München
20.04.2026 - 13:31 Uhr

1.000 Ultras prügeln sich vor Bayern-Spiel: 500 in Gewahrsam

Vor dem Bayern-Spiel gegen Stuttgart kommt es in der Nähe des Stadions zu einer Schlägerei von rivalisierenden Ultras. Die Polizei berichtet tags darauf von enormen Dimensionen des Vorfalls.

An der Massenschlägerei vor dem Bundesligaspiel zwischen dem FC Bayern und dem VfB Stuttgart (4:2) waren nach Polizeiangaben rund 1.000 Fans beteiligt. Die Ultras trafen sich am Sonntagnachmittag offenbar bewusst zu der Auseinandersetzung auf einem Parkplatz in Stadionnähe, wie Polizeisprecher Christian Drexler am Tag danach sagte. „Es hatte für uns den Anschein, als ob die Aktion geplant war. Es hat nicht spontan ausgeschaut.“

Die Polizei setzte Schlagstöcke und Pfefferspray gegen die Randalierer ein. Acht Beamte wurden bei der Aktion verletzt, großteils wegen des Pfeffersprays. Mehr als 500 Fans aus Stuttgart kamen in Gewahrsam. Wie viele von den Anhängern verletzt wurde, war zunächst unklar. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Ein Vorfall in derartiger Größenordnung sei für München außergewöhnlich, hieß es. Obwohl sich Fans von Bayern und Stuttgart traditionell eher feindselig gegenüberstehen, war das Match nicht als Risikospiel deklariert gewesen.

Sonderbusse ins Polizeipräsidium

Drexler schilderte, dass zunächst rund 500 Stuttgart-Ultras auf dem Weg von der U-Bahn-Station Fröttmaning zum Stadion plötzlich in eine unerwartete Richtung losrannten. Bei einem Park&Ride-Parkplatz trafen die zum Teil vermummten Personen dann auf etwa ebenso viele Anhänger des FC Bayern. Es kam dann zu den Zusammenstößen zwischen den beiden Gruppen.

Die Polizei konnte die Gruppen umgehend trennen und kesselte die Stuttgarter ein. Etwa 350 von ihnen wurden mit angeforderten Sonderbussen in das Polizeipräsidium in die Innenstadt gefahren, der Rest vor Ort festgesetzt. Bis zum Abend wurde alle Personen entlassen. Gegen sie wird wegen Landfriedensbruch, Widerstand gegen Polizeibeamte sowie tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte ermittelt. Einem Polizisten sei ins Gesicht geschlagen worden.

Dass die Schlägerei abgesprochen war, sei deswegen anzunehmen, weil bei den Stuttgartern unter anderem mehr als 50 Zahnschutze, etliche Handschuhe und mehr als 100 Schlauchschals zur Vermummung sichergestellt wurden. „Solche Chaoten haben hier in München nichts zu suchen. Deswegen greifen wir da durch“, sagte Drexler.

Auf Fotos ist unter anderem zu sehen, wie die Hooligans in der Nähe des Parkplatzes bei einem Zaun von der Polizei eingekesselt sind, welche die Personalien aufnimmt. Aufnahmen zeigen einen MVG-Bus, der als „Sonderfahrt“ gekennzeichnet ist und Fans in die Innenstadt bringt. So viele Personen zu kontrollieren und festzusetzen, sei „logistisch ein Mordsaufwand“ gewesen, erzählte Drexler. Die Polizei bittet Zeugen, sich zu melden.

Aus Kapazitätsgründen: Nur Stuttgarter festgesetzt

In Gewahrsam genommen wurden dann übrigens nur Stuttgarter Fans. Das habe daran gelegen, dass die Anzahl der Polizisten vor Ort nicht gereicht habe, um beide Gruppen festzusetzen. Die Polizei war für das ganze Spiel in der Allianz Arena mit mehr als 300 Beamten im Einsatz. Der FC Bayern sicherte sich mit dem Sieg vorzeitig seine 35. deutsche Fußball-Meisterschaft.

© dpa-infocom, dpa:260420-930-969074/1

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