13.01.2020 - 15:17 Uhr
Kastl bei KemnathSport

Kastler Hubertus-Schützen schaffen Bundesliga-Klassenerhalt

Ein wahrer Kraftakt am letzten Wettkampftag in der Partie gegen Bund München bringt die Erlösung. Zum Matchwinner avanciert Michael Buchbinder, der die Kastler im Stechen jubeln lässt.

Die Kastler Hubertus-Schützen (Szene aus der Partie gegen Coburg) feierten beim letzten Wettkampftag in Wolnzach den Klassenerhalt in der 1. Bundesliga.
von Wolfgang RapsProfil

Die Kastler Hubertus-Schützen bleiben auch der kommenden Saison erstklassig. Es stand viel auf dem Spiel beim letzten Bundesliga-Wettkampftag beim SV Niederlauterbach in der Hopfensiegelhalle in Wolnzach. Man hätte viele Rechenbeispiele um den Klassenerhalt vornehmen können. Doch die Kastler wussten genau: Wollen sie in der 1. Bundesliga verbleiben, muss noch mindestens ein Sieg gelingen. Dabei richteten sich die Blicke auch nach Vöhringen, wo beim Tabellenführer die Partien der direkten Konkurrenten ausgetragen wurden. Zunächst ging es für die Kastler gegen den Tabellenvierten Bund München. Wie erwartet trat dieser in Bestbesetzung an, ging es bei den Oberbayern doch noch um die Finalteilnahme Anfang Februar in Fulda. Nach einem einzigartigen Kraftakt in der zweiten Hälfte der Partie und einem anschließenden Stechen drehte Kastl die lange Zeit schon als verloren geglaubte Partie und bezwang München sensationell mit 3:2.

In der Spitzenpartie stand Maria Kausler mit Denise Erber wohl das schwerste Los bevor. Während Kausler ihre Partie mit einer 98er-Serie eröffnete, zog die Münchenerin mit optimalen 100 Ringen davon. Trotz größter Gegenwehr und starkem Endresultat von 397, gegen die 399 Ringe ihrer Kontrahentin war Kausler chancenlos. Elena Zimmermann, das jüngste Kastler Teammitglied, tat sich von Beginn an sehr schwer. Sie haderte, die 10er wollten einfach nicht fallen. So musste sie sich der erfahrenen Lisa Haensch klar mit 386:394 Ringen geschlagen geben. Auch Simona Bachmayer hatte anfangs gegen Daniel Karg allergrößte Probleme. Allerdings ließ sie nach dem schwachen Auftakt starke Serien folgen und setzte den Münchener damit gehörig unter Druck. Am Schluss blieb ihr durch zwei unnötige Neunen ein noch besseres Ergebnis verwehrt, zum knappen 389:388 Punktgewinn reichte es aber doch noch. Zu einem nervenaufreibenden Duell entwickelten sich die Partien von Christine Schachner und Michael Buchbinder. Schachners Gegnerin, Hanna Bühlmeyer, beendete ihren Wettkampf vorzeitig mit starken 394 Ringen und legte der Kastlerin eine schwere Hürde auf. Diese durfte sich bei ihren verbleibenden 12 Schüssen keine Neun mehr erlauben, ansonsten müsste sie ins Stechen oder wäre die Partie verloren. Unbeeindruckt lieferte die junge Österreicherin: Mit einer 100er-Endserie und starken 395 Ringen sorgte sie für einen weiteren Einzelpunkt zum zwischenzeitlichen Ausgleich.

Nun kam es auf die Partie zwischen Buchbinder und Pierre-Edmond Piasecki an. Beide Kontrahenten marschierten gleichauf, der Franzose schloss etwas früher mit starken 397 Ringen ab. Buchbinder musste jetzt mit sechs Zehnern ausschießen, um noch das Stechen zu erreichen, was ihm in beeindruckender Weise gelang. Am Ende standen für beide starke 397 Ringe zu Buche, somit musste das Shoot-off die Partie entscheiden. Als beide Schützen gleichzeitig an die Stände traten, herrschte Spannung pur in der Halle. Der Franzose schoss im Stechen schnell, eine gelbe Neun leuchtete am Bildschirm und den Leinwänden auf. Kurz nach der Schussabgabe Buchbinders flackerte die rote Zehn auf den Leinwänden. Der grandiose 3:2-Sieg gegen Bund München war gelungen. "Die Begegnung war nervenaufreibend. Bund München hat uns gefordert, Aber wir haben Topergebnisse geliefert. Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, als ich das Stechen zum Sieg gewonnen habe", zeigte sich Buchbinder erleichtert.

Die Kastler hatten ihr Soll erfüllt, nun wartete man gespannt auf die Ergebnisse aus Vöhringen. Der SV Buch hatte die zeitgleich ausgetragene Partie gegen KKS Königsbach gewonnen. Im Anschluss stand die wichtige Begegnung zwischen dem direkten Kontrahenten SV Petersaurach gegen die SSG Fürth an. Nachdem bekannt wurde, dass die Petersauracher den Fürthern im Stechen 2:3 unterlegen waren, war der Klassenerhalt für die Kastler vor der zweiten Partie bereits geschafft. So ließen es die Kastler gegen Coburg etwas leichter, aber dennoch konzentriert angehen. Schließlich wollte man noch einige Plätze gut machen. Nach einem Match auf Augenhöhe gewannen die Coburger vielleicht etwas zu hoch, aber dennoch verdient mit 4:1.

Maria Kausler hatte wie schon in der ersten Partie eine schwere Partie vor sich. Trotz größter Anstrengung und einem Top-Ergebnis von 396 Ringen, gegen die 399 der stark agierenden Sabrina Hössl war sie erneut machtlos. Einen besseren Tag erwischte Elena Zimmermann. Sie hielt die Partie gegen Nikola Mazurova bis zur letzten Serie offen. Allerdings schlichen sich zum Schluss einige Neunen ein, was die erfahrene Tschechin eiskalt ausnutzte. Mit 393:396 ging der Punkt nach Oberfranken. Michael Buchbinder trat gegen den Lokalmatador der Coburger, Jürgen Wallowsky, an den Stand. Buchbinder versuchte alles, allerdings kam er nicht so richtig in Tritt. Der starke Endspurt kam für ihn zu spät, er hatte dem Coburger mit 390:395 letztlich zu wenig entgegenzusetzen. Einen Schlagabtausch lieferte sich Christine Schachner mit Manuel Wittmann, vor der letzten Serie waren beide gleichauf. Allerdings brach die Österreicherin zum Ende hin ein, so dass der Neumarkter davon zog. So ging auch dieser Punkt mit 388:391 an Coburg. Eine starke Leistung zeigte Simona Bachmayer gegen Lorenz Gluth. Die Kastlerin dominierte die Partie und packte zum Schluss noch eine 99er-Serie drauf. Mit 393:389 Ringen ließ sie ihrem Gegner keine Chance und sorgte für den Ehrenpunkt. "Die Aufholjagd in der Partie gegen München war grandios. Gegen Coburg wäre vielleicht mehr möglich gewesen. Dennoch war es eine super Saison. Gratulation an die Mannschaft", freute sich Mannschaftsführer Lukas Haberkorn.

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