24.04.2019 - 20:22 Uhr
GrafenwöhrSport

Wer schafft's in die Landesliga? Wer will überhaupt rauf?

Vier Spieltage vor Ende der Bezirksliga-Saison kämpfen drei Teams um zwei begehrte Plätze: SV Grafenwöhr, FC Wernberg und SV Hahnbach machen Titel und Aufstiegsrelegation zur Landesliga unter sich aus. Trauen sich alle das Abenteuer zu?

David Dobmann (Mitte) und die SV Grafenwöhr setzten sich jüngst im direkten Duell gegen den FC Wernberg durch. Andreas Lorenz (links) und Andreas Wagner müssen sich nun vier Spieltage vor Schluss mit der Verfolgerrolle zufriedengeben.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Einige Tage hat das Führungstrio der Bezirksliga Oberpfalz Nord noch Zeit. Bis Ende April müssen Tabellenführer SV Grafenwöhr, Verfolger FC Wernberg und der SV Hahnbach in Lauerstellung auf Tabellenplatz drei gegenüber dem Verband mitteilen, ob sie den Aufstieg in die Landesliga - sofern er sportlich erreicht wird - wahrnehmen, und ob sie an einer möglichen Landesliga-Relegation teilnehmen werden. Oberpfalz-Medien hat beim Trainer-Trio nachgefragt, inwieweit es seine Teams für das Landesliga-Abenteuer gerüstet sieht.

SV Grafenwöhr

Nach dem 3:1 im direkten Duell mit dem FC Wernberg in der Vorwoche liegt der Aufsteiger in der Pole Position und hat den gewonnenen direkten Vergleich auf seiner Seite (Wernberg hatte in der Hinrunde 2:1 in Grafenwöhr gewonnen). Zwar hat die Truppe von Trainer Roland Lang nur mehr vier Spiele zu absolvieren, während Wernberg mit einem Nachholspiel in der Hinterhand noch nach Punkten gleichziehen kann, doch die Konkurrenz muss stets auf einen Grafenwöhrer Patzer hoffen. "Unser drittes Tor in der 90. Minute in Wernberg kann noch Gold wert sein", rechnet der Erfolgscoach mit einem Herzschlagfinale um die ersten beiden Tabellenplätze. Sollte es mit dem Durchmarsch aus der Kreisliga in die Landesliga klappen, gibt es bei der Sportvereinigung keine zwei Meinungen: "Wir haben im Verein diskutiert, aber wenn wir es schaffen sollten, wollen wir das Abenteuer Landesliga auf jeden Fall angehen", sagte Lang.

Zwar müsse seine Truppe noch ein "sehr forderndes Restprogramm" (siehe Hintergrund) absolvieren, aber der Trainer sagt auch klar: "Jetzt wollen wir es auch durchziehen." Der Kader soll auch im Fall des Aufstiegs sein bisheriges Gesicht beibehalten. "Es wird - wenn überhaupt - nur punktuelle Verstärkungen geben. Bei uns geht viel über Kameradschaft, und jedem ist bewusst, dass es nach einem Aufstieg nur um den Klassenerhalt gehen kann." Die Chancenlosigkeit der letzten Landesliga-Aufsteiger 1. FC Schwarzenfeld, SV Raigering, SV Sorghof, die allesamt umgehend wieder abstiegen, oder die aktuelle Negativserie der SpVgg Pfreimd schrecken Lang nicht ab. "Für mich ist ein Aufstieg grundsätzlich etwas positives. Mit eventuellen negativen Folgen beschäftige ich mich grundsätzlich nicht."

FC Wernberg

Auch der FC Wernberg würde sich den Sprung in die Landesliga zutrauen, sollte er denn gelingen. "Der Aufstieg war und ist aber nicht unser großes Ziel. Wir wollten im gesicherten Mittelfeld landen, das ist uns bereits jetzt gelungen", stapelt FC-Trainer Christian Most tief. Da schwingen vielleicht die Eindrücke der jüngsten Pleiten gegen Grafenwöhr und in Paulsdorf mit, wenn Most eingesteht: "Uns ist zuletzt die Leichtigkeit in unserem Spiel etwas verlorengegangen."

Der FC wäre im Fall der Fälle nicht in der Lage, finanziell großartige Sprünge zu vollziehen. "Von daher wäre ein Aufstieg eine Mischung aus der Euphorie, gegen große Vereine antreten zu dürfen, gleichzeitig müssten wir aber viel mehr Niederlagen, als wir es zuletzt gewohnt waren, mit einkalkulieren."

SV Hahnbach

Das zumindest von der Papierform her leichteste Restprogramm weist der Drittplatzierte SV Hahnbach auf. Da will Coach Thorsten Baierlein auch gar nicht erst anfangen tiefzustapeln: "Wir sind gewiss in allen vier Spielen Favorit. Aber selbst wenn wir alles gewinnen, müssen Grafenwöhr und Wernberg patzen. Von daher gehe ich davon aus, dass die beiden aktuell führenden Teams die ersten beiden Plätze auch unter sich ausmachen werden."

Der Favorit auf den Titel ist für Baierlein eindeutig die SV Grafenwöhr, weil der Aufsteiger "das stärkste Team der Liga" stellt. Ob der Vorjahresmeister diesmal den Aufstieg überhaupt wahrnehmen würde (in der letzten Saison hatte der SVH frühzeitig seinen Verzicht erklärt), darüber habe der Verein noch nicht final entschieden. "Allerdings spielen 90 Prozent der Akteure, die den letztjährigen Verzicht gemeinsam mit dem Verein erklärt hatten, nach wie vor bei uns", fügte Baierlein vielsagend an.

Hintergrund:

Das Restprogramm der Titelanwärter

SV Grafenwöhr (1./59 Punkte):

TuS Kastl (H), SSV Paulsdorf (A), SV Schwarzhofen (H), FC Amberg (A)

FC Wernberg (2./56 Punkte)

SV Schwarzhofen (H), FC Amberg (A), TuS Kastl (H/Nachholspiel), SV Kulmain (H), SpVgg Schirmitz (A)

SV Hahnbach (3./54 Punkte)

SV Kulmain (H), SpVgg Schirmitz (A), Inter Bergsteig Amberg (H), SV Sorghof (A)

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