Die DJK Ammerthal hat auch das zweite Derby der Saison in der Fußball-Bayernliga bei der DJK Gebenbach gewonnen – doch erstens war der 3:2-Auswärtssieg deutlich enger als das Hinspiel, und zweitens bot das Duell am Samstag viel Diskussionsstoff mit einer nicht gegebenen Karte und einem Siegtor in der Nachspielzeit.
Denn nach gut einer Stunde verhinderte André Karzmarczyk an der Mittellinie mit der Hand einen Angriff von Emir Terakaj, der beim Stand von 2:1 für Gebenbach allein aufs Tor zugelaufen wäre. Das sahen alle auf und neben dem Platz – nur offensichtlich nicht das Schiedsrichtergespann. Und dass es dann eben André Karzmarczyk war, der zehn Minuten vor Ende der Partie den Ausgleich erzielte, der dann den späten 3:2-Siegtreffer der Gäste ermöglichte, sorgte natürlich für Gesprächsstoff.
„Das sind Entscheidungen, die dir das Genick brechen. Aber wir haben ab der 60. Minute auch nicht mehr Fußball gespielt, sondern nur noch verwaltet. Und dann ist es halt so, dass derjenige, der eigentlich vom Platz fliegen muss, dann noch das Tor macht“, so bewertete es Gebenbachs Trainer Kai Hempel. Mit Einschränkungen stimmte ihm sein Gegenüber Florian Schlicker da auch zu: „Der Ball springt ihm an die Hand, aber das ist dann eine Ermessensgeschichte. Wenn er pfeift, darf er sich nicht beschweren, aber ich glaube auch nicht, dass man es pfeifen muss. Aber vor der Moral, mit der die Jungs heute zurückgekommen sind, kann ich nur den Hut ziehen.“
Beide Teams kamen gut in die Partie, jubeln konnten nach elf Minuten aber die Gäste aus Ammerthal, als Deniz Koc einen zweiten Ball ins linke Eck zum 0:1 setzte. Dann übernahmen die Hausherren das Kommando und agierten mit mehr Druck, blieben aber erst einmal ohne Erfolg: Timo Kohler setzte einen Ball an das Außennetz (14.), Dominik Hallers Freistoß kam zu zentral aufs Tor (20.), und eine scharfe Hereingabe von Timo Kohler fand keinen Abnehmer (26.).
In der 37. Minute belohnten sie sich aber für den Aufwand, als Marco Geier nach einer Freistoßflanke mit dem Kopf zur Stelle war. Vor der Pause hatte Ammerthal Glück, als Emir Terakaj nach einem Konter nur knapp verzog (42.), so dass es mit einem 1:1 in die Pause ging.
Der zweite Abschnitt ging so weiter wie der erste geendet hatte – nämlich mit drückenden Gastgebern, die durch Dominik Späth in der 53. Minute in Führung gingen. Ein paar Minuten später folgte der Aufreger des Tages, als der Gebenbacher Konter unterbunden wurde und André Karzmarczyk nicht vom Feld musste – und plötzlich kippte die Partie in Richtung der Gäste.
Trotzdem kam Gebenbach noch zu einem Tor, das aber wegen Abseits von Niko Becker nicht zählte – ebenso wenig wie eines der Ammerthaler nur zwei Minuten später. Aber in der 82. Minute zählte der Treffer eben von André Karzmarczyk und spätestens ab da begann das große Zittern bei den Hausherren. Lange sah es so aus, als ob Moritz Plößl mit drei starken Paraden (88., 89., 90.+1) zumindest einen Punkt sichern konnte. Aber dann kam die dritte Minute der Nachspielzeit, als ein abgeblockter Ball direkt Laurin Klaus vor die Füße fiel, und der zum 2:3-Siegtreffer vollendete.
DJK Gebenbach - DJK Ammerthal 2:3 (1:1)
- DJK Gebenbach: Plößl – Hofmann (89. Graml), Golla, Vogl (77. Vidovic), Scherm – Becker, Haller, Geier (90. Fischer), Späth (79. Schwindl), Kohler (70. Lieder) – Terakaj
- DJK Ammerthal: Sommerer – Weidner, Fatiras (58. Schüll), Karzmarczyk, Gömmel, Plott – Marcel Kaiser (77. Bajrami), Marco Kaiser, Klaus, Koc (81. Luft) – Popp
- Tore: 0:1 (11.) Deniz Koc, 1:1 (37.) Marco Geier, 2:1 (53.) Dominik Späth, 2:2 (82.) André Karzmarczyk, 2:3 (90.+3) Laurin Klaus – Zuschauer: 850 – SR: Philipp Götz
























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