23.06.2020 - 17:44 Uhr
St. Ötzen bei FlossenbürgSport

Eric Frenzel: Nach Olympia muss noch nicht Schluss sein

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Fast alles ist anders in Coronazeiten - auch für Eric Frenzel. Er freute sich da über viel Zeit mit der Familie in der Oberpfalz. Eines ist aber wie immer: sein Ehrgeiz. Gut möglich, dass die Karriere des Kombinierers noch länger dauert.

Eric Frenzel in seinem Trainingshaus im Flossenbürger Ortsteil St. Ötzen. In der Coronazeit trainierte er hier viel oder war im Kreis Neustadt/WM auf Skirollern oder dem Rad unterwegs.
von Josef Maier Kontakt Profil

Da muss dann der Papa ran. "Mathe bleibt immer an mir hängen", sagt Eric Frenzel und lacht. Auch im Hause Frenzel war "Homeschooling" in Coronazeiten ein wichtiges Thema. "Meine Frau Laura hat mir da schon sehr viel abgenommen", sagt der Sportler, aber wenn sein ältester Sohn Philipp, der die siebte Klasse am Gymnasium Neustadt/WN besucht, Fragen zu Algebra oder Geometrie hatte, war der Papa gefragt. "Ja, das funktioniert noch", antwortet Frenzel auf die Frage, ob er in Sachen Mathematik noch firm sei. "Ich habe ja in meinem Wirtschaftsingenieur-Studium Mathe." Das "Lernen zu Hause" machte ihm dabei eines klar: "Ich ziehe vor jedem den Hut, der so etwas auch noch neben seiner täglichen Arbeit leisten muss."

Trainingshaus im Garten

Seit Mai läuft mittlerweile die Vorbereitung auf die neue Weltcup-Saison. Beim Grundlagentraining gibt es kaum Einschränkungen. "Wir als Einzelsportler haben es da einfacher", sagt der Wahl-Oberpfälzer. Laufen, Radeln, Skirollern - das geht in und um Flossenbürg herum bestens. "Ich konnte auch in meinem Trainingshaus im Garten viel machen", erzählt der Kombinierer. Dort hat er sich vergangenes Jahr eine Anlage mit vielen Geräten samt Sauna hingestellt.

Zwei Trainingsmaßnahmen mit dem Team des Deutschen Skiverbandes in Berchtesgaden und der Ramsau hat er auch schon hinter sich. Mittlerweile läuft auch schon wieder das Sprungtraining an. Kleinere Corona-Einschränkungen hat er nur bei Leistungstests ausgemacht, wenn die Trainer und Betreuer Masken und Handschuhe tragen. "Bei den hygienischen Maßnahmen merkt man es schon", sagt Frenzel.

Noch stehen die Kombinierer am Anfang der Vorbereitung, aber der Blick geht auch bei Frenzel schon Richtung Winter. "Wie die Wettkämpfe stattfinden, steht in den Sternen." Der letzte Weltcup im März, am Holmenkollen in Oslo, war schon ein Geister-Weltcup. "Das war ein subtiles Bild, einfach komisch." Frenzel hat immer noch die menschenleere Betontribüne, auf der normalerweise die Skifans ohne Ende feiern, beim Zieleinlauf im Kopf. So etwas will er nicht noch einmal erleben.

Aber auch er weiß, dass solche Szenarien erneut drohen könnten. Auch die Heim-WM Ende Februar/Anfang März 2021 könnte auf der Kippe stehen, munkeln manche. Frenzel mag sich damit noch nicht beschäftigen: "Da verwende ich noch keine Energie drauf. Wenn verschoben wird, ist es so."

Sommer-Interview 2019 mit Eric Frenzel

Flossenbürg

Eine schöne Zeit zu Hause

Es war in diesem Jahr eine etwas andere Erholung für den dreifachen Olympiasieger nach einer kräftezehrenden Weltcup-Saison. Der eigentlich obligatorische Urlaub im April - gestrichen wegen der Corona-Pandemie. Und so blieben sie allesamt zu Hause im Flossenbürger Ortsteil St. Ötzen. "Wir haben uns strikt an die Regeln gehalten, hatten wenig Kontakte." Auch nicht zu Erics Eltern, die im Erzgebirge leben. Eric, Laura, Philipp, Leopold und die kleine Emma genossen die gemeinsame Zeit. "Ich muss nicht ständig auf Achse sein", meint der 31-Jährige, der so ein Gefühl bisher nicht kannte: "Ich glaube, ich war in meiner Karriere noch nie so lange am Stück zu Hause."

Frenzels Empfang in Flossenbürg nach Olympia 2018

Nicht nur mitlaufen

Für Frenzel selbst ist immer noch Olympia 2022 in Peking das große Ziel. Es wären seine vierten Spiele, damit würde er auch im deutschen Sport-Olymp weiter nach oben klettern. Er hat grob geplant, nach den Spielen in der chinesischen Hauptstadt aufzuhören, aber da ist noch sein Ehrgeiz. "Erst will ich zu Olympia, und dann entscheide ich, was kommt", lässt er Raum für Spekulationen. Wenn er dann weiter absolut wettbewerbsfähig sei, könne er sich auch eine Fortsetzung seiner Karriere vorstellen. "Es geht da nicht einfach ums mithalten", sagt er bestimmt. Einfach nur dabei zu sein, ist nicht Frenzels Ding. Sein Motto war schon immer: "Wenn ich antrete, will ich auch gewinnen."

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