Haselmühl bei Kümmersbruck
15.11.2024 - 16:19 Uhr
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100 Jahre Schiedsrichtergruppe Amberg: Gernot Stark erklärt das wichtigste Motto der Unparteiischen

Die Schiedsrichtergruppe Amberg feiert am Samstag ihren 100. Geburtstag. Mit Gernot Stark ist im ACC auch einer dabei, der die Hälfte dieser Zeit mitgeprägt hat. Seine Anfänge hat er noch gut im Kopf.

Gernot Stark Kümmersbruck Bild: Petra Hartl
Gernot Stark Kümmersbruck

An sein erstes Spiel kann er sich noch gut erinnern: „Es war ein Schülerspiel beim TV Sulzbach.“ Das Ergebnis wisse er jetzt nicht mehr, aber seine Leistung sei wohl in Ordnung gewesen. „Ich wurde auf jeden Fall nicht geschlagen.“ Humor gehört natürlich auch zur Schiedsrichterei. Gernot Stark, der in wenigen Wochen 80 Jahre alt wird, hatte lange Spaß, als Unparteiischer zwischen zwei Mannschaften zu stehen und Spiele gut über die Bühne zu bringen. „Ich war damals schon 27 Jahre alt“, erinnert sich der Haselmühler an die Anfänge. Nach einem Schienbeinbruch hatte er seine Fußballkarriere beim ASV früh beenden müssen. Danach ging es in der Schiedsrichterkarriere steil nach oben.

Gernot Stark ist neben Josef Schmid (SV Michaelpoppenricht) einer von zwei Unparteiischen, die am Samstagabend für 50 Jahre im Schiedsrichterwesen geehrt werden. Doppelt so alt ist die Schiedsrichtergruppe Amberg. Die feiert dann im großen Rahmen im ACC ihren runden Geburtstag. Etwa 130 Referees der Gruppe werden da sein, dazu kommen noch jede Menge Ehrengäste ins Congress-Center, auf die sich Schiedsrichterobmann Thomas Gebele schon freut. Neben Stark und Schmid stehen noch einige weitere Ehrungen an.

Einsätze bis in die Landesliga

Stark selbst wird Gebele für dessen 45-jährige Tätigkeit auf dem Platz auszeichnen. Danach werden in Amberg sicherlich viele Anekdoten erzählt. Stark kann wohl besonders viel dazu beitragen, denn der Haselmühler hat es weit geschafft. „Ich habe in der Landesliga gepfiffen, war in ganz Nordbayern unterwegs.“ Spiele von Passau bis Würzburg hatte er zu leiten.

So richtige kritische Situationen hatte der 79-Jährige nicht zu meistern: „Ich bin auch nie beleidigt worden und hatte eigentlich nie Probleme mit Vereinen. Da bin ich froh drum.“ Anscheinend hatte er immer eines der wichtigen Schiri-Mottos beachtet. „Man darf sich nie in den Vordergrund stellen.“ Starks Art wurde von den Spielern akzeptiert und geschätzt. Spannend waren auch die Tage nach dem Schlusspfiff: „Da kamen die Spielbeobachtungsbögen.“ Quasi die Noten für die Schiris.

Bis Mitte 55 war Stark aktiv, auch als Linienrichter in der Bayernliga im Gespann von Thomas Gebele. Erinnerungsstücke hat er auch noch: „Ich habe die Pfeiferl noch zu Hause“, sagt er. „Und die Spielauftragskarten.“ Die was? „Spielauftragskarten, die sind immer per Post gekommen, dass man wusste, wo man hin musste.“

Kein Fan des VAR

Nach seiner aktiven Zeit war er auch noch fast zehn Jahre Schiedsrichterobmann der Amberger Gruppe. Jetzt verfolgt Stark immer noch bei Spielen den zwölften Mann ganz genau. Wobei ihm im Profifußball eines missfällt: „Der VAR gefällt mir gar nicht.“

Ohne technische Überwachung aus dem Kölner Keller hätte es früher zwar mehr Fehlentscheidungen gegeben. „Aber jetzt ist das Spiel drei, vier Mal für drei, vier Minuten unterbrochen.“ Das ist nicht Starks Ding. Er ist einer, der schon immer auf menschliche Fähigkeiten gesetzt hat.

Info:
  • Feier im Amberger Congress Centrum mit etwa 200 geladenen Gästen.
  • Ehrungen durch Schiedsrichterobmann Thomas Gebele.
  • Für 50 Jahre werden Josef Schmid (SV Michaelpoppenricht) und Gernot Stark (ASV Haselmühl) geehrt.
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