27.10.2020 - 13:34 Uhr
MünchenSport

Köllner und sein Mölders-Geheimnis nach dem Derby

Ein Alter und ein Neuer waren die Sieggaranten für 1860 München im Derby bei der SpVgg Unterhaching. Der eine sorgt auch für emotionale Stimmung, der andere für mutige Dribblings.

In eine Decke gehüllt verlässt Sascha Mölders den Rasen im Hachinger Sportpark. Der Oldie war wieder der entscheidende Mann im Drittliga-Derby, das der TSV 1860 München mit 2:0 gewann.
von Josef Maier Kontakt Profil

Sascha Mölders hat mit seinen 35 Jahren schon Riesenerfahrung, er deshalb hatte es vorher schon gewusst: "Ich habe noch nie in Haching verloren, deswegen war ich mir auch sicher, dass wir heute wieder gewinnen", sagte er selbstbewusst nach den 90 Minuten am Mikrofon von Magenta-Sport. Damit seine These stimmte, hatte der Sturm-Oldie selbst mit angepackt und den Ball zum 2:0-Endstand ins Tor gezimmert. Und so ist der TSV 1860 München mit dem Sieg von Unterhaching am Montagabend wieder Spitzenreiter der 3. Liga. Das 1:0 von Dennis Dressel hätte dafür noch nicht gereicht, mit dem Mölderschen 2:0 haben die "Löwen" jetzt das bessere Torverhältnis gegenüber Hansa Rostock.

Trainer Michael Köllner ist diese Momentaufnahme völlig egal. "Wir definieren uns weder als Spitzenmannschaft noch als Tabellenführer", sagte der Fuchsmühler lächelnd, wohlwissend, dass die Favoritenbürde immer schwerer wird. "Wir hatten heute auch etwas Glück", betonte er nach der Partie im Dauerregen. Die Sechziger hatten aber die drei Punkte nach Schlusspfiff verdient mit nach Giesing hinübergenommen. Da entsteht etwas an der Grünwalder Straße. Mit Richard Neudecker haben sie noch so ein Teilchen gefunden, das exakt ins Gefüge passt. "So jemanden, mit solch einem Profil haben wir gesucht", freut sich Köllner immer noch über den Wechsel des Altöttingers. "Ein ehemaliger Spieler, der wieder nach Hause kommt." Neudecker wurde bei den "Löwen" in der Jugend ausgebildet und spielte bis 2016 auch bei den Profis, ehe er über den FC St. Pauli und den holländischen Erstligisten VVV Venlo wieder nach Bayern zurückkehrte. Der 1,74 Meter kleine Mittelfeldspieler, der am Donnerstag 24 Jahre alt wird, tut dem Team vor allem mit seiner Quirligkeit gut. Er tritt viele Standards, sorgt mit seinen Dribblings für viele Kreativmomente.

Der Spielbericht zum Derby

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Sascha Mölders tut den Sechzigern einfach überall gut. "Wichtig ist einfach, dass er wie heute als Kapitän vorangeht", lobte Köllner auch nach der Montagspartie seinen wichtigsten Mann. "Die ruhige Mannschaft braucht auch so einen emotionalen Leader. " Wenn der Anpfiff ertönt, dann kennt der 35-Jährige nur ein Ziel: alles raushaun. Und noch ein anderes: Immer wieder einen reinhaun. wie gegen Unterhaching, als SpVgg-Akteur Robert Müller den Ball ins eigene Tor ablenkte. "Das hätte ich auch gerne, dass bei uns mal einer reingeht, wenn wir Richtung Eckfahne schießen", spöttelte Haching-Coach Arie van Lent. Aber auch der holländische Ex-Stürmer wusste, dass gerade so einer wie Mölders in seinem Team fehlt. Einer, der per Kopf trifft, im Strafraum wühlt, drei Gegner beschäftigt, die Kollegen unentwegt anfeuert und der jetzt auch noch mit Fernschüssen erfolgreich ist. Also der perfekte Fußballer? Da lächelt Köllner wieder. "Sascha kann auch nicht alles. Aber das verrat ich erst, wenn er seine Karriere beendet hat." Nach der Leistung von Montag wird das noch ein bisschen ein Geheimnis bleiben.

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