01.03.2021 - 18:57 Uhr
St. Ötzen bei FlossenbürgSport

Erics WM-Winter: Mit der Schere zum Sieg gegen die Norweger

Noch stehen für die Kombinierer zwei Entscheidungen bei der WM in Oberstdorf an. Eric Frenzel und seine Kollegen haben eine Idee, wie es doch noch was mit Gold wird.

Eric Frenzel.

Noch am Sonntagabend setzten nach dem Staffelsilber bei einer kleinen Runde im Hotel die ersten Diskussionen ein, welche wissenschaftlichen und halbwissenschaftlichen Maßnahmen hinsichtlich der noch ausstehenden Wettkämpfe ergriffen werden könnten, um die Norweger zu schlagen.

Björn Kircheisen brachte sich dabei ungewollt als Vorlagengeber ein, als er aus seinem Wohnort Aschau am Chiemsee neben der Gratulation per Whatsapp bemerkte, dass wir wohl die langhaarigste deutsche Kombi-Staffel der Geschichte gewesen seien. Dies war eine Anspielung darauf, dass wir durch die coronabedingten Schließungen der Friseurgeschäfte neben den guten Sprung-und Laufleistungen auch durch wallende Haarpracht aufgefallen seien. Ich hatte schon vorher festgestellt, dass die Norweger sehr kurzhaarig unterwegs waren. Mehrheitlich waren wir der Auffassung, dass längere Haare grundsätzlich mehr Windwiderstand nach sich ziehen müssten und sich die Norweger entscheidende Meter und Sekunden auf der Schanze und in der Loipe allein durch ein paar Zentimeter kürzere Haare sozusagen „erschnitten“ hätten. Mehrheitlich beschlossen wir, einen der Assistenztrainer zu beauftragen zu recherchieren, ob in Norwegen während der Pandemie die Friseursalons geöffnet waren. Und wenn nicht, ob es Verstöße gab, etwa durch das heimliche Stylen von windschnittigen Frisuren.

Eric Frenzel hat noch große Ziele

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Die Kolumne mit Eric Frenzel

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Die Verschwörungstheoretiker rund um den Bundestrainer bekamen sofort Oberwasser, weil ihnen schon immer klar gewesen war, dass norwegische Siege nicht ohne etwas Verbotenes oder Widriges entstehen könnten. Welche Maßnahmen wären nun zu ergreifen angesichts des neuen Erkenntnisstandes? Sich ausschließlich mit der Zukunft zu beschäftigen, als in der Vergangenheit zu wühlen, war dann schließlich auch mehrheitsfähig. Mit dem Ergebnis, dass der Assistenztrainer sich dann doch lieber damit zu beschäftigen solle, wie die deutsche Mannschaft ordentliche WM-Frisuren bekommen könnte.

Am späten Abend war dann mit der äußerst umsichtig agierenden Hotelleitung geklärt, dass am nächsten Morgen eine mobile Friseurdienstleistung im Hotel in Anspruch genommen werden könne. Dies natürlich im Rahmen aller Sicherheitsbestimmungen mit Maske und Abstand. Erleichtert nahm ich meinen Termin für meinen persönlichen Haarschnitt um 10. 30 Uhr entgegen. Einstimmig votierten wir dann noch dafür, dass die Friseurdienstleistung durch eine weibliche Hand zu erfolgen hätte, ohne richtigen Grund, einfach so aus Intuition, und weil es gut tut.

Nachdem ich mich für eine “Vier Meter weiter und drei Sekunden schneller“-Schnittvorlage entschieden hatte und diese von der besagten Hand professionell umgesetzt wurde, ging ich in dem Bewusstsein zum Mittagessen, dass die norwegische Siegesserie nunmehr ganz sicher der Geschichte angehören würde.

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