04.01.2021 - 18:19 Uhr
KulmainSport

Darts-WM: Michael Kastner tippt auf den Richtigen

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Michael Kastner ist Darter aus Überzeugung. Als solcher hat der Bundesligaspieler des DC Black Pub Kulmain natürlich die WM vor dem Fernseher verfolgt. Am Ende liegt er mit seinem Tipp richtig.

Michael Kastner bei seinem liebsten Hobby, dem Dartspiel.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

ONETZ: Gerwyn Price ist erstmals Weltmeister im Darts. Ein würdiger Champion?

Michael Kastner: Ja, absolut. Price war mein Geheimfavorit und hat verdient gewonnen. Er hat eine ganz starke Saison gespielt und dies mit dem WM-Titel gekrönt. Was mich überrascht hat, war die Finalteilnahme von Gary Anderson. Er ist ja eigentlich mein Lieblingsspieler. Aber in den letzten zwei Jahren ist Anderson nicht seinen Ansprüchen gerecht geworden.

ONETZ: Es gab den einen oder anderen Favoritensturz. Dominator Michael van Gerwen schied bereits im Viertelfinale aus, Price ist nun Weltranglistenerster. Kommt das einer Wachablösung gleich?

Michael Kastner: Nein, das zu behaupten, wäre verfrüht. Van Gerwen hatte zuletzt keine gute Phase. Ich glaube, dass er zurückkommen wird. Und zwar stärker denn je.

ONETZ: Gabriel Clemens sorgte mit dem Drittrundensieg über Titelverteidiger Peter Wright für Aufsehen. Kann er in Zukunft noch weiter in die Weltspitze vorstoßen?

Michael Kastner: Ich denke schon. "Gaga" hat eine sehr gute Entwicklung gemacht und sicher Potenzial, auch wenn beim Sieg gegen Wright ein bisschen das Glück auf seiner Seite war. Er hat aber seine kleine Chance gegen Wright eiskalt ausgenutzt.

ONETZ: Und Max Hopp? Trotz Vorschusslorbeeren kam für ihn einmal mehr das vorzeitige Aus in Runde zwei ...

Michael Kastner?: Die Niederlage gegen Mervyn King muss man differenziert betrachten. Hopp hat sich spielerisch stark verbessert. Er hat gegen King einen Average von 95 gespielt, was für deutsche Verhältnisse wirklich hoch ist. Wie weit er noch nach oben kommen kann, ist schwer zu sagen. Ein Deutscher, der in den nächsten Jahren nach vorne stoßen könnte, ist im Übrigen Nico Kurz. Er ist mit 23 Jahren noch jung und hat viel Talent.

ONETZ: Zuschauer waren nur zu WM-Beginn erlaubt. Ist es für die Spieler seltsam, wenn die Anfeuerung, das Flair eines solchen Events fehlen?

Michael Kastner: Es gibt die ruhigen Spieler wie Clemens oder Anderson. Die wollen nicht abgelenkt werden, ihre Ruhe haben. Für die waren die leeren Ränge ein Vorteil. Für andere wie van Gerwen oder Price war es eher ein Handicap, die lieben es, wenn so richtig Stimmung herrscht.

Michael Kastner: Platz drei in Las Vegas

ONETZ: Wie alle Amateursportler dürfen auch Sie aktuell nicht ihrem liebsten Hobby nachgehen und sich im Wettkampf messen? Wird die Pandemie negative Auswirkungen auf den Dartsport haben?

Michael Kastner: Ich glaube schon, dass manche Vereine Probleme haben werden, in den gewohnten Modus zurückzufinden, wenn irgendwann der Spielbetrieb wieder erlaubt ist. Wir haben aktuell ja die Möglichkeit, von zu Hause aus Dart-Turniere online zu spielen. Aber das wird wenig genutzt. Dis Faszination des Sports macht das Gemeinschaftsgefühl aus. Und das spürt man halt nur im richtigen Wettbewerb.

Hintergrund:

Michael Kastner

  • Michael Kastner spielt seit 25 Jahren Dart.
  • Der 46-Jährige aus Kemnath wirft die Pfeile für DC Black Pub Kulmain und ist beim Bundesligisten Mannschaftsführer.
  • Größter Erfolg: Teilnahme an der Mannschafts-WM 2014 in Las Vegas, damals mit dem Team "Na sowas". Mit DC Black Pub hat sich Kastner erneut für das Weltturnier in der US-Wüstenmetropole (Juni 2021) qualifiziert.
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