Was schon nach einem Routinesieg aussah, wurde für die deutschen Volleyballer bei der Europameisterschaft noch ein hartes Stück Arbeit - mit Happy End. „Es war das dritte Spiel in drei Tagen. Kräftemäßig hat man gemerkt, dass wir absolut am Limit waren“, sagte Erik Röhrs nach dem 3:2 nach Tie-Break gegen Gastgeber Rumänien. Das Team sei „mega happy, dass wir gewonnen haben. Das ist das Wichtigste.“
Mit dem dritten Sieg hat das deutsche Team das Achtelfinale schon vor den letzten beiden Gruppenspielen fast sicher. Der spielfreie Sonntag kam aber genau zur richtigen Zeit. „Wir hatten im Vorfeld kleine Probleme mit Krankheit, deswegen ist Hannes Tille auch ausgefallen“, erklärte Röhrs.
Zimmermann: Langsam gingen die Körner aus
Der 25-Jährige, der beim Turnier auf der Diagonalposition spielt, war mit 23 Punkten Deutschlands bester Angreifer. Doch auch er konnte nicht verhindern, dass seine Mannschaft das Spiel nach einer 2:0-Führung fast noch aus der Hand gab.
Auf einmal kamen die Rumänen mit dem eigenen Publikum im Rücken ordentlich auf. „Ab da spielten wir komplett ohne Energie“, sagte Bundestrainer Massimo Botti dem Portal „Volleyball Insider“. In Auszeiten versuchte der Italiener sein Team aufzuwecken.
Auch Kapitän Jan Zimmermann sah die schwindenden Kräfte als Hauptproblem. „Man hat ein bisschen gemerkt, dass uns langsam die Körner ausgegangen sind ab Satz drei“, erklärte der Zuspieler, der für den ausgefallenen Tille auflief. „Die haben dann sehr gut aufgeschlagen. Wir haben gar nicht mehr viel getroffen im Aufschlag. Und dann ist es langsam zäh geworden, Breaks zu machen.“
„Kann uns ordentlich Kraft geben“
Doch am Ende rafften die Deutschen noch mal alle Kräfte zusammen und setzten sich durch. Ein Sieg mit Signalwirkung? „Wir mussten richtig kämpfen, sind dann ruhig geblieben hinten raus. Das glaube ich, kann uns ordentlich Kraft geben in Zukunft, für den Rest des Turniers“, sagte Röhrs.
Zimmermann sah die Bedeutung für den Mannschaftsgeist: „Wir nehmen mit, dass wir in so einem Turnier auf jeden Fall alle brauchen, dass jeder seinen Anteil hat.“ Am Montag (16.00 Uhr deutsche Zeit) geht es gegen den Außenseiter Schweiz, den die Deutschen aber nicht auf die leichte Schulter nehmen wollen.
„An die Franzosen denken wir noch gar nicht, weil man gesehen hat, dass auch die Schweiz guten Volleyball spielt und wir keinen Gegner unterschätzen“, stellte Röhrs klar. Der Ruhetag soll dabei helfen, dass Tille und der Rest des Teams dann wieder fit sind.
Wenn alles normal läuft, geht es gegen Frankreich am Dienstag um den Gruppensieg. Der Olympiasieger hat zwar einen Umbruch hinter sich, gilt aber trotzdem als stärkstes Team der Gruppe.
Als Gruppenzweiter würde den Deutschen im Achtelfinale schon eine sehr schwierige Aufgabe drohen: Der Weltranglistenerste Polen, Vizeweltmeister Bulgarien oder die Ukraine, die jene Bulgaren gerade in eigener Halle schlug.
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