Nach Hass-Kommentaren gegen deutsche Olympia-Teilnehmer gibt es nach Angaben der Teamspitze erste Verfahren der Staatsanwaltschaft gegen die Urheber. Es gebe während der Winterspiele „wieder zahlreiche Zuschriften und Kommentare, die deutlich unter der Gürtellinie sind“, sagte Olaf Tabor, Chef de Mission der Auswahl des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB).
Mithilfe Künstlicher Intelligenz filtert der DOSB Hass-Postings im Netz, alle Athletinnen und Athleten können den Filter auf Wunsch bei ihren Social-Media-Accounts einsetzen. „Wer für Deutschland antritt, verdient den größtmöglichen Schutz“, hatte DOSB-Präsident Thomas Weikert vor Olympia in Italien gesagt.
Die bisherigen Beobachtungen würden zeigen, dass der Einsatz der KI notwendig sei. „Die Zahlen sind erheblich“, sagte Tabor und sprach von bislang rund 1.300 Fällen während der Winterspiele. Die Prognose sei weiter, dass es bei diesem Thema „nicht besser, sondern zunehmend schlechter wird“.
Biathletin macht Social-Media-Pause
Schon bei den Sommerspielen in Paris hatte der DOSB seinen Sportlerinnen und Sportlern die KI-Unterstützung angeboten. Damals waren rund 4.000 Hass-Kommentare ausgefiltert worden. „Das KI-System erkennt Beleidigungen, Drohungen sowie rassistische, sexistische und andere diskriminierende Inhalte in Echtzeit - in bis zu 30 Sprachen und 25 Kategorien“, teilte der DOSB mit. In Zusammenarbeit mit der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität würden besonders drastische Inhalte an die Ermittlungsbehörden weitergeleitet.
Bei den Winterspielen machten unter anderem Ski-Rennfahrerin Emma Aicher, Skisprung-Olympiasieger Philipp Raimund und Biathletin Vanessa Voigt auf Hass-Botschaften aufmerksam. Voigt verordnete sich deshalb sogar eine Social-Media-Pause. „Hier wird es jetzt ruhig - mein Fokus liegt woanders. Die Menschen, die wirklich zählen, wissen, wie sie mich erreichen“, schrieb sie.
© dpa-infocom, dpa:260215-930-689366/1



















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