16.01.2020 - 15:15 Uhr
MitterteichSport

Andreas Lang: "Es war die richtige Entscheidung"

Der scheidende Trainer des SV Mitterteich lässt im Interview den Abend Revue passieren, in dessen Verlauf das Ende seiner Amtszeit beim Nordost-Landesligisten besiegelt wurde. Im Abstiegskampf könnte es zu einer heiklen Situation kommen.

Der Mitterteicher Trainer Andreas Lang steht noch 14 Spiele in der Verantwortung bei den Stiftländern. Danach wechselt er zum Ligakonkurrenten FC Vorwärts Röslau.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Am Saisonende ist Schluss für Trainer Andreas Lang beim Landesligisten SV Mitterteich. Nach vier Jahren verlässt der 40-Jährige das Stiftland und wechselt etwa 30 Kilometer weiter nördlich nach Oberfranken zum Ligakonkurrenten FC Vorwärts Röslau, wo der Nailaer Nachfolger von Ali Sener wird. Im Interview mit Oberpfalz-Medien blickt Lang auf die bisherige Spielzeit zurück, äußert seine Erwartungen für die letzten 14 Spiele auf der Bank des SV Mitterteich und spricht über das Verhältnis zu seinen Spielern.

ONETZ: Herr Lang, hatten Sie das Ende des Gesprächs über Ihre Zukunft in Mitterteich so vorhergesehen oder hat Sie die Entwicklung überrascht?

Andreas Lang: Wir sind völlig ergebnisoffen in das Treffen gegangen. Im Verlauf haben wir dann festgestellt, sowohl die Mannschaft als auch ich, dass vier Jahre schon eine lange Zeit sind.

ONETZ: Kam der Impuls, nach der Saison getrennte Wege zu gehen, von Ihnen oder von der Mannschaft?

Andreas Lang: Dass es unzufriedene Spieler gibt, die sich nach vier Jahren einen Wechsel wünschen, ist völlig normal. So sind wir zu dem Ergebnis gekommen, meinen Vertrag nicht zu verlängern. Für mich war das wichtig, um wieder eine neue Aufgabe annehmen zu können. Aber auch für die Spieler, um wieder einen neuen Trainer mit einer neuen Handschrift kennenzulernen.

ONETZ: Bedauern Sie das Ende Ihrer Zeit beim SV Mitterteich?

Andreas Lang: Nach vier Jahren schleifen sich gewisse Prozesse ein. Irgendwie gibt es immer wieder die gleiche Ansprache, zwar mit unterschiedlichen Themen, aber eben von der gleichen Person. Die gemeinsame Übereinkunft, meinen Vertrag nicht zu verlängern, war die richtige Entscheidung.

ONETZ: Lange mussten Sie sich ja nicht auf die Suche nach einem neuen Verein begeben ...

Andreas Lang: Der Kontakt mit Vorwärts Röslau hat sich kurzfristig ergeben. Für mich war nach wenigen Gesprächen klar, dass das Röslauer Konzept super zu mir passt.

ONETZ: Wie sieht dieses Konzept aus?

Andreas Lang: Meine Aufgabe ist ähnlich der in Mitterteich: Ich soll die Mannschaft mit Spielern aus der Region verjüngen. Und da waren die Röslauer eben der Meinung, dass ich die beste Wahl bin.

ONETZ: Im Abstiegskampf der Landesliga Nordost droht nun eine heikle Situation: Da könnten sich Mitterteich und Röslau in die Quere kommen ...

Andreas Lang: Meine Arbeit in Röslau beginnt am 1. Juli. Bis zum 30. Juni bin ich voll und ganz für Mitterteich im Einsatz. Zumal meine Vereinbarung mit Röslau ligenunabhängig getroffen wurde.

ONETZ: Hatten Sie noch andere Anfragen auf dem Tisch?

Andreas Lang: Es gab schon Angebote aus der Bayern- und Landesliga. Das zeigt, dass meine Arbeit in Mitterteich sehr gut war und über die regionalen Grenzen hinaus so wahrgenommen wurde. Ich kann sagen, meinen Auftrag in Mitterteich, einen Umbruch im Kader einzuleiten, erfüllt zu haben. Wir haben den Kader bis auf eine Handvoll Spieler ausgetauscht – mit regionalen Akteuren auch aus unteren Ligen.

