05.10.2020 - 17:07 Uhr
GrafenwöhrSport

Sieg im Spitzenspiel: Kreisklasse für SV Grafenwöhr II greifbar nahe

Ist das schon die Vorentscheidung im Titelrennen der A-Klasse West? Die SV Grafenwöhr II schlägt den SV Altenstadt/WN klar und hat nun vier Punkte Vorsprung. Aber einer hebt warnend den Zeigefinger.

Michael Bündgens (rechts) vom SV Altenstadt/WN beobachtet ganz genau, was der Grafenwöhrer Dorland Tucker mit dem Ball anstellt. Die SV Grafenwöhr II entschied das Spitzenspiel der A-Klasse West mit 3:0 für sich.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Der Amateurfußball in der Region lebt, auch in den unteren Spielklassen. Den besten Beweis lieferte am Samstag das Spitzenspiel in der A-Klasse West. Knapp 200 Fußballfans wollten das Duell zwischen Tabellenführer SV Grafenwöhr II und Verfolger SV Altenstadt/WN sehen. Die Ordner mussten unter Beachtung der Corona-bedingten Obergrenze sogar die Tore schließen und einigen Zuschauern den Zutritt verweigern.

Mit dem Spielverlauf zufrieden waren vor allem Fans der Heimmannschaft. In einer bis zum Schlusspfiff intensiv geführten Partie brachte Jonas Ertl seine Farben in Führung (28.). Nach dem Wechsel legte Goalgetter Marcello Siemski per Elfmeter mit seinem 26. Saisontor nach (47.). Den Schlusspunkt setzte Alexander Kasper zum 3:0-Endstand (84.). Siemski konnte sich sogar beim Stand von 2:0 den Luxus erlauben, einen zweiten Handelfmeter zu verschießen.

"Bei einer Niederlage hätten wir ja die Tabellenführung abgeben müssen. Wir haben deshalb gewusst, wie extrem wichtig der Sieg ist", sagte Thomas Rahn und sprach von einem "verdienten Erfolg". Der Grafenwöhrer Spielertrainer will aber von vorzeitigen Gratulationen zur etwaigen Meisterschaft nichts wissen: "Unser Ziel ist der Direktaufstieg in die Kreisklasse. Aber wir haben noch sechs Spiele, den Sekt können wir noch nicht kaltstellen." Für den Kontrahenten hatte Rahn ein Kompliment übrig: "Wir haben zwar verdient gewonnen, aber der SV Altenstadt/WN war bislang unser stärkster Gegner."

Mit der Niederlage nicht lange aufhalten will sich der Tabellenzweite. "Wenn man so will, war das eine kleine Vorentscheidung", meinte Trainer Michael Nordgauer, der seine Mannschaft trotz der Niederlage lobte: Wir haben alles in die Waagschale geworfen und uns teuer verkauft." Vier Punkte Rückstand, im direkten Vergleich unterlegen – der SVA-Coach weiß die Mini-Chance im Titelkampf realistisch einzuschätzen. Im Fußball sei "vieles möglich, aber in erster Linie müssen wir uns jetzt auf die nächsten Aufgaben konzentrieren." Im Kampf um den Relegationsplatz haben die Altenstädter die Trümpfe weiter auf ihrer Seite. Aktuell beträgt der Vorsprung auf den nächsten Verfolger SV Immenreuth elf Punkte. "Noch vier Siege, dann sind wir durch", lautet die Rechnung von Nordgauer, der voller Optimismus ist: "Meine Spieler sind ehrgeizig. Die wollen aufsteigen. Ich bin überzeugt, dass wir es packen."

SV Grafenwöhr: Niederlage in Überzahl

Grafenwöhr

Nicht mehr stoppen lassen will sich auch die SV Grafenwöhr II. Der Aufstieg in die Kreisklasse wäre ein Traum. Noch vor drei, vier Jahren stand die "Zweite" vor der Abmeldung, weil es hinten und vorn an Spielern mangelte. Seitdem hat sich aber vieles zum Positiven verändert. "Wir haben viele junge Nachwuchsspieler in den Seniorenbereich integriert", berichtet Rahn. "Mittlerweile sind wir personell richtig breit aufgestellt." Vor allem lobt der seit 2018 amtierende Spielertrainer die Durchlässigkeit zum Landesligakader: "Das ist keine Mauer, sondern eine Schwingtür."

Auch wenn Rahn den Mahner macht, so ist bei dem 32-Jährigen die Vorfreude auf die Kreisklasse natürlich zu spüren. "Es wäre super, wenn wir aufsteigen", sagt er. "In der Kreisklasse hätten wir kurze Fahrten und richtig viele Derbys." Für konkurrenzfähig hält er seine Truppe allemal: "Natürlich wäre der Nichtabstieg das erste Ziel. Aber ich habe keine Angst, dass wir nicht bestehen könnten."

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