01.10.2020 - 11:32 Uhr
Kastl bei KemnathSport

Kastler Bundesligateam von Saisonabsage enttäuscht

Der Ligaausschuss Gewehr/Pistole des Deutschen Schützenbundes hat die Bundesligasaison 2020/2021 eineinalb Wochen vor Ligastart abgesagt. Begründet wurde dies mit den allgemein zunehmenden Corona-Infektionen.

Die Vorbereitungsphase der Kastler Schützen war umsonst. Der verband hat die Bundesligasaison abgesagt.
von Wolfgang RapsProfil

Zuletzt wurde die Fraktion an Vereinen immer größer, die gegen die Durchführung der bevorstehenden Bundesliga-Saison war. Demnach werden nach einem 10:5-Beschluss pro Absage, laut Ligaausschuss die Ligen für ein Jahr eingefroren, sie starten in der Saison 2021/2022 in unveränderter Zusammensetzung.

Dabei hatte sich Hubertus Kastl mit dem erneuten Klassenerhalt wieder ein ehrgeiziges Ziel gesteckt. Um dem näher zu kommen, liefen die Vorbereitungen bereits seit einigen Wochen auf Hochtouren. Zuletzt wurden mehrere Vorbereitungswettkämpfe gegen Zweit- und Erstligateams absolviert.

"Mit unserem Neuzugang Jasmin Kitzbichler aus Kufstein hätten wir eine weitere starke Schützin in unseren Reihen gehabt. Sie muss nun ein Jahr auf ihren Einsatz warten", sagt Mannschaftsführer Lukas Haberkorn, der die Stimmung im Kastler Lager so umschreibt: "Die Mannschaft war für den Auftakt in Fürth gut in Form und ist nach der Saisonabsage absolut enttäuscht. Dennoch müssen wir die Situation annehmen, im kommenden Jahr greifen wir wieder an."

Über die Absage der Bundesligasaison könne man sicherlich geteilter Meinung sein, erklärt Vereinsvorstand Wolfgang Raps. "Zwar wäre der Ligastart nicht unproblematisch gewesen, mit den getroffenen Hygiene- und Schutzmaßnahmen hätte man die Liga aber durchaus starten können", sagte er. Letztlich, so Raps, sei für die meisten Bundesligisten mit vielen unter Vertrag stehenden Sportlern die finanzielle Situation ausschlaggebend. Die Sorge um höhere Kosten und Quarantänemaßnahmen für ausländische Athleten, der Mehraufwand für die Einhaltung der Hygienemaßnahmen sowie der Wegfall von Zuschauern in Verbindung mit von manchen Vereinen angemieteten Großturnhallen waren wohl die ausschlaggebenden Gründe für die Entscheidung des Ligaausschusses. Dem vernehmen nach hatte sich ein Großteil der Schützen selbst für einen Ligastart ausgesprochen.

Während andere Sportverbände alles versuchen, um ihren Spielbetrieb durchzuführen, geht der Deutsche Schützenbund einen anderen Weg und zieht sich zurück. "Die sonst so strikten Vorgaben hätte man für die bevorstehende Bundesligasaison auch etwas lockern können", meint Raps. "Kleinere Wettkampfstätten, Wettkämpfe ohne Zuschauer sowie das vorgesehene Hygienekonzept wären umsetzbar gewesen. Für die Bundesliga und auch den Deutschen Schützenbund ist die Absage ein herber Rückschlag."

Offen ist nun auch, was mit den unteren Ligen passiert, die auch im Oktober beginnen sollten. Die Durchführung obliegt den einzelnen Landesverbänden. Sollten diese Wettkämpfe als Folge ebenfalls abgesagt werden, wäre dies laut Raps der „Super-GAU“für den Schützensport und die Nachwuchsarbeit.

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