Ex-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger hat die FIFA für ihr Verhalten in der Causa Folarin Balogun kritisiert. „Es darf nicht dazu kommen, dass Staaten eingreifen“, sagte der 41-Jährige in seiner Rolle als TV-Experte der ARD. „Das geht nicht.“ Der ganze Vorgang werfe kein gutes Licht auf den Fußball-Weltverband. Er könne die Entscheidung „nicht nachvollziehen“.
Balogun hatte beim 2:0 der USA im WM-Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte gesehen, die FIFA die Sperre des Stürmers dann aber zur Bewährung ausgesetzt. Im Achtelfinale gegen Belgien konnte US-Trainer Mauricio Pochettino den 25-Jährigen dann also doch einsetzen. Die 1:4-Niederlage des Mitgastgebers konnte allerdings auch Balogun nicht verhindern.
Der ganze Vorgang hatte für reichlich Wirbel gesorgt. Für harsche Kritik sorgte insbesondere, dass es zuvor ein Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino gegeben hatte.
Ex-Schiedsrichter Wagner „geschockt“
Ex-Bundesliga-Referee Lutz Wagner, der die Partie in Seattle von Köln aus als ARD-Schiedsrichter-Experte verfolgte, zeigte sich „geschockt“ über die Verfahrensweise. Durch diesen Eingriff sei ein „Präzedenzfall“ geschaffen worden, „und der schadet der Glaubwürdigkeit des Sports generell“.
Es gebe ja „die Möglichkeit, eine Entscheidung zu kippen oder zu widerrufen - wenn es ein offensichtlicher Irrtum ist oder ein ganz klarer offensichtlicher Fehler vorliegt“, erklärte Wagner. Das sei hier aber nicht der Fall und die Rote Karte gegen US-Angreifer Balogun berechtigt gewesen.
Für die Schiedsrichter werde es im weiteren Verlauf des Turniers durch diesen Fall vermutlich nicht einfacher, meinte der 63-jährige Wagner vor dem Spiel. Das Duell zwischen den USA und Belgien habe der jordanische Unparteiische Adham Makhadmeh dann aber gut und souverän geleitet, befand er danach.
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