06.03.2020 - 15:38 Uhr
KemnathSport

Beyerlein träumt von Mannschaftsgold

Eigentlich könnte Reinhold Beyerlein die Weltmeisterschaft ganz entspannt am Computer verfolgen. Aber von wegen Live-Ticker. Der Oberpfälzer legt lieber selbst Hand an und kehrt als 40-Jähriger auf die internationale Bühne der Eisstock-Weitschützen zurück. Es geht um ein großes Ziel.

Reinhold Beyerlein in Aktion: Der 40-Jährige hat wieder den Eisstock in die Hand genommen, um bei der WM in Regen Mannschaftsgold zu gewinnen.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Was hat dieser Mann in seiner langen Karriere als Eisstock-Weitschütze nicht alles erreicht: Mehrmals gewann Reinhold Beyerlein den nationalen Titel, er wurde Europameister im Einzel und mit der Mannschaft. Zweimal schaffte er es als Einzelsportler bei einer WM sogar auf das Podest (2002: Bronze; 2014: Silber). Und gleich fünfmal verewigte er sich als Vize-Weltmeister mit dem deutschen Team in den Ergebnislisten.

Und doch ist genau diese Bilanz - so herausragend sie sich auch liest - der Grund für sein Comeback. "Mich hat es schon immer gewurmt, dass es nie zum WM-Titel mit der Mannschaft gereicht hat", gibt Beyerlein zu. "Wir sind stets an den Österreichern gescheitert. Mal knapp, mal deutlich." Nun aber glaubt der Kemnather an die große Chance, Versäumtes nachzuholen: "Diesmal könnte es klappen."

Heim-WM in Regen - diesem Ziel hat Beyerlein in den letzten Monaten fast alles untergeordnet. Fitnessstudio, Schwimmen, Schießeinheiten am Windischeschenbacher Bohrturm, insgesamt sechsmal pro Woche Training. "Es war nicht leicht, mich wieder in Form zu bringen", gibt der 40-Jährige zu. Dass die bis zu 20 Jahre jüngeren Konkurrenten "körperlich mehr drauf" haben, weiß er. "Da muss ich mit meiner Erfahrung und mit Technik einiges wettmachen."

Immerhin: Die Rückenprobleme, die mit ein Grund dafür waren, dass er 2014 seinen letzten internationalen Wettkampf bestritt, sind verschwunden. "Da tut nichts mehr weh, zum Glück." Vier Jahre lang war Beyerlein zusammen mit Christian Englbrecht (Oberbergkirchen) als Bundestrainer der A-Nationalmannschaft unterwegs, ehe er aus beruflichen Gründen 2018 dieses Amt aufgab. Auch deshalb kann er die Qualität der deutschen Top-Schützen gut beurteilen: "Mit Markus Schätzl haben wir einen Ausnahmeschützen in unseren Reihen. Und auch die anderen sind gut dabei."

Dass sich die Plackerei gelohnt hat, bestätigte der verbandsinterne Qualifikationslehrgang in Innsbruck. Hinter Schätzl (Oberbergkirchen), Peter Rottmoser (Schechen) und Michael Späth (Altrandsberg) schloss Beyerlein als Vierter das Nominierungsschießen ab. Eine Punktlandung, denn insgesamt vier Schützen bilden bei der WM eine Mannschaft. "Der schwächste Starter eines Teams wird aus der Wertung gestrichen", erzählt Beyerlein. "Aber auch wenn ich das sein sollte, wäre ich trotzdem Weltmeister. Natürlich nur, falls wir gewinnen." Für den Einzel-Wettkampf hat der Kemnather keine größeren Ambitionen: "Das Finale der besten Zwölf möchte ich schon erreichen. Aber ein Medaillenplatz ist illusorisch."

Realistisch schätzt Beyerlein auch seine Zukunft als Leistungssportler ein. "Nach dieser WM ist definitiv Schluss", kündigt der "Senior" an. "Man muss die Kirche im Dorf lassen. Ich bin froh, dass es bis hierher geklappt hat." Eisstockweitschießen

WM- Zeitplan

Mittwoch, 11., März, 16 bis 21 Uhr Mannschafts-Wettbewerb

Freitag, 13. März, 17 bis 21 Uhr: Einzel-Wettbewerb (Finale)

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