20.11.2020 - 16:37 Uhr
KirchenthumbachSport

Nicht immer gewinnt der Schnellste

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Beim Motorsport geht es eigentlich immer um absolute Spitzengeschwindigkeiten. Das muss nicht sein, wie jetzt der Oberpfälzer Oliver Neidull bewiesen hat. Manchmal reicht auch die Konstanz.

Oliver Neidull (links) und sein Fahrerkollege Christoph Lixl vor Neidulls Porsche 911 Carrera.
von Josef Maier Kontakt Profil

Kirchenthumbach hat einen Deutschen Meister - und der war zwar nicht der Schnellste seines Fachs, aber natürlich der Beste. Oliver Neidull ist Rennfahrer in der VFV-GLPpro. Hinter diesem sperrigen Ausdruck verbirgt sich eine Rennserie mit Fahrzeugen älterer Bauart. Der 50-jährige geht dabei mit einem Porsche 911 Carrera, Baujahr 1977, an den Start. 250 PS bringt das Gefährt auf die Straße und siegte in der Klasse "Gran Turismo". "Ich habe da ein sehr zuverlässiges Auto", sagt Neidull und schiebt lächelnd nach. "Ist halt ein Porsche."

In den einzelnen vier Klassen der Rennserie ist nicht nur Schnelligkeit gefragt, sondern auch Gleichmäßigkeit. Ausgehend von einer Startrunde geht es darum, in den folgenden Runden diese Geschwindigkeit zu halten. Bei zu großen Abweichungen von der vorgegeben Rundenzeit gibt es Abzüge. Neidull, der für den Motorsportclub Kirchenthumbach fährt, bekam das in diesem Jahr am besten hin - auch ohne die Spitzengeschwindigkeit.

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Normalerweise keine Chance

In diesem Rennjahr ist die Coronakrise dem Oberpfälzer Hobbyrennfahrer sogar zugute gekommen. "Normalerweise habe ich keine Chance auf die Meisterschaft, weil ich zeitlich nicht alle Rennen fahren kann", sagt der Unternehmer, der in Kirchenthumbach einen Werkzeughandel betreibt. "In diesem Jahr gab es coronabedingt aber nur fünf Rennen", blickt er auf 2020 zurück.

Nur in Hockenheim

Und da überraschte der Oberpfälzer auf dem Hockenheimring bei allen Läufen die Konkurrenz. In diesem Jahr waren die Rennfahrer nur auf dem Kurs südlich von Mannheim zugange, normalerweise werden auch Rennen am Nürburgring, in Oschersleben oder im tschechischen Most gefahren.

"Ich war als Kind schon sehr Motorsport-begeistert", erzählt Neidull. Den Traum, selbst Rennen zu fahren, erfüllte er sich dann im Jahr 2007, als er erstmals an der Startlinie stand. Die Begeisterung für den Sport ist nach wie vor groß. Und ein Titel macht die ganze Sache noch emotionaler und schöner. "Deutscher Meister wird man ja nicht jedes Jahr." Den Preis für seine Konstanz auf der Rennstrecke hat er noch nicht erhalten. "Eigentlich sollte die Siegerehrung heuer noch sein, aber das geht ja aus bekannten Gründen nicht", sagt Neidull. Die Ehrung wird noch nachgeholt. Den Pokal gibt es später.

Keine Gesamtwertung

In der Gesamtwertung aller vier Klassen wäre Neidull dieses Jahr Zweiter geworden, aber die gibt es dieses Mal wegen zu weniger Rennen nicht. Na, dann bleibt ja noch ein Ziel für 2021.

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