Markus Gaugisch konnte das Wiedersehen mit seinen Silber-Girls nach der fünfmonatigen Sommerpause kaum erwarten. „Wir als Trainerteam brennen darauf, mit den Spielerinnen wieder in der Halle an unserem Spiel zu arbeiten“, sagte der Bundestrainer zum Start der deutschen Handballerinnen in die EM-Vorbereitung.
Beim ersten Lehrgang der neuen Saison, der in Großwallstadt begann und zum Abschluss mit zwei Länderspielen gegen Spanien am Freitag und Sonntag in Granollers die erste Standortbestimmung bereithält, soll sein Team „mit voller Intensität“ schnell wieder die erlernten Automatismen verinnerlichen. „Wir haben eine gute Basis. Aber es ist noch so viel, was wir besser machen können. Insofern haben wir nach wie vor viel Arbeit. Jede gemeinsame Trainingsminute zählt“, sagte Gaugisch.
Abwehr-Duo fehlt
Für die Europameisterschaft vom 3. bis 20. Dezember muss der 52-Jährige vor allem ein neues Abwehrbollwerk errichten, weil Senkrechtstarterin Aimée von Pereira ihre Karriere aus gesundheitlichen Gründen mit nur 26 Jahren im Sommer beendet hat und Xenia Smits derzeit eine Babypause einlegt. „Das ist eine Sache, die stabil war und nun aufgebrochen ist“, sagte Gaugisch dem Magazin „Handball Inside“.
Ob Smits nach der im Herbst anstehenden Geburt ihres ersten Kindes rechtzeitig bis zum Turnier wieder ihr altes Level erreicht, ist eher unwahrscheinlich. Sollte die 32-Jährige bei der EM fehlen, wäre dies ein weiterer herber Verlust für die deutsche Defensive. „Xenia auf der Halbposition ist das Beste, was es auf der Welt gibt“, lobte Gaugisch die angehende Mutter. Fest planen kann er mit ihr jedenfalls nicht.
Ansonsten kann der Bundestrainer aber auf die Spielerinnen bauen, die im Vorjahr bei der WM für Silber-Glanz und die erste Medaille seit 18 Jahren gesorgt hatten. „Wir setzen bewusst auf einen bewährten Kader, der unsere Philosophie bereits verinnerlicht hat“, bekräftigte Gaugisch.
Neues Selbstvertrauen durch WM-Silber
Auch deshalb sieht er dem Saisonhöhepunkt im Dezember zuversichtlich entgegen. „Wir haben bei der WM richtig guten Handball gespielt. Und wenn wir guten Handball spielen, ist es nicht leicht, uns zu schlagen“, stellte der Bundestrainer selbstbewusst fest.
Bei der EM bekommt es die DHB-Auswahl in der Vorrunde in Bratislava mit Schweden, Serbien und Co-Gastgeber Slowakei zu tun. Zielort ist das polnische Kattowitz, wo die Hauptrunde steigt und am Final-Wochenende auch die Medaillen vergeben werden.
Um für den Kampf ums Edelmetall gut gerüstet zu sein, wird sich die DHB-Auswahl in der Vorbereitung mit starken Topteams messen. Ende Oktober geht es bei der Golden League gegen den EM-Zweiten Dänemark und den WM-Vierten Niederlande, Ende November in einer Neuauflage des WM-Halbfinals dann zweimal gegen den Olympia-Zweiten Frankreich.
„Unser Fahrplan steht und ist gespickt mit anspruchsvollen Gegnern. Damit gehen wir denselben Weg wie vor der Heim-WM, denn nur so werden wir uns entwickeln und gute Rückmeldungen über unseren Leistungsstand erhalten. Diese Wettkampfhärte werden wir bei der EM brauchen, um dort auf unserem höchsten Leistungslevel performen zu können“, sagte DHB-Sportvorstand Ingo Meckes.
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