22.06.2021 - 16:25 Uhr
GrafenwöhrSport

Taktik-Tipps für Jogi Löw: Martin Kratzer fordert Rückkehr zur Viererkette

Vor den EM-Spielen der deutschen Nationalelf lassen wir Fußballtrainer aus der Region bezüglich Taktik und Aufstellung zu Wort kommen. Das dritte Gruppenspiel gegen Ungarn nimmt sich Martin Kratzer (SV Grafenwöhr) vor.

Martin Kratzer trainiert aktuell die SV Grafenwöhr in der Bezirksliga Nord.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Martin Kratzer hat nach den bisherigen Auftritten der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der EM 2020 durchaus gemischte Gefühle. Gegen die Franzosen hatte seiner Meinung nach Joachim Löw "das falsche System" gewählt. "Wenn ich viel Ballbesitz habe, ist die Fünferkette fehl am Platz", analysiert der Trainer des Bezirksligisten SV Grafenwöhr. Dagegen sei die DFB-Elf gegen Portugal "stark verbessert" aufgetreten, wenngleich ihn Cristiano Ronaldo und Co. "arg enttäuschten" und "sehr defensivschwach" daherkamen. Wie aber würde Kratzer die deutsche Elf gegen Ungarn auf- und einstellen?

Das Personal

Vor Torhüter Manuel Neuer würde Kratzer eine Viererkette aus Joshua Kimmich (rechts), Mats Hummels, Antonio Rüdiger (innen) und Robin Gosens (links) wählen. Toni Kroos und Ilkay Gündogan bildeten die Doppelsechs hinter einer Dreier-Offensivreihe aus Leroy Sané (links), Thomas Müller (Mitte) und Serge Gnabry (rechts). In vorderster Front liefe Kai Havertz auf. "Sollte Thomas Müller tatsächlich ausfallen, wäre für mich Leon Goretzka die erste Alternative. Wobei der Bayern-Spieler nach seiner Verletzung noch nicht richtig im Turnier angekommen ist. Und wenn ich den nach 60 Minuten bringen kann, ist das auch eine Waffe." Für den angeschlagenen Hummels wäre für Kratzer Niklas Süle die erste Alternative.

Die Taktik

Falls Ungarn – wie erwartet – aus einer massiven Abwehr agieren wird, rät Kratzer von einer Fünferkette ab. "Dann brauche ich zwingend diesen Verbindungsspieler zwischen den Sechsern und dem Mittelstürmer. Da wäre Thomas Müller der ideale Mann, weil der in Räume läuft, die andere Spieler gar nicht sehen und sehr instinktiv agiert." Goretzka sei zwar ein ähnlicher Spielertyp, der seine Rolle aber defensiver interpretiert und "das ist gegen Ungarn nicht nötig". Wichtig sei es, den tiefstehenden Gegner über die Flügel zu knacken. "Dafür ist das 4-2-3-1-System prädestinierter als das bisher praktizierte 3-4-3."

Der Gegner

Die Anfangself der Ungarn besteht für Kratzer durchwegs aus "guten Spielern. Die sind fast ausnahmslos im Ausland tätig und haben die entsprechende Erfahrung". Nichtsdestotrotz sieht Kratzer die deutsche Mannschaft auf allen Einzelpositionen besser besetzt und ein "Nach-dem Gegner-richten" sei nicht angebracht. Der Grafenwöhrer Trainer führt noch einen wichtigen Grund an, weshalb die Ungarn in München nicht an ihre bisherigen Leistungen anknüpfen werden: "In Budapest hatten sie 60000 fanatische Fans im Rücken. Das ist nun nicht mehr der Fall. Deswegen stellt sich für mich die Frage nach dem Sieger nicht." Wer zudem, wie Joshua Kimmich, selbstbewusst das Halbfinale oder Finale als Ziel ausgibt, "darf sich gegen Ungarn keine Blöße geben".

Auf das zweite Gruppenspiel gegen Portugal stimmte der Gebenbacher Trainer Franz Koller die deutsche Mannschaft ein

Weiden in der Oberpfalz

 

 

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