05.05.2019 - 21:06 Uhr
Luhe-WildenauSport

SC Luhe-Wildenau auf Wolke sieben

Vor einer Woche zu Tode betrübt, jetzt himmelhoch jauchzend: Fußball-Kreisligist SC Luhe-Wildenau gewinnt 3:0 beim SV Schmidmühlen und verwirklicht seinen Traum von Meisterschaft und Aufstieg.

„Bezirksliga, wir kommen“ – der SC Luhe-Wildenau feierte nach dem 3:0-Sieg in Schmidmühlen die Meisterschaft in der Kreisliga Süd und den damit verbundenen Aufstieg in die Bezirksliga.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Nach dem Schlusspfiff in Schmidmühlen gab's kein Halten mehr. Die SC-Spieler ließen ihrer Freude freien Lauf, umarmten jeden, der ihnen in die Quere kam, und genossen in vollen Zügen die ausgiebigen Sektduschen. "Die Mannschaft hat die gesamte Saison hart gearbeitet und sich den Titelgewinn ohne Zweifel verdient", ließ Roland Rittner wissen. "Die dürfen jetzt feiern, so lange sie wollen."

Die Mannen um Kapitän Sebastian Urban nutzten die Steilvorlage ihres Trainers. Auf der Heimfahrt bebte der Bus. In Oberwildenau angekommen, ging's mit dem Autokorso durch den Ort, ehe die Meisterschaftsfete im SC-Sportheim wartete. Mit offenem Ende. "Die Freude ist einfach nur riesig, dass wir es geschafft haben", brachte Sportlicher Leiter Thomas Diertl die Gefühle auf den Punkt. "Jetzt ist einfach nur Feiern angesagt."

Dass die 3:4-Heimpleite vor Wochenfrist gegen den Konkurrenten FV Vilseck zunächst wie ein Nackenschlag wirkte, war beim Anpfiff in Schmidmühlen ad acta gelegt. "Ich habe schon die ganze Woche im Training gespürt, dass meine Spieler das wiedergutmachen wollen", berichtete Rittner. "Wir waren auf dieses Spiel richtig fokussiert und hätten hier auch 5:0 oder 6:0 gewinnen können."

Vor drei, vier Jahren noch waren solche hohen Ergebnisse für den SC Luhe-Wildenau an der Tagesordnung - nur anders herum. Damals im Juli 2015 stand es mit den Fußballern Spitz auf Knopf. Die Spieler liefen scharenweise davon, es drohte die Abmeldung vom Spielbetrieb. Nur Männern wie Siegfried Goschler oder Roland Rittner war es zu verdanken, dass es an der Sportplatzstraße weiterging. "Das war eine schwierige Zeit", erinnert sich Rittner. Kein Sieg, nur zwei Remis in 30 Spielen, 9:126 Tore - als Prügelknabe stiegen die Rot-Schwarzen 2015/16 sang- und klanglos aus der Bezirksliga ab.

Dann begann das Wunder von Oberwildenau: In der Kreisliga stabilisierte sich das Team, wurde auf Anhieb Sechster, im Folgejahr gar Vizemeister, scheiterte nur knapp in der Relegation. Versäumtes holte der Sportclub nun nach. Auf eine Art und Weise, die selbst einen Trainer-Haudegen wie Rittner beeindruckt: "Das sind alles junge, hungrige Spieler, fleißig und mit einem super Charakter ausgestattet." Es schwingt ein bisschen Rührung mit, als er sagt: "So etwas habe ich als Trainer selten erlebt."

Dass die Reise weitergehen soll, darüber sind sich die Verantwortlichen einig. "Wir sind auf einem guten Weg und der ist noch nicht zu Ende", kündigte Rittner weitere Taten an, auch wenn er ganz bescheiden den "Nichtabstieg" als vorrangiges Saisonziel für die Bezirksliga-Spielzeit 2019/20 ausgibt. Thomas Diertl spricht von einem "riesigen, spielerischen Potenzial, das die Mannschaft besitzt". Um sich in der Bezirksliga zu etablieren, werde man den Kader punktuell verstärken. Fünf Neuzugänge seien bereits fix. Namen wollte Diertl noch nicht nennen. Dass Stürmer Benjamin Werner von der SpVgg SV Weiden als Zugang gehandelt wird, wollte Diertl nicht bestätigen: "Reine Spekulation." Die Geldschatulle soll laut Rittner auch in der höheren Liga zubleiben: "Bei uns fließt kein Geld. Das ist Fakt."

Tore: 0:1 (22./Handelfmeter) Ludwig Thanhäuser, 0:2 (43.) Nico Argauer, 0:3 (57.) Ludwig Thanhäuser - Zuschauer: 125

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