14.12.2020 - 18:35 Uhr
FlossenbürgSport

Eric Frenzel: Ein bisschen Spaß muss sein

Natürlich geht es bei Eric Frenzel bei den Weltcups um Siege. Aber in Corona-Zeiten zieht der Kombinierer auch die Unterhaltungs-Karte.

Beim Weltcup im Ramspau möchte Eric Frenzel weit springen und gleichzeitig die Zuschauer vor dem Fernseher unterhalten. Dies ist sein Beitrag, um in Zeiten den Lockdowns ein bisschen Freude zu verbreiten.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Abgeschieden von der Welt und damit von den derzeitigen Umwerfungen durch die Corona-Pandemie liege ich in meinem Einzelzimmer in der Pension Tischlberger in Ramsau am Dachstein und bereite mich mental auf unsere zweite Weltcupstation vor. Der Blick geht durchs Fenster auf die Schneehöhen des Dachsteins, dort oben gibt es kein Virus, nur Ruhe.

Ganz leicht fällt es nicht, sich im Rahmen der Pandemie-Entwicklungen auf die anstehenden Weltcupwettkämpfe vorzubereiten. Wir alle sitzen auf unseren Zimmern, halten auch untereinander Abstand, wann es auch immer geht und hören uns die Nachrichten aus der Welt an: die Todeszahlen, die Zahl der Neuinfektionen, die Lockdowns und die einhergehenden Maßnahmen zur Eindämmung.

Sollten wir innerhalb dieser Rahmenbedingungen überhaupt den Weltcup starten? Meine Auffassung ist ganz klar: Unbedingt! Zunächst sind die Sicherheits-und Hygienekonzepte bei uns sehr ausgetüftelt und wenn alle sich an die Regeln und Standards halten, ist keine Gefahr der Virusverbreitung gegeben. Unter diesen Rahmenbedingungen springe ich zum zweiten Grund: Für alle, die nun überwiegend zu Hause sein müssen oder zu Hause sein wollen, bieten wir, wie viele andere Sportwettbewerbe, den Zuschauern hoffentlich etwas Zerstreuung und Unterhaltung. Ich glaube, das rührt Themen an, die innerhalb der Diskussionen um die Pandemie oft zu kurz kommen: die seelische Bewältigung der Umstände bei jedem Einzelnen und in seiner Interaktion mit den Familienmitgliedern. Ängste und Frust führen schnell zu Aggressionen und anderen Dingen. Deshalb finde ich wichtig, dass wir auch durch unsere Wettkämpfe, die weiter am Fernseher zu verfolgen sind, einen Beitrag zur Ablenkung geben.

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Wie gut das gelingen wird, wird natürlich durch den Verlauf der Wettkämpfe bestimmt und der Ramsauer Weltcup verspricht spannend zu werden. Der Saisonauftakt in Ruka war für die deutsche Mannschaft ein Auftakt nach Maß. Zwar hatten die Norweger die Nase vorn, aber nicht so deutlich wie in den beiden vergangenen Jahren. Die Abstände auf den Schanzen haben sich spürbar verringert und waren so, dass wir in der Loipe auf Schlagweite herangekommen sind. Das hat uns Zuversicht gegeben für die Saison und die bevorstehende Heim-WM in Oberstdorf. Der Weltcup in Ramsau wird nun zur Nagelprobe.

Ich hoffe, dass wir die Norweger zumindest in einem Wettbewerb hinter uns lassen und Sie damit zu Hause gut unterhalten.

 

 

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