18.07.2019 - 16:17 Uhr
GrafenwöhrSport

Noch Hausaufgaben für SV Grafenwöhr und SpVgg SV Weiden

Das Derby in der Landesliga Mitte legte am Mittwoch schonungslos die Baustellen der beiden Teams offen. Während der Aufsteiger Mut aus der Niederlage für den Abstiegskampf schöpfen kann, muss sich der Aufstiegsfavorit noch steigern.

Weidens Keeper Matthias Götz (rechts) musste Lukas Wiesnet von der SV Grafenwöhr nach Spielschluss trösten.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Bereits am zweiten Spieltag der Landesliga Mitte wartete auf Aufsteiger SV Grafenwöhr der Saison-Höhepunkt: Knapp 1000 Zuschauer strömten am Mittwochabend in den Sportpark, um dem Gastspiel der SpVgg SV Weiden beizuwohnen. Zwar ist die Saison noch relativ jung, dennoch zeichnen sich bereits erste Tendenzen ab. Für die SVG stehen nach der 0:6-Einbuße beim Mitaufsteiger TV Aiglsbach und der 2:3-Last-Minute-Niederlage gegen Weiden null Punkte zu Buche. Wenn die Elf von Trainer Roland Lang weiter so auftritt, wie in den ersten 30 Minuten im Derby, steht ihr ein ähnlich kurzes Landesliga-Gastspiel bevor wie den meisten Aufsteigern aus der Bezirksliga Nord in den vergangenen Jahren. "Da waren wir gnadenlos unterlegen und hatten keine Chance", räumte Lang im Nachgang selbstkritisch ein. Schüttelt Grafenwöhr allerdings jegliche Nervosität und die Angst vor der eigenen Courage ab – wie ab der 30. Minute gegen die SpVgg SV –, dürfte das Punktekonto nicht mehr lange so verwaist daherkommen. Mit Patryk Bytomski, Johannes Renner und Co. verfügt Lang über wieselflinke Offensivkräfte, die prädestiniert für ein schnelles Konterspiel aus einer stabilen Defensive heraus erscheinen. Die Weidener Hintermannschaft um die Innenverteidiger Dennis Paulus und Fabian Helleder geriet mehrmals ins Schwimmen und hatte Glück, dass die SVG-Stürmer ihr Zielrohr noch nicht zu 100 Prozent justiert hatten.

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Und die SpVgg SV Weiden? Die hat sich, ohne lang um den heißen Brei herumzureden, den Bayernliga-Aufstieg als Ziel ins Saisonheft geschrieben. Zwar stehen bislang vier Zähler auf der Habenseite (nach dem mageren 1:1 zum Auftakt daheim gegen Kareth-Lappersdorf), doch die Darbietungen der Truppe von Andreas Scheler waren bislang wenig aufstiegsverdächtig. Zwar ist es vermessen, nach 180 gespielten Pflichtminuten zu erwarten, dass bereits alle Räder ineinandergreifen. Doch das Spiel der Schwarz-Blauen wirkt nach wie vor allzu ausrechenbar. Da ist zum einen das statische Offensivspiel, das stur durchs Zentrum initiiert wird. Wenn ein Gegner diese Räume gekonnt zustellt, gehen den Weidener Angriffsaktionen Tempo wie Überraschungsmomente ab. Zum anderen stehen für ein aktives Flügelspiel, das ein massives Bollwerk auseinanderziehen könnte, die Außenverteidiger (in Grafenwöhr Moritz Zeitler links und Matthias Heinl rechts) zu tief und entwickeln zu wenig Offensivdrang. "Wir haben noch viel Arbeit vor uns. Es darf nicht passieren, dass wir uns in einem Spiel, das wir derart dominieren, plötzlich die Butter vom Brot nehmen lassen", hat auch Scheler die Baustellen erkannt. Nicht immer wird der selbsternannte Aufstiegsaspirant so viel Glück haben wie beim Last-Minute-Treffer am Mittwoch durch Ludvik Tuma. Aber noch sind 32 Spiele zu absolvieren – und beiden Mannschaften bleibt noch etwas Zeit für die Feinjustierung zum Erreichen der Saisonziele.

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