ganz andere Statik gegeben. Deswegen gab es natürlich auch Lob von höchster Stelle: „Die eingewechselten Spielerinnen waren sofort da und haben die Mannschaft mitgezogen“, freute sich Bundestrainer Christian Wück über seine beiden ersten Joker zur Pause, die richtig stachen.

Premieren bei Länderspieltoren

Für Dallmann war ihr Auftritt und der von Däbritz jetzt keine große Überraschung: „Der Auftrag an Sara und mich war, Sicherheit zu geben und die Bälle gut zu verteilen. Wir haben etwas mehr Erfahrung auf dem Buckel, da wir solche Spiele kennen.“ Auftrag erfüllt, fortan konnte sich das DFB-Team – in der Mitte stabilisiert – dem Toreschießen widmen. Zunächst traf Dallmann selbst zum 2:1 (56.) Dann stachen auch die Joker drei und vier, Giovanna Hoffmann (70.) und Vivien Endemann (82.), mit ihren jeweils ersten Länderspieltoren.

Zunächst ein „Nackenklatscher“

Die erste Halbzeit war dagegen vor den knapp 15000 Zuschauern im Max-Morlock-Stadion genauso grau in grau und trist wie das Wetter in Nürnberg an diesem Abend. „Wir brauchen anscheinend immer diesen Nackenklatscher“, umschrieb Gwinn den frühen Rückstand etwas ungewöhnlich. Nach drei Minuten marschierten die Österreicherinnen locker durch die deutsche Abwehr. Annabel Schasching traf mühelos zur Gästeführung, der Ausgleich kurz vor der Pause durch Laura Freigang konnte die ersten 45 DFB-Minuten auch nicht schönfärben. „Wir haben wenig Leidenschaft und Intensität auf dem Platz gezeigt“, schimpfte Wück. Schon am Freitag beim 2:2 in den Niederlanden war die deutsche Elf durch Abwehrnachlässigkeiten aufgefallen. Und Wück lederte weiter: „Heute waren wir schon sehr, sehr blauäugig in den Zweikämpfen.“

Keine Olympischen Spiele

Mit Däbritz und Dallmann wurden die Zweikämpfe anders geführt. Vor allem Däbritz ist nach dem verkorksten Jahr 2024 wieder voll auf Touren. Nach ihrer Knöcheloperation vor knapp einem Jahr hatte die Freundin von Vilzing-Spieler Lukas Dotzler auch die Olympischen Spiele verpasst. Gegen Ende des Jahres war sie im Länderspiel gegen England wieder zurückgekommen. Mit ihrem Verein Olympique Lyon läuft es für die Ebermannsdorferin derzeit auch bestens. Die Kickerinnen aus der Stadt am Zusammenfluss von Rhône und Saône liegen in der französischen Liga auf Platz eins. Es dürfte keine Frage sein, dass die Oberpfälzerin auch im EM-Aufgebot für die Titelkämpfe im Juli in der Schweiz stehen wird.

Dann werden noch einige Länderspiele zu den bisherigen 106 dazukommen. 18 Tore hat sie bisher im Nationaltrikot geschossen. Gegen Österreich arbeitete sie kurz vor Schluss an Tor Nummer 19. Der Ball ging ganz knapp über den Kasten. Aber Däbritz hat ohnehin andere Aufgaben – sofort funktionieren, wenn es losgeht.

Info:

Zur Person: Sara Däbritz

  • Geboren am 15. Februar 1995 in Amberg, aufgewachsen in Ebermannsdorf
  • Stationen im Juniorinnenbereich:
    SpVgg Ebermannsdorf
    bis 2010 JFG Vilstal
    2010–2012 SpVgg Weiden 2010
    ab 2012 SC Freiburg
  • Stationen im Profibereich:
    2012–2015 SC Freiburg 69 Spiele (7 Tore)
    2015–2019 FC Bayern München 80 (31)
    2019–2022 Paris Saint-Germain 45 (15)
    2022– Olympique Lyon 28 (12)
  • 106 Länderspiele (18 Tore)
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