02.02.2021 - 17:22 Uhr
FlossenbürgSport

Erics Winter: Frühstück in Flossenbürg im Hause Frenzel

In der Kolumne schreibt Eric Frenzel diesmal über seine größten Kritiker. Die sitzen nach Wettbewerben montags mit ihm am Frühstückstisch. Und sezieren dabei die Leistungen des Papas auf der Schanze sowie in der Loipe.

Eric Frenzel.

Von Eric Frenzel

„Papa, Du bist weit von der Schanze geflogen“, sagt Emma, unser jüngster Sonnenschein, ohne dabei mit einem Auge ihr Frühstücksei außer Acht zu lassen, das sie gerade in ihren Eierbecher gesteckt hat. Daran ist ein kleiner Gummihammer befestigt, durch dessen Wegziehen und Zurückschnellen die Eierschale angeschlagen werden kann – Emmas Frühstückslieblingsritual! „Na ja, nicht weit genug“, bringt sich nun Leopold ins Gespräch mit betont sachlicher Stimme, um die Aussage der jüngeren Schwester fachmännisch zu relativieren. Philipp ahnt die aufkommende Kontroverse und kommentiert salomonisch, dass „mehr“ immer geht, und dass Papa auf einem guten Weg ist. Auch wenn er in Seefeld in zwei Wettkämpfen das Treppchen jeweils nur knapp verpasst hat.

Frühstück in Flossenbürg nach dem Triple-Wettkampf in Seefeld, das zwar der Norweger Jan Carl Riiber gewann, aber das mich auf dem Weg zur Heim-WM ein gutes Stück weit vorangebracht hat. Nach der Rückkehr aus Seefeld hatte ich mich in die Pension meiner Schwiegermutter geschlichen, wo ich während der Weltcup-Saison ein kleines Refugium habe, um nicht im eigenen Haus zu wohnen. Eine Vorsichtsmaßnahme, um die normalen Infektionsgefahren zu bannen, die in diesen Zeiten eine noch größere Bedeutung haben dürfte.

Das Rückkehrer-Frühstück mit der ganzen Familie lasse ich mir jedoch am nächsten Morgen nicht entgehen, natürlich mit gebührendem Abstand zu den anderen Familienmitgliedern. Dass dann durch die Kinder die Ergebnisse des Weltcupwochenendes, die Papa eingefahren hat, alterstypisch kommentiert werden, gehört als Ritual zum Montagsfrühstück wie Emmas heiß und innig geliebte Eierschalenvernichtungsmaschine. Ganz zum Schluss darf ich mich natürlich auch zu den Dingen äußern, die für die Sprösslinge coronabedingt nur am Fernsehgerät mitzuverfolgen waren.

Seefeld hat die Richtung vorgegeben: Die Laufform ist exzellent und wird in Oberstdorf mit der vorgehenden Regenerationsphase so sein, wie sie sein muss. Beim Springen ist grundsätzlich der Ablauf wettbewerbsfähig, aber eben auch noch ausbaufähig. Zeit genug ist nun, an weiteren Feinheiten beim Springen zu arbeiten. Der Heim-Weltcup in Klingenthal kommt damit zur rechten Zeit, weil dort endlich mal wieder eine moderne Großschanze gesprungen werden kann, was eine gute Vorbereitung für den Großschanzenwettbewerb in Oberstdorf darstellt. Mit Klingenthal verbinde ich die allerbesten Erfahrungen und Erlebnisse. Gute Platzierungen auf der Schanze, die gebaut wurde, als ich mit dem Sport gerade anfing, wären eine gute Motivation für die Heim-WM. Daran wird gearbeitet.

Hier geht's zur vorherigen Kolumne von Eric Frenzel

St. Ötzen bei Flossenbürg

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.