ONETZ: Wie würden Sie Ihr Verhältnis zur Mannschaft beschreiben?

Andreas Lang: Grundsätzlich ist das Verhältnis zwischen den Spielern und mir hervorragend, ich habe mit keinem Spieler ein Problem. Unzufriedene Spieler sind völlig normal. Aber deren Unzufriedenheit liegt ja nicht an mir, denn jeder Spieler hat es in der eigenen Hand, was er mir anbietet. Ich habe stets versucht, die beste Mannschaft aufzustellen, das ist uns aufgrund vieler Verletzter aber nicht immer gelungen.

ONETZ: Teilen Sie die Einschätzung, dass die bisherige Saison des SV Mitterteich eher enttäuschend verlaufen ist.

Andreas Lang: Nein, enttäuschend ist die Saison bislang nicht verlaufen. Man muss zunächst relativieren, wer uns verletzungsbedingt länger ausgefallen ist. Thomas Wildenauer fehlte acht, Manuel Dürbeck zehn Spiele – um nur mal zwei Akteure zu nennen. Dazu kommt die Stärke der Liga, mit den Bayernliga-Absteigern, den beiden bärenstarken Aufsteigern und Dauerbrennern wie Feucht, Neudrossenfeld oder Schwabach. Von daher sind Platz 10 und 27 Punkte bislang im Rahmen dessen, was wir uns vorgestellt haben.

ONETZ: Eine Tatsache aber ist unbestreitbar: Selten hatte der SV Mitterteich einen individuell stärker besetzten Kader zur Verfügung.

Andreas Lang: Das stimmt, aber wir mussten teilweise eine halbe Mannschaft ersetzen. Nichts gegen die Spieler aus dem zweiten Glied, aber die können die Ausfälle nicht eins zu eins ersetzen. Dazu haben wir durch individuelle Fehler sechs bis sieben Punkte auf der Strecke gelassen. Entweder waren wir vor dem Tor nicht kaltschnäuzig genug oder haben dem Gegner durch Slapstick-Einlagen Tore geschenkt.

ONETZ: Haben Sie mit den Wechseln auf der Torhüterposition unnötigerweise ein zusätzliches Fass aufgemacht?

Andreas Lang: Nein, ganz und gar nicht. Die Wechsel waren notwendig, weil Fabian Scharnagl entweder privat oder beruflich verhindert war oder mal nicht trainieren konnte. Fabian ist für mich die klare Nummer eins, und ich habe immer zu ihm gehalten, auch nach mehreren Fehlern, die ich so von Fabian nicht gewohnt war. Er ist immer wieder ins Tor zurückgekehrt, selbst wenn Tim Lauterbach zuvor ein gutes Spiel gemacht hatte.

ONETZ: Gilt diese Reihenfolge auch für den Rest der Saison?

Andreas Lang: Im Winter geht es auf allen Positionen, auch bei den Torhütern, wieder bei null los. Jeder kann mir zeigen, dass er in den letzten 14 Spielen, die wir gemeinsam noch haben, mitwirken will.

ONETZ: Mit welcher Zielsetzung gehen Sie in Ihren Endspurt beim SV Mitterteich?

Andreas Lang: Wichtig ist, dass wir den Blick nach unten nicht verlieren. Ich will aber schon, dass wir die Platzierung aus der Vorsaison mit Platz sechs vielleicht wieder ins Auge fassen können. Aber zunächst gilt dem Klassenerhalt unsere ganze Aufmerksamkeit. Wenn der erreicht ist, können wir nach vorne schauen. Bis dahin gilt: Die Kirche im Dorf lassen.

ONETZ: Planen Sie noch personelle Veränderungen? Sowohl was Zu- als auch Abgänge betrifft?

Andreas Lang: Ich gehe davon aus, dass sich im Winter nichts mehr ändern wird. Wenn ein Spieler extrem unzufrieden wäre und weg wollte, wären wir gesprächsbereit. Aber bislang hat sich niemand gemeldet.

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