24.10.2021 - 17:24 Uhr
MünchenSport

Kommentar zu Kimmichs Impf-Aussagen: Diese Debatte hat eine große Chance

Joshua Kimmich vom FC Bayern gilt als einer der deutschen Lieblingsspieler. Dieser Status scheint nach den Impf-Aussagen gefährdet. Unser Redakteur Josef Maier sieht aber im Nationalspieler einen, der der Gesellschaft helfen kann.

Joashua Kimmich erklärte am Samstag seine Bedenken gegen das Impfen.
von Josef Maier Kontakt Profil
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Jüngst ein Facebook-Eintrag in einer Gruppe. Eine Frau, zumindest steht hinter dem Account ein weiblicher Name, die die Todesanzeigen gelesen hat, klagt sorgenvoll: "Fällt Euch auch auf, dass derzeit viele junge Leute sterben." Dahinter ein paar Punkte, die Raum lassen für Interpretationen. Für Interpretationen, die nur in eine Richtung zielen. Ja, jetzt rafft der neue Impfstoff große Teile der Menschheit dahin.

Man kann gar nicht so laut schreien, um diesen Müll wegzubrüllen. Der Irrsinn, die Schwurbelei, der Schwachsinn in den sozialen Medien zum Thema Impfen kennt keine Grenzen. So funktionieren Diskussionen im Jahr 2021. Zwei Parteien stehen sich unversöhnlich gegenüber: Die große Gruppe der Geimpften, die kleine der Ungeimpften hält dagegen. An der Diskussion zerbrechen immer mehr Freundschaften. Jedes noch so kleine Fitzelchen wird aufgesogen und in den sozialen Medien rausposaunt, um seine vorgefertigte Meinung zu untermauern. Das gilt übrigens für beide Seiten. Die Aussagen Joshua Kimmichs vom Samstag haben die schönste Nebensache der Welt in den Mittelpunkt der wichtigsten Sache in diesem Land gerückt. Plötzlich steht der Fußball mitten im derzeit heikelsten gesellschaftspolitischen Thema. Ein Nationalspieler mit Vorbildfunktion ist nicht geimpft.

Sachlich und ruhig trug der 26-jährige Familienvater seine Bedenken gegen das Impfen vor. Erklärte, wog ab, seine Zweifel waren ihm anzusehen. Nicht nur die an der Impfung, sondern auch daran, ob er richtig liegt in einer Sache, die so viele bewegt. Ist es nicht meine solidarische Pflicht, mich impfen zu lassen? Auch wegen meiner Mitmenschen? Kimmich kann aber etwas schaffen, was Politiker, und selbst Wissenschaftler mit ihren zahlreichen, sicher fundierten Studien, bisher nicht geschafft haben. Das Thema etwas zu versachlichen, ohne Häme, ohne Vorurteile darüber zu diskutieren, voranzukommen. Natürlich hat unsere freie Gesellschaft die Pflicht, die Meinung Kimmichs zu akzeptieren und auch zu tolerieren. Das heißt aber überhaupt nicht, dass man sie verstehen muss.

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