02.06.2019 - 17:57 Uhr
GebenbachSport

DJK Gebenbach gibt nicht auf

Der erste Anlauf ist missglückt. Im Rückspiel beim TSV 1860 Rosenheim erreicht die DJK Gebenbach zwar ein verdientes Remis, muss aber dem Gegner zum Klassenerhalt gratulieren. Jetzt ist ein weiterer Kraftakt nötig.

Das darf nicht wahr sein. Die DJK verpasst im ersten Anlauf den Aufstieg in die Regionalliga.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Nach 95 Minuten Kampf und Leidenschaft sanken die Spieler der DJK Gebenbach beim Schlusspfiff auf den Rasen des Rosenheimer Jahn-Stadions. So nah dran am Fußball-Wunder und doch nur 1:1. Zu wenig nach dem 0:1 vor drei Tagen im Hinspiel, keine Aufstiegsparty – die Enttäuschung stand den Grün-Weißen ins Gesicht geschrieben. Stürmer Marco Seifert war der Erste, der sich zu einer Kampfansage aufraffte. „Wir haben hier in Rosenheim ein richtig starke Partie abgeliefert. Dass wir es nicht geschafft haben, war ein kleiner Rückschlag, nicht mehr“, sagte der Torschütze trotzig und kündigte forsch große Taten an: „Wir stehen wieder auf und hauen den nächsten Gegner weg, egal, wer das ist.“

Wenige Minuten später sickerte durch: Der nächste Gegner heißt TSV Rain am Lech. Der Vizemeister der Bayernliga Süd scheiterte in der ersten Runde am Regionalliga-16. SV Heimstetten und gibt nun am Mittwoch, 18.30 Uhr, in Gebenbach seine Visitenkarte ab. „Der TSV Rain ist uns völlig unbekannt“, meinte DJK-Coach Faruk Maloku. „Auch wenn wir auf der letzten Rille fahren, werden wir alles geben. Es geht jetzt nur noch über den Kopf.“ Das Rückspiel in Rain steigt am Samstag, 8. Juni.

Einen schnellen Treffer, am besten bereits in Halbzeit eins, hatte Maloku sich von seiner Mannschaft in Rosenheim gewünscht. Und die tat ihm den Gefallen. Nach einer Schrecksekunde, als der Rosenheimer Robert Köhler aus 25 Metern nur das Lattenkreuz traf (4.), schlug der Gast bei brütender Hitze eiskalt zu. Bei einem langen Ball schätzte TSV-Torwart Mario Stockenreiter die Situation völlig falsch ein, Marco Seifert musste das Leder nur noch zum 1:0 ins leere Tor schieben. Damit war der Rückstand aus dem Hinspiel egalisiert, der zahlreich mitgereiste Gebenbacher Anhang stand Kopf. Der Regionalligist war nur kurz beeindruckt, Linor Shabani traf aus 20 Metern nur den Innenpfosten. Aber auch die DJK erarbeitete sich Chancen. Ein Schuss von Nico Becker entschärfte Stockenreiter und bei einem Kopfball von Jonas Lindner rettete für Rosenheim das Aluminium.

Ein Konter gleich nach Wiederanpfiff eröffnete der DJK Gebenbach die Riesenchance zum vielleicht vorentscheidenden zweiten Treffer. Nach einer tollen Kombination dauerte das Zuspiel auf Marco Seifert aber zu lange, so dass dieser bei seinem Tor wohl wenige Zentimeter im Abseits stand (47.). „Das 2:0 wäre der Genickbruch für Rosenheim gewesen“, ärgerte sich Maloku. Nur drei Minuten später gab es erneut Grund für Verdruss. Dominik Haller attackierte im Mittelfeld unnötig einen Rosenheimer mit hohem Bein, was ihm die Ampelkarte einbrachte.

Maloku bestraft

Der nächste Aufreger ließ nicht lange auf sich warten: Referee Markus Pflaum ahndete die lautstarken Zwischenrufe von der Gebenbacher Bank, nahm Maloku in Sippenhaft und schickte ihn auf die Zuschauerränge. „Ich bin verantwortlich, was auf der Bank passiert“, zeigte Maloku Verständnis für die Schiedsrichterentscheidung. Bitter für Gebenbach, dass just in dieser turbulenten Phase Rosenheim der Ausgleich gelang. Eine Flanke aus dem Halbfeld nahm Luftetar Mushkolaj kurz an, ließ Andre Biermeier aussteigen und vollendete mit einem Flachschuss ins linke untere Eck zum 1:1 (66.).

Der Bayernliga-Vizemeister musste nun auf das zweite Tor gehen, was Rosenheim zu Kontern einlud. Bei einem dieser Gegenstöße foulte Johannes Böhm den TSV-ler Robert Köhler im Strafraum. Den fälligen Elfmeter hielt jedoch DJK-Keeper Michael Nitzbon bravourös (74.). In der verbleibenden Zeit versuchte Gebenbach trotz Unterzahl Druck zu erzeugen, eine hochkarätige Torchance konnte man sich aber nicht mehr erspielen. Am Ende jubelte der Regionalligist, auch wenn Maloku seinen Spielern ein tolles Zeugnis ausstellte: „Wir haben mit viel Herz und Leidenschaft gefightet. Mit einem Mann weniger haben meine Spieler ein Riesenspiel gemacht.“

Ein Dorf fiebert mit: Reportage über die Zeit vor dem Spiel

Gebenbach
Statistik:

TSV 1860 Rosenheim - DJK Gebenbach 1:1 (0:1)

TSV 1860 Rosenheim: Stockenreiter – Linner, Wallner, Räuber, Köhler (80. Jahic), Lenz – Shabani (90. Tobias), Krätschmer, Maier – Majdancevic (87. Neumeier), Mushkolaj

DJK Gebenbach: Nitzbon – Böhm, Libotovsky, Biermeier, Gorgiev – Fischer (80. Pirner), J. Lindner, Kohler – Haller, Becker, Seifert

Tore: 0:1 (14.) Marco Seifert, 1:1 (66.) Luftetar Mushkolaj – SR: Markus Pflaum (SV Dörfleins) – Zuschauer: 920 – Gelb-Rot: (52.) Dominik Haller, (95.) Luftetar Mushkolaj, beide wiederholtes Foulspiel – Besonderes Vorkommnis: (74.) DJK-Torwart Michael Nitzbon hält Foulelfmeter

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