Update 19.04.2026 - 21:55 Uhr

Last-Minute-Ausgleich: Mainz holt Punkt in Gladbach

Borussia Mönchengladbach verpasst in der Bundesliga einen großen Schritt auf dem Weg zum Klassenverbleib. Der FSV Mainz 05 liegt lange zurück und schlägt dann doch noch zu.

Borussia Mönchengladbach hat im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga einen ganz wichtigen Sieg noch leichtfertig aus der Hand gegeben und muss weiter um den Klassenerhalt bangen. Gegen den FSV Mainz 05 kam die Elf vom Niederrhein nur zu einem 1:1 (1:0), weil Nadiem Amiri (90.+8 Minute) in der Nachspielzeit für die Gäste ausglich. Joe Scally hatte die Borussia in der siebten Minute in Führung gebracht, danach taten die Gladbacher aber viel zu wenig, um den ersehnten Dreier einzufahren.

Vier Spieltage vor dem Saisonende hat die Elf vom Niederrhein fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Für Mainz war das Last-Minute-Remis drei Tage nach dem bitteren Aus in der Conference League ein Stimmungsaufheller, mit dem Abstieg dürfte das Team mit nun acht Punkten Vorsprung auf Platz 16 nicht mehr viel zu tun haben.

Gladbachs Nicolas: „Gefühlt waren wir mausetot auf dem Platz“

„Wir mussten Gesicht zeigen nach Donnerstag und mussten es besser machen. Wir haben bis zum letzten Augenblick dran geglaubt“, sagte der Mainzer Torjäger Phillip Tietz bei DAZN über den späten Punktgewinn.

Deutlich weniger zufrieden mit dem Remis war Gladbachs Torhüter Moritz Nicolas: „Allgemein zweite Halbzeit war zu wenig, das muss man ganz klar so sagen. Gefühlt waren wir mausetot auf dem Platz“, sagte er.

Wichtiges Spiel für Gladbach

Gladbachs Sportdirektor Rouven Schröder hatte im Vorfeld keinen Hehl aus der großen Bedeutung der Partie für die Borussia gemacht. „Das ist ein eminent wichtiges Spiel für uns. Wir brauchen einen Hexenkessel, brauchen jeden einzelnen Fan“, hatte Schröder gesagt. Durch die Siege von Bremen und Wolfsburg am Samstag war der Druck auf die Borussia noch einmal zusätzlich gestiegen.

Und die Gladbacher schienen sich ihrer Lage bewusst zu sein und starteten vor 50.245 Zuschauern im Borussia-Park couragiert. Schon in der siebten Minute brachte Scally die Gastgeber in Führung. Nach einer schönen Kombination über Haris Tabakovic und Hugo Bolin traf der Amerikaner überlegt ins linke untere Eck.

Führung gibt keine Sicherheit

Doch die Führung schien den Borussen keine Sicherheit zu geben. Das Polanski-Team zog sich wie schon so häufig in dieser Saison unerklärlich weit zurück und ließ jedes Tempo in den Offensivaktionen vermissen. So blieben die Mainzer im Spiel, obwohl ihnen Frust und Müdigkeit nach dem Ausscheiden in der Conference League gegen Racing Straßburg am Donnerstag anzumerken waren.

FSV-Coach Urs Fischer hatte seine Mannschaft danach ungewöhnlich scharf kritisiert und die Leistung beim 0:4 als „wirklich unterirdisch“ bezeichnet. Trotz der Belastungen durch die Englischen Wochen hatte Fischer im Borussia-Park ein anderes Gesicht seiner Mannschaft gefordert. „Es gilt eine Reaktion zu zeigen auf das Spiel in Straßburg. Das gilt für alle. Alle sind gefordert.“

Mainz mit viel Ballbesitz

Den Willen konnte man den Mainzern in der Tat nicht absprechen, allerdings waren die Gäste nicht zwingend genug. Stattdessen hätte die Borussia die Führung nach etwas mehr als einer halben Stunde ausbauen müssen. Doch Castrop schoss völlig frei seinen am Boden liegenden Mitspieler Nico Elvedi an.

Auch kurz nach dem Seitenwechsel hatte Castrop die Chance zum 2:0, scheiterte aber am Mainzer Torwart Daniel Batz. Das Spiel wog nun hin und her, weil die Mainzer mehr riskierten. Gladbach kam so zu guten Konterchancen, spielte die aber nicht sauber genug aus.

Auf Abseits-Tor folgt spätes 1:1

Zum Schluss wurden die Mainzer immer stärker. Zunächst vergab Tietz 20 Minuten vor dem Ende per Kopf. In der 88. Minute lag der Ball dann im Gladbacher Tor - dem Kopfball von Joker Nelson Weiper ging allerdings eine Abseitsposition voraus. Nach VAR-Prüfung blieb es folglich beim 1:0.

Kurz vor Ende der Nachspielzeit foulte Gladbachs Yannik Engelhardt dann Philipp Mwene im Strafraum. Vom Punkt blieb Amiri cool - und brachte den Mainzern doch noch einen Punkt.

© dpa-infocom, dpa:260419-930-966614/2

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