Nach Berichten über eine angebliche Einflussnahme von US-Präsident Donald Trump bei der Rot-Sperre des amerikanischen Stürmers Folarin Balogun hat der frühere FIFA-Präsident Joseph Blatter (90) den Weg des Weltverbandes kritisiert. „Rote Karten werden nicht durch politische Telefonanrufe aufgehoben. Sie werden auf der Grundlage von Regeln, Beweisen und durch unabhängige Gremien revidiert. Wenn ein US-Präsident beim FIFA-Präsidenten interveniert - und ein Spieler plötzlich vor einem K.-o.-Spiel der Weltmeisterschaft freigesprochen wird -, stellt sich unweigerlich die Frage: Quo vadis, FIFA?“, schrieb Blatter bei X.
https://x.com/SeppBlatter/status/2074022159916130658?s=20
Blatter: Das darf niemals passieren
„Der Fußball darf niemals zum Spielball politischer Machtinteressen werden“, führte der langjährige FIFA-Präsident vor dem WM-Achtelfinale zwischen den USA und Belgien aus.
Der Fußball-Weltverband FIFA hatte die Rot-Sperre von US-Torjäger Folarin Balogun aufgehoben. Der 25-Jährige hatte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte gesehen, nachdem er unabsichtlich auf dem Knöchel seines Gegners Tarik Muharemovic gelandet war. Laut übereinstimmenden Medienberichten soll Trump bei FIFA-Boss Gianni Infantino angerufen und Druck ausgeübt haben, die Sperre zu überprüfen.
Chancen steigen durch Balogun-Einsatzchance
Die überraschende Entscheidung hatte international viel Kritik und zahlreiche Fragen aufgeworfen. Die Chancen der Amerikaner auf den Viertelfinal-Einzug steigen durch die Möglichkeit, den besten Stürmer des Teams doch einsetzen zu können. Nach dem Aus von Kanada (gegen Marokko) und Mexiko (gegen England) will der dritte WM-Gastgeber unbedingt im Turnier bleiben. Die Entscheidung fällt in der Nacht zum Dienstag (2.00 Uhr/ARD und Magenta TV). Es wäre für die Amerikaner der erste Viertelfinal-Einzug seit der Weltmeisterschaft 2002.
© dpa-infocom, dpa:260706-930-339903/1















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