29.04.2019 - 16:22 Uhr
Luhe-WildenauSport

Hier Jubel, dort Enttäuschung

Zwei Fußball-Meisterschaften an einem Tag: Die Marktgemeinde Luhe-Wildenau hätte beinahe eine sportliche Premiere erlebt. Aber nur eine Mannschaft erfüllt am Sonntag das geforderte Pensum.

Der FC Luhe-Markt ist am Ziel angelangt: Die Spieler feierten nach dem 3:0-Heimsieg über den FSV Waldthurn die vorzeitige Meisterschaft in der Kreisklasse Ost.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Zwischen riesengroßer Freude und tiefer Enttäuschung lagen nur 1500 Meter Luftlinie. Während der FC Luhe-Markt seiner Favoritenrolle gerecht wurde und nach einem souveränen 3:0-Heimsieg über den FSV Waldthurn die Meisterschaft in der Kreisklasse Ost bejubelte, gab es zeitgleich ein paar Steinwürfe weiter traurige Mienen und hängende Köpfe.

Mit 2:0 hatte der SC Luhe-Wildenau zur Halbzeit gegen den FV Vilseck geführt - und zu diesem Zeitpunkt den Titelgewinn in der Kreisliga Süd scheinbar sicher in der Tasche. Dann mündeten 20 katastrophale Minuten in vier Gegentreffer und eine völlig unerwartete 3:4-Pleite. Die Meister-T-Shirts blieben eingepackt. Statt Feierlaune herrschte Frust pur. Dem ersten Katzenjammer folgte aber die Kampfansage. "Jetzt erst recht", ließ Sebastian Urban verlauten. "Mit der Meisterschaft wird es dennoch klappen", ist der SC-Kapitän überzeugt. "Wir sind stark genug."

Eine Aussage, die der FC Luhe-Markt so nicht mehr nötig hat. Platz eins ist eingetütet. Nach vier Jahren in der Kreisklasse gelingt den Fußballern von der Neudorfer Straße wieder die Rückkehr ins Oberhaus des Fußballkreises Amberg/Weiden. "Jeder kämpft für den anderen. Unser Zusammenhalt ist riesig. Wir kennen uns ja fast alle aus dem Kindergarten", beschreibt Kapitän Daniel Ries den Erfolgsfaktor Nummer eins beim FC. Ein zweiter, wichtiger Grund für den sportlichen Aufschwung liegt in der Trainerpersonalie begründet. Krysztof Pianka wechselte zu Saisonbeginn vom ASV Neustadt zum FC Luhe-Markt und brachte neuen Schwung in die Truppe. "Er passt perfekt zur Mannschaft", schwärmt Sportlicher Leiter Dominik Wenisch und verrät ein kleines Geheimnis: "Eigentlich wollten wir erst nächstes Jahr aufsteigen. Super, dass es jetzt schon geklappt hat."

An der Berechtigung des Triumphs besteht kein Zweifel. Die Luher verfügen in der Kreisklasse Ost sowohl über den gefährlichsten Angriff (64 Tore) als auch die beste Abwehr (22). Leistungsträger in einer homogenen Truppe sind Torwart Maximilian Hotek, Abwehrchef Stephan Schärtl sowie das Sturm-Trio Oliver Wagner (17), Ermin Delic (12) und Georg Schärtl (11). Vor der Kreisliga hat beim FC niemand Angst. "Ein Platz im gesicherten Mittelfeld", wünscht sich Wenisch. "Den Fans guten Fußball zeigen", lautet der Anspruch von Daniel Ries. Zumindest im Feiern sind die Luher ganz groß. Nach dem Heimsieg gegen Waldthurn ging's mit dem Traktor zunächst durch die Marktgemeinde, dann zurück zur Meistersause ins Sportheim. "Wir feiern die ganze Woche durch", kündigte Ries an. "Wir sind topfit."

So viel Ausdauer muss der SC Luhe-Wildenau nicht mitbringen. Der Mannschaft von Trainer Roland Rittner würde ein einziger Sieg in den letzten drei Saisonspielen reichen, dann wäre die Rückkehr in die Bezirksliga geschafft. Allerdings ist das Restprogramm nicht "ohne": SV Schmidmühlen (3. Platz/auswärts), 1. FC Schlicht (7./daheim) und 1. FC Rieden (4./auswärts) heißen die Brocken. "So klare individuelle Fehler wie gegen Vilseck dürfen nicht mehr passieren, wenn man aufsteigen will", geht Spielführer Sebastian Urban mit sich und den Teamkollegen ins Gericht.

Auch Trainer Rittner sprach Klartext. Sofort nach Spielschluss versammelte er seine niedergeschlagene Truppe auf dem Rasen und vollzog den Schulterschluss. "Erst wenn alles im Sack ist, kann ich sagen, ich habe es geschafft", las er den Spielern die Leviten. Und die geloben Besserung. "Wir werden wieder geschlossen auftreten und wollen Platz eins so schnell wie möglich sichern", verspricht Sebastian Urban. Die Meisterfete, da sind sich beim SC alle einig, soll auf jeden Fall steigen.

Betretene Mienen nach dem Schlusspfiff: Der SC Luhe-Wildenau musste die Meisterfeier nach der 3:4-Heimpleite gegen den FV Vilseck verschieben.

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