01.12.2019 - 17:06 Uhr
FlossSport

"Fonsi" Davies vom FC Bayern lernt Floß richtig kennen - und Rummenigge auch

Den Weg nach Floß suchen die Bayern-Stars gerne. Ganz Große wie Matthäus, Elber oder Klinsmann waren schon da. Am Sonntag begrüßen sie die bayerische Entdeckung der Saison. Und einen weiteren prominenten Namen.

Alphonso Davies (Zweiter von links) schrieb in Floß fleißig Autogramme.
von Josef Maier Kontakt Profil

Als er vor knapp einem Jahr aus Vancouver nach München kam, haben sie ihn sofort eingebayert. "Fonsi" nannten alle Alphonso Davies, das Talent aus Kanada, fortan.

Als der neue Star des FC Bayern am Sonntag von München nach Floß kam, zeigte sich, dass er in Sachen Bayern noch ein etwas Nachholbedarf hat. "Willst du einen Leberkäs'", wurde der 19-Jährige kurz vorm Einzug in die Mehrzweckhalle bei seinem Besuch gefragt. "Fonsi" war ratlos: "Was ist das denn?"

Wenn der junge Himmelsstürmer vorher noch nicht wusste, wie treu die Fans da draußen im Lande zu ihrem Lieblingsclub stehen, dann wurde ihm dies am Sonntag in Floß sicherlich klar: Die Halle war proppenvoll, die Flosser Landwehr marschierte auf, die Blaskapelle Flossenbürg sorgte für Stimmung. Vorsitzender Gerhard Stadler hatte mit seinem Team alles vorbereitet, konnte sich am Anfang aber eine kleine Spitze nicht verkneifen: "Mir wäre es natürlich lieber gewesen, du wärst mit drei Punkten zu uns gekommen." Aber natürlich freute sich der Fanclub-Boss über den Besuch des schnellen Kanadiers.

Müller ersetzt Ribéry

"Ja, ich ärgere mich auch noch über die gestrige Niederlage gegen Leverkusen", sagte Davies. "Wir hatten doch so viele Chancen." Und dann ließ er noch ein bisschen ins Innenleben der Bayern-Kabine blicken: Franck Ribéry werde nicht nur wegen seiner fußballerischen Fähigkeiten, sondern auch wegen seiner Scherze vermisst. "Aber der Thomas Müller ersetzt ihn da ganz gut", schmunzelte Davies, der zum Trainerwechsel von vor vier Wochen nur kurz sagte: "Wir haben jetzt alle einfach Spaß." Näher ging er auf die Rotation von Niko Kovac zu Hansi Flick nicht ein. Aber schon unter Kovac war Davies nah an der Profi-Truppe dran. Jetzt verteidigt er fest auf links. Mit seinem Kumpel David Alaba befürchtet er keinen Zwist, wenn der Österreicher aus der Innenverteidigung auf links zurückkehren will: "Der David ist mir doch nicht böse", sagte Davies. "Es ist ein ganz normaler Konkurrenzkampf."

Der Aufstieg von Davies ist ohnehin ein Märchen. Im November 2000 kam er in einem ghanaischen Flüchtlingslager zur Welt. Mit fünf Jahren ging seine Familie nach Kanada. Mit 16 Jahren wurde er eingebürgert, in diesem Alter bestritt er auch sein erstes Länderspiel. Nachdem er seine junge Karriere bei den Vancouver Whitecaps befeuert hatte, wechselte er im letzten Winter für 10 Millionen Euro zum FC Bayern. Auch wenn er jetzt den Durchbruch geschafft hat, den Kontakt zur zweiten Mannschaft, in der er anfangs spielte, hat er nie abreißen lassen, wie er in Floß erzählte: "Das sind alles Spieler in meinem Alter. Wir unternehmen einiges mitein-ander." In München habe er sich bestens eingelebt, sagte er. "Ich vermisse eigentlich nichts." Wirklich nicht? "Meine Familie vermisse ich schon."

Davies war nicht der einzige prominente Name in Floß. Auch Rummenigge war da - Henry Rummenigge. Der jüngste Sohn des Bayern-Bosses, der normalerweise in der Sponsoringabteilung des deutschen Rekordmeisters arbeitet, begleitete den Spieler nach Floß, spielte den Chauffeur und übersetzte auch.

Da muss Rummenigge ran

Rummenigge musste als Dolmetscher auch ran, als Davies ein Abschiedsgeschenk erhielt. Einen Riesen-Geschenkkorb mit Oberpfälzer Spezialitäten gab es von Stadler. "Damit du immer gewappnet bist", sagte der Fanclub-Chef schmunzelnd. Geräuchertes war im Korb, auch Bier. Und was noch? Genau. Jetzt weiß "Fonsi" auch, was ein Leberkäse ist.

Mannschaftsbild mit den jungen Fans: Alphonso Davies (hinten Sechster von rechts) besuchte am Sonntag den Flosser Bayern-Fanclub. Ihn begleitete henry Rummenigge (Fünfter von rechts), Sohn von Karl-Heinz Rummenigge. Fanclub- Boss Gerhard Stadler freute sich über ein volles Haus. Bild: Gebert

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